Lebensdaten
1870 bis 1953
Geburtsort
Pleß (Oberschlesien)
Sterbeort
Landsberg/Lech
Beruf/Funktion
Maler ; Graphiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119430282 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Münzer, Adolf
  • Münzer, Adolf Franz Theodor
  • Münzer, Adolph
  • mehr

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Zitierweise

Münzer, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119430282.html [24.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Eduard (1829–77), Kreisrichter in Falkenberg, Rechtsanwalt u. Notar in P., S d. Georg (* 1790), Gerber in Oppeln, u. d. Dorothea Wieczorek (* 1801);
    M Bertha (1842–90), T d. Gottfried Frenzel (1816–65), Wirtschaftsinsp. in Hohenliebenthal, u. d. Charlotte Bittner (1817–84);
    Schw Eva (1867–1932), Vinzentinerin in Metz;
    B Alfred (1868–1924), Gymnasialdir. in Rybnik (Oberschlesien);
    München 1908 Marie Therese („Mimi“, 1878-1958, 1] N. N. Dreesen), T d. österr. Offz., Schriftst. u. Malers August Hoffmann v. Vestenhof u. d. Maria Fiala;
    2 S Florian (1909–44, ⚔), Dr. phil., Wolfgang (1916–94), Dipl.-Ing., Richter am Bundespatentger.;
    E Florian (* 1948), Schausp., Regisseur.

  • Leben

    M. besuchte in Breslau das Gymnasium bis zum „Einjährigen“, absolvierte eine Lehre als Dekorationsmaler und begann eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule. 1890 ging er an die Kunstakademie in München, wo Karl Raupp, Otto Seitz und Paul Höcker, der mit seinen Schülern Studien vor der Natur machte, seine Lehrer waren. Seit 1896 arbeitete M., dessen zeichnerisches Talent anfangs vorherrschte, als Illustrator für den „Simplicissimus“ und besonders für Georg Hirths „Jugend“. 1899 schloß er sich mit Fritz Erler u. a. zur Vereinigung „Die Scholle“ zusammen, mit der er 1900-09 regelmäßig im Münchener Glaspalast ausstellte. 1900-02 ermöglichte ihm Hirth einen Studienaufenthalt in Paris, wo er von Steinlen, Toulouse-Lautrec und Chéret beeinflußt wurde. In seinen Illustrationen bevorzugte er noch mehr als bisher Themen aus der kultivierten, bürgerlich-eleganten, mondänen Welt, gestaltete Künstlerfeste und entwarf Plakate (u. a. für Faschingsfeste im Dt. Theater). 1909-32 leitete M., nun Mitglied der Künstlervereinigung „Malkasten“, die Malklasse der Kunstakademie in Düsseldorf. Akademiedirektor Fritz Roeber, der noch in der Tradition des 19. Jh. stand, bestärkte ihn in der Porträt- und besonders in der Monumentalmalerei. M. schuf für eine Reihe von öffentlichen Gebäuden Wand- und Deckengemälde mit mythologischer und allegorischer Thematik: in Düsseldorf für das Landeshaus, das Malkasten-Vereinshaus und den Hauptbahnhof, in München für das Park-Kasino, in Stuttgart für Littmanns Hoftheater, in Gleiwitz für das Haus Oberschlesien; sie wurden im 2. Weltkrieg zerstört. Erhalten sind nur das Deckengemälde (1909) und acht Wandbilder (1919) im Plenarsaal des Regierungsgebäudes in Düsseldorf. Seitdem Walter Kaesbach, ein Förderer der Moderne, 1924|die Akademieleitung übernommen hatte, schwand M.s Einfluß. 1938 zog er mit seiner Familie nach Holzhausen, wo er – wie weitere Künstler der „Scholle“ – seit 1902 ein Ferienhaus besaß. Seine späten Bilder, häufig Personen im Wald darstellend, erreichten nicht mehr die Lebendigkeit und Grazie, Farbigkeit und Originalität der „Scholle“-Zeit.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Aachen 1931), Ehrenbürger v. Rieden/Ammersee.

  • Werke

    u. a. Die Badende, 1905 (Museo Civico, Venedig);
    Im Birkenwald, 1905 (Neue Pinakothek, München);
    d. meisten Gem. u. Zeichnungen sowie d. hs. Erinnerungen (ca. 1950) in Privatbes.

  • Literatur

    G. Hirth (Hrsg.), 3000 Kunstbll. d. Münchner „Jugend“, 1908, S. 194-223;
    Kat. d. farbigen Kunstbll. aus d. Münchner „Jugend“, 1916;
    G. J. Wolf, in: Velhagen & Klasings Mhh. 39, 1924/25, S. 513-28;
    E. Zahn (Hrsg.), Facsimile-Querschnitt durch d. „Jugend“, 1966;
    E. Trier (Hrsg.), 200 J. Kunstak. Düsseldorf, 1973;
    G. Knopp, Das Reg.gebäude in Düsseldorf, in: Dt. Kunst u. Denkmalspflege 33, 1975;
    W. Münzer, in: 1200 J. Holzhausen am Ammersee, 1976, S. 76-79;
    Ruth Stein, Leo Putz, Ausst.kat. Meran 1980;
    dies., Die Scholle, Ausst.kat. Eppan 1991;
    M. Weisser, Titelbll. d. „Jugend“, Dokumente z. gesellschaftl. Situation u. Lebensstimmung d. Jh.wende, 1981;
    E. Koenigsfeld, A. M. u. d. Fresken im Hotel „Haus Oberschlesien“ in Gleiwitz, in: Schlesien 4, 1986, S. 229-35;
    S. Schroyen (Bearb.), Qu. z. Gesch. d. Künstlervereinigung Malkasten, 1992;
    ThB.

  • Portraits

    Selbstbildnis, Ölgem. (Fam.bes.).

  • Autor/in

    Franz Menges, Edith Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz; Schmidt, Edith, "Münzer, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 555 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119430282.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA