Lebensdaten
1525 bis 1597
Sterbeort
Kassel
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 122783093 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Creutziger, Caspar
  • Creutzinger, Caspar
  • Cruciger, Caspar der Jüngere
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Zitierweise

Cruciger, Caspar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122783093.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Caspar d. Ä. (s. 1);
    Elis., T des luth. Theologen Seb. Fröschel ( 1570, s. ADB VIII);
    S Georg (1575–1637), Prof. der Theol. u. Philos. in Marburg, 4 T.

  • Leben

    C. ist in Wittenberg aufgewachsen und hat dort nach gründlichen Studien seine akademische Laufbahn in der artistischen Fakultät 1557 begonnen. Wie sein früh verstorbener Vater, so schloß auch er sich eng an Melanchthon an. Nach Melanchthons Tode übernahm er dessen theologische Lektur, wurde aber erst 1569 in die theologische Fakultät aufgenommen. C. gehörte mit G. Major, Paul Eber und anderen zu den Stützen des Philippismus. Auf dem Altenburger Religionsgespräch (1568/69) und auf dem Zerbster Konvent vertrat er seine Richtung. Cruciger war einer der Verfasser des „Endlichen Berichts“, der gegen die Flacianer gerichtet war. Daher wurde er auch in die kursächsischen Ereignisse des Jahres 1574 hineingerissen. Als Kurfürst August von den Wittenberger „Kryptocalvinisten“ die Annahme des „Kurz Bekentnis und Artikel vom heiligen Abendmahl“ verlangte, verweigerte C. die Unterschrift. Er wurde mit seinen Freunden verhaftet, nach kurzer Gefängnishaft zwar entlassen, aber 1576 des Landes verwiesen. C. ging zuerst nach Dillenburg, dann nach Kassel, wo er bis zu seinem Tode Pfarrer und Vorsitzender im geistlichen Konsistorium war. Er begünstigte die Ausbreitung reformierter Lehre, lehnte aber den Ruf an die Universität Leiden ab.

  • Werke

    Epistola ad Dantiscanos De exorcismo, 1572, in: Fortges. Slg. v. alten u. neuen theol. Sachen, Leipzig 1746, S. 46-52.

  • Literatur

    ADB IV;
    O. Ritschl, Dogmengesch. d. Protestantismus, Bd. 2 u. 4, 1912/27;
    PRE;
    RGG. - Zu S Georg: Strieder II, 1782, S. 454 bis 460 (W).

  • Autor/in

    Robert Stupperich
  • Empfohlene Zitierweise

    Stupperich, Robert, "Cruciger, Caspar" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 428 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122783093.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Cruciger: Kaspar C. der Jüngere, protestantischer Theologe, Sohn des vorigen, ward geb. am 19. März 1525 zu Wittenberg, am 16. April 1597. Unter dem vorwiegenden Einflusse seines Vaters und Melanchthon's gebildet, wandte er sich der philippistischen Richtung zu, wie er schon 1556 bei Gelegenheit einer Synode in Eisleben bekundete. Am 22. Februar desselben Jahres zum Magister der Theologie promovirt, erhielt er am 26. April 1557 auf Vorschlag der Universität eine Lection in der Artisten-Facultät. Daneben las er auch Theologisches, ohne sich jedoch weiter hervorzuthun. Nach dem Tode Melanchthon's empfing er am 10. April 1561 dessen theologische Lection mit der Anweisung, sich den theologischen Doctorgrad zu erwerben, „um mit größerem Ansehen lehren zu können“. In Folge dessen promovirte er am 16. Mai zum Licentiaten der Theologie, verschob aber die Doctorpromotion, um noch einige Genossen zu finden und sich mit ihnen in die Kosten theilen zu können. Erst am 14. Decbr. 1569 ward er in die theologische Facultät aufgenommen, am 11. Mai 1570 mit fünf Anderen feierlich zum Doctor der Theologie promovirt und führte 1571 das Rectorat. Schon war er damals in die philippistischen Streitigkeiten, die ihm so verderblich wurden, hineingezogen; auch er gehörte zu|den Verfassern des „Endlicher Bericht“ gegen die Flacianer. So konnte er bei dem Rückschlag 1574 nicht verschont bleiben. Er kam kurze Zeit nach Leipzig ins Gefängniß, ward dann nach Naumburg internirt und mußte sich 19. Novbr. 1576 verpflichten, die sächsischen Lande auf immer zu meiden und nie etwas gegen den Kurfürsten, seine Lande, seine Kirchen und Universitäten zu schreiben. Zunächst nahm der Graf Johann von Nassau ihn mit seiner Familie auf und erhielt ihn zwei Jahre in Dillenburg. Dann zog Landgraf Wilhelm IV. ihn als Lehrer des Prinzen Moritz nach Cassel und machte ihn zum Pfarrer und Vorsitzenden des geistlichen Consistoriums. Als solcher gab C. sich viele Mühe, die Philippistische Richtung im Lande zur herrschenden zu machen und begünstigte die Verbreitung reformirter Lehre. Dagegen schlug er einen Ruf an die Universität Leyden aus, um dem Vorwurfe kein Recht zu geben, daß er ganz zum Calvinismus übergetreten sei. Für die theologische Wissenschaft hat er nichts Bemerkenswerthes geleistet.

    • Korrektur

      Korrektur: Beide Cruciger schreiben sich selbst stets Cruziger.

  • Autor/in

    Plitt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Plitt, Gustav Leopold, "Cruciger, Caspar" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 622-623 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122783093.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA