Lebensdaten
1833 bis 1904
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Groß-Lichterfelde bei Berlin
Beruf/Funktion
Lexikograph
Konfession
französisch-reformiert
Normdaten
GND: 1035714469 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Muret, Gustave Edouard Théodore (eigentlich)
  • Muret, Eduard
  • Muret, Gustave Edouard Théodore (eigentlich)
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Zitierweise

Muret, Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1035714469.html [23.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    Die Vorfahren waren Waldenser Glaubensflüchtlinge aus d. Alpentälern d. Piemont, d. in Württemberg seßhaft wurden. – V Salomon (1790–1846), Sattler in B., S d. Paul Isaac (1756–1814), Uhrmacher in B.;
    M N. N. Kraatz;
    Ur-Gvv Etienne, übersiedelte v. Stuttgart nach B.;
    N. N. Richter;
    2 S, 2 T.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Franz. Gymnasiums und einem Studium der Mathematik und Naturwissenschaften in Berlin 1855-58 promovierte M. 1859 in Halle. Nach der Staatsprüfung 1860 absolvierte er als Mitglied des Seminars für neuere Sprachen das Probejahr am Berliner Friedrichs-Realgymnasium. Seine Tätigkeit als Lehrer führte ihn dann an die Realschule in Kulm und an das Gymnasium in Spandau. 1864-99 lehrte er an der Luisenschule in Berlin, deren Rektor 1838-88 Eduard Mätzner war. Vermutlich unter dessen Einfluß erwarb M. 1867 die Fakultas für Französisch und Englisch. 1873 wurde er zum Oberlehrer und 1888 zum Professor ernannt.

    Der Verleger Gustav Langenscheidt schloß 1869 mit M. einen Vertrag über die Ausarbeitung eines großen Wörterbuchs der engl. und deutschen Sprache, für dessen deutsch-engl. Teil er Daniel Sanders gewann. Mehr als 30 Jahre arbeitete M. an dem vierbändigen „Muret-Sanders“, der durch seinen enzyklopädischen Umfang, die exakte lexikographische Darstellung und eine ausgefeilte Typographie neue Maßstäbe in der zweisprachigen Lexikographie setzte. Im 20. Jh. wurde das Wörterbuch vom Langenscheidt-Verlag immer wieder den Erfordernissen der Zeit angepaßt und blieb das anerkannt größte Wörterbuch der engl. und deutschen Sprache. Die Tradition der hierauf basierenden zweibändigen „Hand- und Schulausgabe“ (1897) wurde im „Kleinen Muret-Sanders“ (1982/85) fortgesetzt. M.s „Notwörterbuch der engl. und deutschen Sprache“ (1884) war der Vorläufer des zweisprachigen Wörterbuch-Bestsellers „Langenscheidts Taschenwörterbuch Englisch“.

    M. befaßte sich außerdem in zahlreichen Abhandlungen mit der Geschichte der Hugenotten in Deutschland. Er redigierte die 1874 gegründete Zeitschrift „Die Kolonie“, das „Organ für die äußeren und inneren Angelegenheiten der franz.-ref. Gemeinden“, und war im Vorstand der „Réunion“, einer Gesellschaft, die das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter den Mitgliedern der franz.-ref. Gemeinden beleben und fördern sollte. Seine „Geschichte der Französischen Kolonie in Brandenburg-Preußen“ (1885) ist trotz umstrittener Bewertungen eine quellennahe und bis heute wichtige Publikation.

  • Werke

    Weitere W u. a. De fluidorum superficie, Diss. Halle 1859;
    Gesch. d. ersten städt. höheren Töchterschule, d. Luisenschule in Berlin, FS, 1888;
    Lb. einiger Réfugiés aus d. Zeit d. Einwanderung, 1891;
    Muret-Sanders, Enzyklopäd. engl.-dt. u. dt.-engl. Wörterbuch, Gr. Ausg., 1. T. Engl.-Dt., 1891–97, Hand- u. Schulausg., 1. T. Engl.-Dt., 1897. – Zahlr. Schulprogramme u. Abhh. z. engl. Aussprache, z. Wörterbüchern, z. franz. Lit.gesch. u. z. Gesch. d. Hugenotten;
    Zeichnung d. Schulgebäudes d. Franz. Gymnasiums in B. (Abb. auf Sonderbriefmarke d. Dt. Bundespost, 1989).

  • Literatur

    R. Béringuier, Die Stammbäume d. Mitgll. d. franz. Kolonie in Berlin, 1887, S. 59;
    Allg. Ztg., Beil. 151, 1904, S. 31 f.;
    G. Caro, in: Engl. Stud. 35, 1905, S. 187 f.;
    Jubiläumsschr. (1856–1906) d. Langenscheidtschen Verlagsbuchhandlung, 1906 (P);
    G. Heinrich, Toleranz als Staatsräson, in: FS f. O. Büsch, hrsg. v. W. Treue, 1988, bes. S. 39-45;
    BJ X, Tl.;
    G. Haenicke u. Th. Finkenstaedt, Anglistenlex. 1852-1990, 1992.

  • Autor/in

    Walter Voigt
  • Empfohlene Zitierweise

    Voigt, Walter, "Muret, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 609 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1035714469.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA