Lebensdaten
1934 bis 1991
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Jazzmusiker ; Jazzkomponist
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 134471059 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nay, Johannes (eigentlich)
  • Nay, Joe
  • Nay, Johannes (eigentlich)
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Zitierweise

Nay, Joe, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd134471059.html [17.02.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Otto (* 1901, in russ. Kriegsgefangenschaft, vermutl. 1952), aus Königsberg (Pr.), Kaufm., Filmproduktionsleiter b. d. Ufa in B.;
    M Gertrud Josefa Maria Peters (1904–80), aus Goch/Rhein;
    Ov Ernst Wilhelm (s. 1);
    N. N.;
    1 S Sebastian (* 1966), Schlagzeuger in Würzburg, 1 T.

  • Leben

    N., der während seines Musikstudiums in Berlin Gitarre spielte, wechselte unter dem Eindruck von amerik. Schlagzeugern, die im Rahmen von „Jazz At The Philharmonic“-Tourneen in Deutschland gastierten, 1958 zum Schlagzeug. In kurzer Zeit erreichte der Autodidakt professionelles Format. Er gastierte 1959 mehrere Monate im Pariser Club „Blue Note“ und nahm dort Unterricht bei dem Begründer des modernen Schlagzeugspiels, Kenny Clarke. 1961-63 war N. Mitglied des Michael Naura Quintetts, einer Schlüsselgruppe des Nachkriegsjazz in Deutschland. 1963 erfolgte die Verpflichtung durch die German All Stars, und seit 1965 arbeitete der Schlagzeuger im Trio mit dem Bassisten Peter Trunk und dem Pianisten Jan Huydts, mit denen er das Album „Trio Conception“ einspielte und in Berlin durchreisende Gastsolisten unterschiedlichster stilistischer Provenienz wie Bud Freeman, Roland Kirk, Ron Carter, Johnny Griffin, Donald Byrd oder Dexter Gordon begleitete. Seine Attraktivität bei amerik. Gästen hielt an, auch wenn sich N. in den Folgejahren fest an europ. Gruppen zu binden und auch eigene Projekte zu präsentieren begann. Er arbeitete nun mit dem Lou Bennett Quartett und gehörte 1970 den Berlin All Stars der Berliner|Jazztage an. Nach einem Zwischenspiel bei Dusko Goykovichs International Quintet gründete der Schlagzeuger 1972 in München die Gruppe Space Rangers Orbit Company, ein Jahr später gehörte er der Gruppe Spectrum um Volker Kriegel und Eberhard Weber an, mit der N. durch Europa und Afrika reiste. Auch mit der Folgeband Kriegels, dem Mild Maniac Orchestra, arbeitete er 1974/75, unterrichtete zugleich an der Jazz School in München und bildete 1978 die eigene Gruppe Northern Lights. Parallel und seit 1980 in verstärktem Maße spielte N. mit dem Saxophonisten Leszek Zadlo, u. a. in Jazz & Lyrik Projekten. Nach kurzlebigen Bands wie Formation und Circle Of Art präsentierte N. seit 1985 seine mehrfach umbesetzten Gruppen unter dem Namen Message. Er ist auch auf Einspielungen von u. a. Sal Nistico, Leszek Zadlo, Heinz Sauer, Volker Kriegel, Dusko Goykovich, Barbara Dennerlein, Dick Heckstall-Smith, Tete Montoliu und Wilton Gaynair zu hören. Mit seinem federnden Beckenschlag und klanglich nuancierten Schlagzeugspiel transferierte N. die Spielweise seines Lehrers Clarke in eine modernere Stilistik bis hin zum Rockjazz. Mit Geschmack und Sinn für Feinheiten arbeitete er hier differenzierter und jazznäher als die meisten seiner Kollegen.

  • Literatur

    B. Ogan, in: Jazz Podium 31/12, 1982, S. 27;
    M. Wangler, ebd. 34/3, 1985, S. 22;
    ders., ebd. 34/11, 1985, S. 4 f.;
    ders., ebd. 38/9, 1989, S. 22 f.;
    ders., ebd. 40/2, 1991, S. 55;
    H.-J. Rippert, ebd. 40/5, 1991, S. 34;
    M. Kunzler, Jazzlex. II, 1988.

  • Autor/in

    Martin Kunzler
  • Empfohlene Zitierweise

    Kunzler, Martin, "Nay, Joe" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 7 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd134471059.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA