Lebensdaten
1918 – 1992
Geburtsort
Siegburg
Sterbeort
Kirchzarten
Beruf/Funktion
Nationalökonom
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118836552 | OGND | VIAF: 205395301
Namensvarianten
  • Müller, Josef Heinz
  • Müller, Heinz
  • Müller, J. Heinz
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Müller, J. Heinz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118836552.html [26.02.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (* 1888) aus Immekeppel b. Mülheim, S d. Johann u. d. Josefine Schöneseifen;
    M Josefine (* 1891) aus S., T d. Heinrich Milz u. d. Gertrud Steuer;
    Marburg 1945 Marianne (* 1921), T d. Verwalters Peter Kalker u. d. Anna Schäfer;
    4 T.

  • Biographie

    Nach dem Abitur leistete M. seinen Wehrdienst ab, der mit einer schweren Kriegsverletzung endete. Noch in den Kriegsjahren studierte er Nationalökonomie an den Universitäten Bonn, Köln und Marburg. Im Anschluß an das Diplomexamen an der Univ. Bonn 1945 war er als Abteilungsleiter im Arbeitsamt Bonn tätig und promovierte 1946 zum Dr. rer. pol. 1949 habilitierte er sich im Fach Volkswirtschaftslehre. 1955 erreichte den Dozenten der Univ. Bonn ein Ruf als Nachfolger auf dem Lehrstuhl Walter Euckens in Freiburg, den er bis zu seiner Emeritierung 1986 innehatte. Der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät und später der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät stand er mehrfach als Dekan vor. M. hat als akademischer Lehrer zahlreiche Studentengenerationen geprägt. 1955-66 war er Direktor des für ihn eingerichteten Instituts für Allgemeine Wirtschaftsforschung, danach Direktor des Instituts für Regionalpolitik und Verkehrswissenschaft. Hervorzuheben ist seine Tätigkeit als Mitglied der Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Hannover, und hier speziell als Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg und als Mitglied des Wissenschaftlichen Kuratoriums. Seit 1968 wirkte M. als langjähriger Vorsitzender der Sektion für Wirtschafts- und Sozialwissenschaft der Görres-Gesellschaft.

    Als Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler hatte M. weitgespannte Interessen, die nicht nur die von ihm zu vertretenden mikro- und makroökonomischen Lehr- und Forschungsgebiete umfaßten, sondern auch viele Problemstellungen der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Sowohl die theoretischen als auch die wirtschafts- und sozialpolitisch angelegten Arbeiten M.s zeichnen sich aus durch eine strenge, methodisch geschulte Analytik sowie durch ein ständiges Bemühen um praktische Anwendbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse. Schwerpunkte seiner wirtschaftspolitischen Forschungen lagen auf den Gebieten der Ordnungspolitik, der sektoralen Strukturpolitik, der Regionalpolitik sowie der Verkehrspolitik. Im Rahmen seiner sozialpolitischen Forschungen zeigte M. besonderes Interesse für Fragen der Einkommens- und Vermögensverteilung und ihrer Beeinflußbarkeit sowie für Probleme der sozialen Sicherung, insbesondere der Rentenversicherung. Er war ein engagierter, vielgefragter Gutachter und Politikberater, der in zahlreichen Arbeitskreisen, Kommissionen und Kontaktseminaren tätig war.

    Die Wirtschaft war für M. kein autonomer Bereich der Gesellschaft. Sie sollte vielmehr in einen politisch gestaltbaren Ordnungsrahmen eingefügt sein, der dem individuellen Freiheitsverlangen und dem marktwirtschaftlichen Steuerungspotential einen möglichst großen Spielraum einräumt, der aber auch dem Anspruch auf soziale Gerechtigkeit ein institutionalisiertes Fundament gibt, damit die Ergebnisse des Wirtschaftsprozesses nicht den gesellschaftlichen Konsens stören können. In dem für die innere Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland so bedeutsamen Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft hat M. stets eine Ordnungskonzeption gesehen, die in ihrer konkreten Ausformung auch den Prinzipien der kath. Soziallehre – Personalität, Subsidiarität und Solidarität – verpflichtet ist. M.s wissenschaftliche Arbeit, aber auch seine Religiosität verband sich mit Realitätssinn, Pflichtgefühl und einem ausgeprägten Bewußtsein sozialer Verantwortung.

  • Werke

    u. a. Nivellierung u. Differenzierung d. Arbeitseinkommen in Dtld. seit 1925, 1954;
    Einf. in d. Volkswirtsch.lehre, 1955 (mit E. v. Beckerath);
    Die statist. Problematik d. internat. Reallohnvergleiche,|1957;
    Das dt. Volkseinkommen 1851-1957, 1959 (mit W. G. Hoffmann);
    Vom Geld u. vom Kapital, 1962 (mit O. v. Nell-Breuning);
    Regionale Strukturpol, u. wirtsch. Wachstum in d. Marktwirtsch., 1965 (mit N. Kloten u. a.);
    Wirtsch. Grundprobleme d. Raumordnungspol., 1969;
    Regionale Strukturpol, in d. Bundesrepublik, Krit. Bestandsaufnahme, 1973;
    Einf. in d. Volkswirtsch.lehre, 121990 (mit H. Peters);
    zahlr. Aufsätze in Sammelwerken u. Fachzss. – Mithrsg.: Staatslex., ⁷1985-89.

  • Literatur

    Wirtsch. Strukturprobleme u. soz. Fragen, Analyse u. Gestaltungsaufgaben, J. H. M. z. 70. Geb.tag, hrsg. v. J. Klaus u. P. Klemmer, 1988 (P);
    W. J. Mückl, in: Jahres- u. Tagungsber. d. Görres-Ges., 1993, S. 116-19.

  • Autor/in

    Wolfgang J. Mückl
  • Zitierweise

    Mückl, Wolfgang J., "Müller, J. Heinz" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 408-409 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118836552.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA