Lebensdaten
1913 bis 1972
Geburtsort
Alfeld/Leine
Sterbeort
Cincinnati (Ohio, USA)
Beruf/Funktion
Aerodynamiker ; Flugzeugkonstrukteur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137911343 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Multhopp, Hans

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Zitierweise

Multhopp, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137911343.html [17.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich Karl Wilhelm Ludwig, Kaufm.;
    M Marie Wilhelmine Auguste Sandvoß;
    Bremen 1940 N. N.;
    3 S, 1 T.

  • Leben

    Sein Studium an der TH Hannover mußte M. aus wirtschaftlichen Gründen abbrechen. Seit 1934 arbeitete er am Windkanal der Aerodynamischen Versuchsanstalt (AVA) Göttingen. Bei dieser Tätigkeit und dem Besuch der Univ. Göttingen lernte er Ludwig Prandtl, den Begründer der modernen Strömungsmechanik, kennen. M.s instinktives Erfassen von Strömungsvorgängen und seine Begabung, diese anschaulich zu erklären und zu beschreiben, machte ihn zu einem der bedeutendsten Schüler Prandtls. Von ihm stammen die ersten brauchbaren Methoden zur Berechnung der Auftriebsverteilung an Tragflügeln nach der Prandtlschen Theorie der tragenden Linie (1938) bzw. der tragenden Fläche (1950). Diese und andere theoretische Beiträge zur Aerodynamik des Flugzeugs und der Flugantriebe, voll genialer Ideen und mathematischer Geschicklichkeit, wurden zur Grundlage für zahlreiche Weiterentwicklungen durch andere.

    Im Grunde war M. ein Entwurfs- und Systemingenieur. Dank der großen Spannweite seines ingenieurwissenschaftlichen Könnens war er bemerkenswert schöpferisch bei den verschiedensten technischen Aufgabenstellungen der Luft- und Raumfahrt sowie auch des Bodentransports. Er ging 1938 zu den Focke-Wulf Flugzeugwerken und wurde dort leitender Aerodynamiker und Oberingenieur für Entwicklungsentwurf. Während des Krieges konzipierte M. ein Pfeilflügelkampfflugzeug, den ersten Flugzeugentwurf mit einem T-Leitwerk, das die Entwicklung der russ. MiG-15 beeinflußte. Nach Ende des 2. Weltkrieges arbeitete M. zunächst 1946-50 in Großbritannien am Royal Aircraft Establishment, Farnborough, sowie am Imperial College der Univ. London. Hier beschäftigte er sich mit transsonischer und supersonischer Aerodynamik (Überschallströmung). 1950 folgte er einem Angebot der Glenn L. Martin Corp. (heute Martin Marietta Corp.) in Baltimore (Maryland) und wurde als Chief of New Design and Advanced Concepts sowie als Principal Scientist tätig. Seine Entwürfe, Beiträge und Anregungen zu den verschiedensten Bereichen der Flugzeug- und Raketentechnologie stellen Pionierleistungen besonders in Fragen des Hochtemperaturschutzes und des|Energiemanagements von Raumflugkörpern dar. 1968 wechselte M. zur General Electric Company, Philadelphia. Dort befaßte er sich mit Durchführbarkeitsstudien und der Abstimmung von Entwurfsanforderungen für den Space-Shuttle und andere Raumfahrtprogramme. 1971 untersuchte er in Zusammenarbeit mit der NASA in Langley Field (Hampton, Virginia) die Übertragung von Shuttle-Technologie auf den hypersonischen Transport.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Dt. Akad. d. Luftfahrtforschung (1941).

  • Werke

    W. u. a. Die Berechnung d. Auftriebsverteilung v. Tragflügeln, in: Luftffahrt-Forschung 15, 1938, S. 153-69;
    Die Anwendung d. Tragflügeltheorie auf Fragen d. Flugmechanik, in: Lilienthal-Berr. 2, 1939, S. 53-64;
    Methods for Calculating the Lift Distribution of Wings, in: Aeronautical Research Council (ARC), Reports and Memorandum No. 2884, 1955.

  • Literatur

    P. F. Jordan, in: Jb. d. DGLR 1972, S. 462.

  • Autor/in

    Erich Truckenbrodt
  • Empfohlene Zitierweise

    Truckenbrodt, Erich, "Multhopp, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 575-576 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137911343.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA