Lebensdaten
1909 bis 1985
Geburtsort
Neumarktl (Krain)
Sterbeort
Graz
Beruf/Funktion
Flugzeug- und Fahrzeugkonstrukteur
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 130524301 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Musger, Erwin

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Musger, Erwin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130524301.html [25.02.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Eustachius (1876–1937), Buchhalter in Wetzelsdorf b. G., S d. Peter (* 1828), Bauer in Pöls (Steiermark), u. d. Maria Gutjahr (* 1845) aus Schrötten;
    M Maria (1878–1945), Schneiderin in Wetzelsdorf, T d. Anton Janc (* 1841) aus Križe, Schmied in N., u. d. Franciska Alijančič (* 1850) aus N.;
    Wien 1938 Hermine (* 1913) aus Wetzelsdorf, T d. Georg Streitenberger (1878–1950), Tischlermeister in Wien, u. d. Karoline Roubinek (1881–1921);
    1 T Ingrid (* 1941, Fiorenzo Copertini-Amati, akadem. Maler in Florenz), Übersetzerin.

  • Leben

    Nach dem Besuch der Grund- und Bürgerschule in seinem Heimatort erhielt M. 1925-27 eine Berufsausbildung an der Bundesanstalt für Maschinenbau und Elektrotechnik in Klagenfurt. 1927-29 besuchte er die Elektro- und Maschinenbau-Gewerbeschule in Wien. Seine erste Stellung erhielt M. als Konstrukteur bei der Firma J. M. Voith in St. Pölten (Niederösterreich), wo er mit dem Bau von Papiermaschinen und von Schiffspropellern nach dem System Voith-Schneider beschäftigt war. 1933 wurde M. wegen Arbeitsmangel entlassen und übersiedelte nach Herzogenburg. Seit 1930 war er Mitglied des dortigen Segelfliegerclubs. Um öfter fliegen zu können, als dies im Rahmen des Clubs möglich war, begann M. mit der Planung und dem Bau eines großen Rumpfsegelflugzeuges, des „Mg I“. 1933 übernahm er nach seiner Entlassung die Flugleitung und war bis zu seinem Ausscheiden aus der Fliegergruppe 1937 Geländekommandant. 1934 absolvierte er mit der „Mg IV“, die aus Umbauten der „Mg I“ hervorging, seine C-Prüfung. In jenen Jahren begann er mit dem Bau einer Motormaschine (Mg III), die aber erst 1937 fertiggestellt werden konnte. M. konstruierte seit 1935 einen neuen Doppelsitzer, die „Mg 9“, deren Statik Eduard Walzl von der Akaflieg Graz zu berechnen half. Mit dieser Maschine wurden zahlreiche österr. Dauerflugrekorde aufgestellt, mit einer „Mg 9a“ sogar zwei Weltrekorde im Doppelsitzer (mit Toni Kahlbacher als Fluglehrer am 5./6.9.1938 mit 23 h 41 min. und am 8.-10.9.1938 mit 40 h 41 min.).

    1937 entwarf M. für den Österr. Aero-Club (ÖAeC) eine C-Schulmaschine unter den Bezeichnungen „Mg 12/12a“, die dann gemeinsam mit der „Mg 9a“ in Kleinserie ging. Im Dezember 1937 erhielt er eine Stellung als Konstrukteur und Statiker bei der Wiener Neustädter Flughafen Betriebsgesellschaft mbH. Während des Krieges war M. teilweise in Berlin im Reichsluftfahrtministerium, wo er an der Entwicklung der Steuerung von Lastenseglern arbeitete. 1948 erhielt er aufgrund der Berechnung und Konstruktion eines patentierten Schalenrahmens für Motorräder eine Anstellung bei der Steyr-Daimler-Puch AG in Graz, die daraufhin Motorräder und Mopeds mit diesem Schalenrahmen in das Fertigungsprogramm aufnahm (1950-72), damals eine sensationelle Neuerung im Motorradbau. In seiner Freizeit entwickelte M. mit dem Statiker Leopold Hager die „Mg 9a“ zur „Mg 19“ weiter, die von der Firma Josef Oberlerchner in Spittal/Drau (Kärnten) in Serie gebaut wurde. 1951-66 wurden insgesamt 45 solche Flugzeuge gebaut. 1957-61 arbeitete M. bei der Firma Innocenti in Mailand, wo er im Zweirad- und Vierradsektor tätig war, 1961-71 wieder bei Puch. Seit 1954 entstand die einsitzige Leistungssegelmaschine „Mg 23“, die ebenfalls bei Oberlerchner in Serie ging und bis 1966 hergestellt wurde. M. verwirklichte vor und nach dem 2. Weltkrieg mehr Konstruktionsentwürfe als jeder andere österr. Flugzeugbauer.|

  • Auszeichnungen

    Ehrennadel in Gold (1955) u. Goldenes Ehrenzeichen d. Österr. Aero-Clubs (1976).

  • Werke

    Österr. Patent Nr. 173621 v. 1953. |

  • Nachlaß

    Nachlaß in Fam.bes.

  • Literatur

    Zweisitziges Leistungsflugzeug „Mg 9“, in: Flugsport 1936, S. 406;
    Vom Rohr z. Schalenrahmen, Konstruktionstendenzen im Motorradbau, Großer Erfolg im Genfer Salon, in: Südost-Tagespost (Graz) v. 13.1.1952;
    J. Zopp, Österr. Segelflugzeuge im Kommen!, in: austroflug 1959, H. 4, S. 8;
    H. Zoffmann, E. M. – e. österr. Flugpionier, ebd. 1972, H. 12, S. 18 (P);
    ebd. 1973, H. 1, S. 15;
    ebd., H. 2, S. 14;
    G. R. Keimel, Ing. E. M., Flugzeug- u. Fahrzeugkonstrukteur aus Österreich, in: Bll. f. Technikgesch., H. 48, 1987, S. 7-106 (P);
    F. Ehn, Die Motorradkonstruktionen, ebd., S. 107-28 (P).

  • Autor/in

    Reinhard Keimel
  • Empfohlene Zitierweise

    Keimel, Reinhard, "Musger, Erwin" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 630 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130524301.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA