Lebensdaten
1902 bis 1951
Geburtsort
Witten-Heven/Ruhr
Sterbeort
Kassel
Beruf/Funktion
Markscheider
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 132322412 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Hans

Orte

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Zitierweise

Müller, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd132322412.html [16.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Carl, Ing., Eisenbahnwerkführer, Maschineninsp. in W.;
    M Lina Werth;
    Sulzbach/Saar 1930 Johanna Becker.

  • Leben

    Nach dem Abitur am Realgymnasium in Witten begann M. 1920 eine 1½jährige bergmännische und markscheiderische praktische Tätigkeit auf verschiedenen Schachtanlagen in Witten und Bochum-Werne und nahm im Wintersemester 1921/22 das Studium in der Fachrichtung Bergbau an der TH Berlin auf. Wegen wirtschaftlicher Erschwernisse unterbrach er nach vier Semestern für zwei Jahre das Studium, um in der Markscheiderei der Harpener Bergbau AG, Schachtanlage Heinrich-Gustav in Bochum-Werne, zu arbeiten. Seit 1926 studierte er weitere vier Semester Bergbau an der TH Berlin und legte im Februar 1928 die Diplom-Hauptprüfung ab. In seiner Diplomarbeit hatte er die Aus- und Vorrichtung von zwei neuen Sohlen für die Zeche Heinrich-Gustav zu entwerfen. Im September 1928 erwarb M. beim Oberbergamt Dortmund die Konzession als Markscheider, um anschließend im Kasseler Bergbaurevier als konzessionierter Markscheider tätig zu sein. 1929 kehrte er ins Ruhrgebiet zurück und arbeitete ein Jahr lang als Grubensteiger auf der Zeche Mansfeld in Bochum-Langendreer.

    Von Mai 1930 bis September 1931 war M. wissenschaftlicher Assistent am Institut für Markscheidewesen der Bergakademie Clausthal. Nach einer weiteren mehrmonatigen markscheiderischen Tätigkeit im Kasseler Revier promovierte er im Juli 1932 mit der Dissertation „Die Gangverhältnisse des Blei- und Zinkerzbergwerks Hilfe Gottes bei Grund im Harz und ihr Zusammenhang mit der Tektonik“ an der Bergakademie Clausthal zum Dr.-Ing. Danach war er noch ein Jahr als Markscheider bei den Rhein. Stahlwerken in Essen tätig, wo er bereits intensiv an neuen Normen für das Markscheidewesen arbeitete. Zu Beginn des Jahres 1933 wurde M. Assistent am Institut für Markscheidewesen und Bergschadenkunde der TH Berlin, wo er im Januar 1935 seine Habilitationsschrift zum Thema|„Das markscheiderische Rißwesen“ einreichte. Im April 1935 wurde er dort Privatdozent und im November 1935 zum o. Professor für Markscheidewesen und Bergschadenkunde der Bergakademie Freiberg und zum Direktor des gleichnamigen Institutes berufen. Aus der Zeit seiner zwölfjährigen Lehr- und Forschungstätigkeit an der Bergakadmie stammen seine wichtigsten fachwissenschaftlichen Veröffentlichungen, die vor allem das bergmännische Riß-, Karten- und Planwerk und seine Nutzung für betriebstechnische und betriebswirtschaftliche Entscheidungen im Bergbau betreffen. Neben Untersuchungen zum Flachrißproblem ist sein richtungsweisender Beitrag „Die Sonderrisse“ im Band „Rißmuster für Markscheidewesen zu den Normen DIN BERG 1901-1940“ (1942) besonders hervorzuheben. Es ist den Erkenntnissen von M. zu verdanken, daß der Flachriß – auf exakte geometrische Grundlage gestellt – bei der Darstellung der Abbaue in halbsteiler Lagerung zunehmend an Bedeutung in der markscheiderischen Praxis gewann. Die Vorschläge M.s zur inhaltlichen Gestaltung der Grubenrisse fanden später ihren Niederschlag in den Normen für die Herstellung und Ausgestaltung des bergmännischen Rißwerks (DIN 21900).

    Im Januar 1947 ließ sich M. aus gesundheitlichen Gründen von seinen Verpflichtungen an der Bergakademie Freiberg entbinden. Nach kurzer markscheiderischer Tätigkeit bei der Gelsenkirchener Bergwerks-AG, Gruppe Dortmund, übernahm er 1948 freiberuflich ein Büro für Markscheidewesen in Kassel, bis ihm 1950 vom Oberbergamt Dortmund die Stellung eines Berg- und Vermessungsrates übertragen wurde. Daneben war er seit 1948 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Feinmechanischen Werkstätten Otto Fennel Söhne, Kassel, tätig.|

  • Auszeichnungen

    Vors. d. Dt. Markscheider-Ver. (1951)

  • Werke

    Auszug aus d. Diss. in: Zs. f. Berg-, Hütten- u. Salinenwesen 80, 1932, S. 314-28;
    Aufsätze in d. Zss. „Glückauf (1938–40) u. „Mitt. aus d. Markscheidewesen“ (1933-48).

  • Literatur

    C. Schiffner, Aus d. Leben alter Freiberger Bergstudenten III, S. 125-27, 1940 (P), Erg.bd., 1971, S. 409;
    O. Niemczyk, in: Mitt. aus d. Markscheidewesen 58, 1951, S. 186-90 (W, P);
    K. Neubert, in: Bergak. Freiberg, FS zu ihrer Zweihundertjahrfeier, I, 1965, S. 199-201;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1941;
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Heinz Meixner
  • Empfohlene Zitierweise

    Meixner, Heinz, "Müller, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 399-400 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132322412.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA