Lebensdaten
1823 bis 1907
Geburtsort
Leisnig (Sachsen)
Sterbeort
Freiberg (Sachsen)
Beruf/Funktion
Montanwissenschaftler ; Geologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 120688026 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Karl Herrmann
  • Mueller, Carolus Hermannus
  • Müller, Carl Herrmann
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Müller, Karl Herrmann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120688026.html [18.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Gottlieb Benjamin, Lehrer an d. Stadtschule zu L., S d. Johann Christoph, Schullehrer u. Organist in Eilenburg (Sachsen);
    M Christiane Wilhelmine, T d. Johann Gottfried Hofmann, Bgm. u. Vorwerksverwalter in L.;
    Dresden 1855 Clara Caroline, T d. Carl August Rehbock, Bürger u. Hptm. in Dresden;
    3 T.

  • Leben

    Vom Vater angeregt, entwickelte M. bereits als Schüler Interesse für die Geologie seiner näheren Heimat. Folgerichtig entschied er sich nach dem Besuch des Thomas-Gymnasiums zu Leipzig 1841 für das Studium der Geologie und des Bergbaus an der Bergakademie Freiberg, welches er 1845 erfolgreich abschloß. August Breithaupt, Bernhard v. Cotta, Julius Weisbach und Ferdinand Reich waren die akademischen Lehrer, die ihn besonders prägten; den größten Einfluß auf seine weitere Entwicklung aber hatten Karl v. Weißenbach, der Begründer der Morphologie der Erzgänge, und Johann Carl Freiesleben, der hervorragende Kenner der sächs. Erzgruben. Es schloß sich ein Jahr bergbaupraktische Tätigkeit auf der Erzgrube „Churprinz Friedrich August Erbstolln“ in Großschirma bei Freiberg an, bevor er im September 1846 vom Oberbergamt Freiberg mit ganggeologischen Untersuchungen beauftragt wurde, die sich auf alle sächs. Erzreviere erstreckten und deren Ergebnisse er 1850 im ersten Band der „Gangstudien“ v. Cottas veröffentlichte.

    Ende 1851 wurde M. als Assessor an das Bergamt Schneeberg berufen, wo er sich besonders der Untersuchung der dortigen Silber-Kobalt-Erzgänge widmete. Die Ergebnisse veröffentlichte er 1860 als Monographie in Band III der „Gangstudien“. 1853 erfolgte seine Berufung an das Bergamt Freiberg und gleichzeitig zum Mitglied der dort tätigen Ganguntersuchungskommission, die 1846 von Berghauptmann Constantin v. Beust ins Leben gerufen worden war. Für diese Institution führte M. 1858-67 eine geologische Spezialaufnahme des Freiberger Bergreviers im Maßstab 1:12 000 auf der Basis der bergamtlichen Verleihungsrisse durch, die vor allem wegen der Darstellung älterer, nicht mehr vorhandener Aufschlüsse auch bei der späteren geologischen Landeskartierung im Maßstab 1:25 000 von großem Wert war. Zu seinen Aufgaben am Bergamt gehörten aber auch die Lösung bergbautechnischer Probleme und die Leitung bergbaulicher Arbeiten als Obereinfahrer (seit 1858) und Bergmeister (seit 1869). 1873 wurde er zum Bergamtsrat und 1876 zum Oberbergrat ernannt. So war M. 1871-78 für die Leitung der beiden fiskalischen Erzgruben „Churprinz Friedrich August“ in Großschirma und „Beihilfe“ bei Halsbrücke verantwortlich. In diese Zeit fallen seine Untersuchungen zur untertägigen Sprengung mit Nitroglyzerin und Dynamit sowie die durch ihn bewirkte Einführung des Maschinenbohrens im Freiberger Revier.

    Zu den für die Geologie Sachsens wichtigsten Arbeiten M.s gehören die seit 1877 erfolgte Kartierung sämtlicher Erzgänge in den Blättern der neuen geologischen Spezialkarte Sachsens und seine in diesem Zusammenhang verfaßten Monographien über markante Erzreviere. Am bekanntesten sind seine ausführlichen Abhandlungen über die Lagerstätten von Berggießhübel (1890), Annaberg (1894) und Freiberg (1901). M. erbrachte den Nachweis der Beziehungen zwischen Thermalquellen und Erzgängen, wodurch er die Hydrothermaltheorie entscheidend stützen konnte. Seine verbesserte Systematisierung der Gangformationen des Erzgebirges ist in ihren Grundzügen bis heute gültig.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Bergrat (1901); Dr.-Ing. E. h. (TH Dresden 1907).

  • Literatur

    R. Beck, in: Zs. f. prakt. Geol. 15, 1907, S. 169-74 (W-Verz., P);
    C. Schiffner, Aus d. Leben alter Freiberger Bergstudenten I, 1935, S. 35-37 (P);
    W. Serlo, Männer d. Bergbaus, 1937;
    W. Schellhas, in: Kal. Sächs. Gebirgsheimat, 1973, 4. Januar-Bl. (P);
    L. Baumann u. G. Weinhold;
    in: Abhh. d. Staatl. Mus. f. Mineral. u. Geol. zu Dresden 31, 1982, S. 199-213 (W-Verz., auch ungedr. Schrr.);
    H. Richter, in: Zs. f. geolog. Wiss. 16, 1988, S. 127-32 (P);
    H. Hofmann, in: Hochschulstadt 31, 1988, Nr. 4, S. 7 (P). – Eigene Archivstud. (Pfarramt Leisnig;
    Hochschularchiv Bergak. Freiberg;
    Stadtarchiv Freiberg).

  • Autor/in

    Heinz Meixner
  • Empfohlene Zitierweise

    Meixner, Heinz, "Müller, Karl Herrmann" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 445 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120688026.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA