Lebensdaten
1738 bis 1806
Geburtsort
Preetz (Holstein)
Sterbeort
Rendsburg
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe ; Schriftsteller ; Generalsuperintendent
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 128988991 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Callisen, Johann Leonhard
  • Callisen, J. L.
  • Callisen, Johann Bernhard
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Callisen, Johann Leonhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128988991.html [24.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Leonh. (1695–1759), Prediger in Preetz (s. ADB III), S des Bäckers Heinr. in Tondern;
    M Christina (1717–88), T des Pastors Christian Westhoff in Bosau u. der Anna Magd. v. der Wettering;
    B Christian (1742–1836), Obergerichtsadvokat in Glückstadt, Heinr. (1740–1824), Prof. der Med. in Kopenhagen, Hrsg. eines Hdb. der Chirurgie (s. ADB III);
    Süderau 1767 Ida Marg. (1740–1814), T des Klosterpredigers Frdr. Hensler zu Preetz u. der Marg. Elis. Wedderkop, Schw des Arztes Phil. Gabr. Hensler ( 1805 [s. ADB XII]), Cousine des Historikers Barth. Gg. Niebuhr ( 1831);
    1 S, 2 T, u. a. Joh. Frdr. Leonh. (1775–1864), Propst in Rendsburg, Christine Charl. Louise (1770–1839, durch ihre 1. Ehe Urgroßmutter des Gen.obersten Helmuth Gf. v. Moltke [1848–1916]); Neffen (Söhne v. Christian) Christian Frdr. (1777–1861), ev. Theol. (s. ADB III), Adolf (1786–1866), Arzt, gab das Hdb. seines Ov Heinr. neu heraus u. veröff. ein „Med. Schriftstellerlexikon der jetzt lebenden Verfasser“, 33 Bde., 1830-45 (s. ADB III);
    E Leonh. Frdr. Christian (1803–39), ev. Theol. (s. ADB III).

  • Leben

    „So wurde er also durch den Tod eines Sohnes zum Schriftsteller und durch seine Schriften zum Generalsuperintendenten“,|heißt es von Callisen in der Biographie seines Sohnes Johann Friedrich Leonhard. Im Preetzer Diakonat aufgewachsen, wurde er nach dem Besuch der Lateinschulen in Schleswig und Klosterbergen Student der Theologie in Göttingen, dann 1765 Pastor in Plön, 1769 in Zarpen bei Lübeck und 1784 in Oldesloe. Nach dem Tode Struensees wurde er, auf den die Regierung durch einige Schriften („Über den Freisinn unserer Zeit“, „Die letzten Tage unseres Herrn Jesu Christi“) aufmerksam geworden war, Generalsuperintendent für Holstein. Wegen seiner Frömmigkeit und seiner hinreißenden Beredsamkeit stand er in hohem Ansehen. Der demütige, gütige und redliche Sinn des Mannes, der dem Emkendorfer Kreise nahestand, zeigt sich auch in dem Briefwechsel mit dem Generalsuperintendenten für Schleswig J. G. Ch. Adler 1796 über die von Adler vorbereitete neue Agende. Häßliche Bemerkungen gegen ihn brachte 1819 Johann Heinrich Voß im Zusammenhang mit den Angriffen auf Friedrich Leopold Stolberg. Im nächsten Jahr veröffentlichte dann Callisens Sohn Johann Friedrich Leonhard eine „Ehren-Rettung“ seines Vaters „wider die Anschuldigungen des Herrn Hofraths J. H. Voß“.

  • Werke

    s. B. Kordes, Lex. d. Schleswig-Holstein. Schriftsteller, Schleswig 1797, S. 51 f.;
    D. L. Lübker-H. Schröder, Lex. d. Schleswig-Holstein. Schriftsteller I, 1829, S. 93 f.

  • Literatur

    ADB III;
    J. F. L. Callisen, Nachr. v. d. vorzügl. Lebens-Umständen meines Vaters, vor dessen Buch: Die letzten Tage unseres Herrn Jesu Christi I, 21813, S. IX-XXXIV;
    H. N. A. Jensen-A. L. J. Michelsen, Schleswig-Holstein. KG IV, 1879, S. 308-11;
    Schrr. d. Ver. f. Schleswig-Holstein. KG, 2. Reihe, Bd. 1, H. 2, 1898, S. 88-92, Bd. 12, 1952, S. 116 ff.

  • Portraits

    im Heimatmus. Rendsburg.

  • Autor/in

    Thomas Otto Achelis
  • Empfohlene Zitierweise

    Achelis, Thomas Otto, "Callisen, Johann Leonhard" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 97 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128988991.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Callisen: Johann Leonhard B., praktischer Theologe, geb. 23. Aug. 1738 in Preetz, 12. Nov. 1806 in Rendsburg. Die Stammtafel der in den Herzogthümern blühenden Callisen'schen Familie, zu der auch Georg Calixtus (s. d.) und sein Sohn Friedrich Ulrich gehören, läßt sich auf den Apenrader Schuster Jörgen Callisön zurückführen, dessen Sohn Johannes Callisön, ein Schüler Melanchthon's, 1618 als Pastor zu Medelby in der Propstei Tondern starb. Wahrscheinlich von einem Sohn erster Ehe dieses Johannes, ebenfalls|Johannes geheißen und 1634 als Bürger in Flensburg gestorben, stammte der Großvater unseres Johann Leonhard, der Bäcker in Tondern war. Sein Vater Johann Leonhard C. war Prediger am Preetzer adlichen Kloster (geb. 1695, 1759), ein sehr beliebter Redner, der selbst dem mit ihm zur Wahl stehenden Mosheim vorgezogen wurde. Unser Johann Leonhard erhielt seine Ausbildung theils vom Vater, theils auf der Domschule zu Schleswig und auf der Schule zu Klosterbergen bei Magdeburg unter des Abts Steinmetz Leitung. Seine akademische Studienzeit, die er 1757 zu Göttingen begann, beschränkte der plötzliche Tod seines Vaters auf zwei Jahre, bis 1759. Seine weitere theologische Ausbildung verdankte er einem 6jährigen Aufenthalte als Hauslehrer bei dem Pastor Chemnitz zu Schönberg in der Preetzer Propstei. Nach der sog. Candidatenverordnung von 1777 fand in Schleswig-Holstein erst vom J. 1778 an die Prüfung der Theologen, welche eine Anstellung wünschten, vor einem Examinationscollegium statt. Bis dahin wurde der Anzustellende entweder gar nicht oder vom Generalsuperintendenten oder Propst examinirt. Callisen's Anstellungen als Pastor an der Neustädter Kirche in Plön (um 1764), als Landpastor in Zarpen (um 1769) und als Hauptpastor im Städtchen Oldesloe (um 1782) fallen in die frühere Periode. Von Oldesloe aus gab er im Anfange der 90er Jahre einige Schriften heraus ("Ueber den Freiheitssinn unserer Zeit“, „Die letzten Tage unseres Herrn Jesu Christi nach Marcus"), welche die Aufmerksamkeit der Regierung auf ihn lenkten, zumal seine Abhandlung über die Frage „Warum im gemeinen Leben so wenig von Gott geredet wird“, bei einer Kopenhagener Preisconcurrenz das Accessit erhielt. Als der als Orientalist bekannte Jak. G. Chr. Adler 1792 für das Herzogthum Schleswig zum Generalsuperintendenten ernannt wurde, erhielt C. diese höchste geistliche Würde für das Herzogthum Holstein. Daneben war er bis an seinen Tod Oberconsistorialrath und Kirchenpropst für Rendsburg. Vierzehn Jahre nach seinem Tode (im J. 1820) veröffentlichte sein Sohn Johann Friedrich Leonhard C., Propst und Prediger in Rendsburg, gegen die von Joh. H. Voß in Anlaß der Stolberg'schen Converse im Jahre vorher im ersten Bande des „Sophronizon“ erhobenen Beschuldigungen eine „Ehrenrettung“ seines Vaters. Innerhalb der Herzogthümer um seiner Frömmigkeit halber nicht weniger als wegen seiner hinreißenden Beredsamkeit in hohem Ansehen, erwarb C. durch die angeführten Schriften, von denen das Erbauungsbuch über die letzten Tage unseres Herrn Jesu Christi nach Marcus bis zum Jahre 1838 drei Auflagen erlebte (deren zweite, Nürnberg 1813, eine Biographie des Verfassers von der Hand seines Sohnes enthält), einen Ruf auch außerhalb dieser Herzogthümer.

    • Literatur

      Vgl. B. K. Kordes und Lübker und Schröder, Schlesw.-Holst.-Eutin. Schriftstellerlexikon.

  • Autor/in

    Alberti.
  • Empfohlene Zitierweise

    Alberti, "Callisen, Johann Leonhard" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 710-711 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128988991.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA