Lebensdaten
1784 bis 1855
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Vorderbrühl (Oberösterreich)
Beruf/Funktion
Polizeidirektor von Wien
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137926146 | OGND | VIAF: 86091472
Namensvarianten
  • Muth, Peter (bis 1834)
  • Muth, Peter von
  • Muth, Peter (bis 1834)
  • mehr

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Zitierweise

Muth, Peter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137926146.html [16.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Schnallenmacher;
    M N. N.;
    N. N.;
    K;
    E Richard (1848–1902), Dr. phil., Gymnasiallehrer, Germanist, Schriftst. (Ps. Paul Wallner, Hermann Nordermann), beschäftigte sich bes. mit mittelhochdt. Lit. (u. a. Nibelungenlied), schrieb Gedichte, Lustspiele u. Erzz., Mitarbeiter d. christsozialen Politikers Albert Gessmann (s. ÖBL).

  • Leben

    M. trat nach Abschluß seines Rechtsstudiums in Wien 1806 bei der Wiener Polizeidirektion als Konzeptspraktikant ein, avancierte zum Unter- und nach fünf Jahren zum Oberkommissär. In dieser Eigenschaft war er Leiter der Bezirks-Polizeidirektion Landstraße. 1817 wurde M. zum Gubernialrat und Polizeidirektor von Brünn ernannt. Er trat bei der Organisation des Troppauer Kongresses, bei der Bekämpfung der Cholera (1830/31) und durch sein energisches Vorgehen gegen Maschinenstürmer sowie gegen die Infiltration demokratischen und liberalen Gedankenguts (vor allem aus dem nahen Leipzig) hervor. Dadurch innerhalb des Metternichschen Bespitzelungssystems in hohem Maße bewährt, wurde er 1837 zum Stadthauptmann von Prag und 1845 schließlich zum Polizeioberdirektor von Wien berufen. Seine Tätigkeit beschränkte sich hierbei nicht nur auf Prag bzw. Wien, sondern erstreckte sich auch auf gezielte Bespitzelungen im Deutschen Bund. So versuchte er in Hamburg – erfolglos -, den Namen des Autors des 1842 von Julius Campe herausgebrachten Werks „Oesterreich und seine Zukunft“ zu ermitteln.

    Als im März 1848 die Ständevertretung mit den Forderungen der Bürger zur Hofburg marschierte, kam es zu blutigen Zusammenstößen mit dem Militär und zu einem Schußwechsel vor dem Gebäude der Polizeidirektion, bei dem zwei Angehörige der dort versammelten Bürgermiliz getötet wurden. Dadurch radikalisierte sich die revolutionäre Bewegung entschieden. Die Empörung richtete sich gegen M., der beschuldigt wurde, den Schießbefehl gegeben zu haben. Seitens der Regierung wurde ihm vorgehalten, auf die Ereignisse nicht vorbereitet gewesen zu sein. Noch tags zuvor hatte M. jedoch versichert, daß alle möglichen polizeilichen Vorkehrungen gegen Unruhen getroffen worden seien. Er war nun der erste unter den hohen|Staatsfunktionären, die während der Revolutionstage ihren Abschied nehmen mußten (13.3.1848); Metternich folgte noch am seilen Tag, Josef Gf. Sedlnitzky, der Leiter der Polizei-Hofstelle, drei Tage später.|

  • Auszeichnungen

    Hofrat 1836.

  • Literatur

    H. Reschauer u. H. Smets, Das J. 1848, I, 1872, S. 162 ff.;
    V. Bibl, Die Wiener Polizei, Eine kulturhist. Studie, 1927;
    J. Oberhummer, Die Wiener Polizei im Rev.jahr 1848, 1928;
    ders., Dienstlaufbahn d. Leiter u. Stellvertreter d. Wiener Polizeibehörde seit 1782, 1929;
    ders., Die Angehörigen d. Wiener Polizeidirektion (1754–1900), 1939;
    J. Marx, Die wirtsch. Ursachen d. Rev. v. 1848 in Österreich, 1965;
    F. T. Hoefer, Pressepol. u. Polizeistaat Metternichs, 1983;
    R. Wittmann, Gesch. d. dt. Buchhandels, 1991, S. 222 f.;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Elisabeth Babnik
  • Empfohlene Zitierweise

    Babnik, Elisabeth, "Muth, Peter von" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 648 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137926146.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA