Lebensdaten
1803 bis 1864
Geburtsort
Tirschenreuth (Oberpfalz)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
katholischer Theologe ; Hofkaplan
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 122402995 | OGND | VIAF: 42719122
Namensvarianten
  • Müller, Joseph Ferdinand
  • Müller, Joseph Ferdinand
  • Müller, Josef Ferdinand

Orte

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Zitierweise

Müller, Joseph Ferdinand, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122402995.html [22.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Nikolaus (Miller) (1766–1809), Schmied in T., S d. Andreas Miller (um 1733–1811), Schmied in Wernersreuth, u. d. Maria Katharina Heinl (um 1735–95) aus Königsberg;
    M Maria Theresia (1768–1850), T d. Joseph Anton Riedl (1733–1805), Wollmacher in T., u. d. Maria Elisabeth Gikelberger (* 1738); Stief-V (seit 1810) Franz Rösch.

  • Leben

    M. verdankte Studium und höhere Bildung Münchner Verwandten. Diesen zuliebe suchte er als Theologiestudent bei Erzbischof Gebsattel um Aufnahme in die Münchner Erzdiözese nach, die ihm seiner guten Zeugnisse wegen gewährt wurde. Seit 1830 Priester und zunächst Koadjutor in Rosenheim, kam er bald als Religionslehrer zu den Lehrjungen am Bürgersaal und danach als Katechet an die Knabenschule am Kreuz nach München. 1833-41 war er Krankenkurat am Münchner Dom. Im Cholerajahr 1837 zeichnete er sich durch solch hingebungsvollen Eifer aus, daß ihn die Chronik der Erzdiözese in ihrem Schematismus erwähnte. Als einer der ersten in Bayern wurde M. für die seit den 20er Jahren des 19. Jh. auflebenden Bestrebungen gewonnen, den kath. Missionen vor allem in Nordamerika zu helfen. Zu deren Gunsten traten in Frankreich 1822 das „Oeuvre de la Propagation de la Foi“, in Österreich 1827 die „Leopoldinenstiftung“ und 1838 der von|Kg. Ludwig I. gegründete „Ludwigsverein zur Unterstützung der auswärtigen kath. Missionen“ (später „Ludwig-Missionsverein“, heute „Missio“) ins Leben. M. gehörte zu den Wegbereitern des bayer. Missionswerks und wurde bei seiner Gründung dessen erster Sekretär. Die Berufung zum Hofkaplan an die Maxburgkapelle 1841, die ihn lediglich zu Beichtstuhl und Sonntagshomilien verpflichtete, gab ihm Zeit, sich ganz dem Missionsverein zu widmen, dessen Geschäftsführer er 1845-55 war. Als solcher erwarb er sich große Verdienste um die kath. Kirche in den USA. Auf seine Initiative gründeten bis 1855 sieben deutsche Ordensgemeinschaften in den USA Klöster. Alle wirken noch heute in ungezählten kath. Gemeinden, Pfarrschulen, Kollegien und Seminaren, Krankenanstalten, Waisenhäusern und Altenheimen Amerikas. Der Ludwig-Missionsverein sammelte in den ersten 25 Jahren seines Bestehens 2 383 356 Gulden für die Missionen; ein Großteil dieser Summe floß den Deutschen in der Neuen Welt zu. Doch vergaß M. darüber die Missionen in anderen Kontinenten keineswegs. Aufsehen erregte seine Aktion, Negermädchen aus der Sklaverei loszukaufen und in bayer. Frauenklöstern erziehen zu lassen.

  • Literatur

    W. Mathäser, J. F. M., e. Schrittmacher d. Auslandsdeutschen-Seelsorge, in: Jb. d. Reichsverbandes f. d. kath. Auslanddeutschen 1935, 1935, S. 145-63;
    ders., Der Ludwig-Missionsver. in d. Zeit Kg. Ludwigs I. v. Bayern, 1939, S. 279-313;
    Mission aktuell, 1982, H. 4 (P).

  • Autor/in

    Willibald Mathäser
  • Empfohlene Zitierweise

    Mathäser OSB, Willibald, "Müller, Joseph Ferdinand" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 432 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122402995.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA