Lebensdaten
1801 - 1873
Geburtsort
Köln
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Parfümeriefabrikant ; Unternehmer
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 137683928 | OGND | VIAF: 245929460
Namensvarianten
  • Mülhens, Peter Joseph
  • Mülhens, Peter Joseph
  • Mülhens, Peter Josef
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Zitierweise

Mülhens, Peter Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137683928.html [27.09.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (s. 1);
    Frankfurt/Main 1840 Emily (1820–59), T d. Ferdinand Ries (1784–1838), Komp. u. Pianist, Dir. d. Cäcilienver. in Frankfurt/Main, mehrfach Leiter d. Niederrhein. Musikfeste (s. MGG; Riemann), u. d. Harriet Mangeon (1797–1863);
    2 S, 8 T, u. a. Ferdinand (s. 3), Caroline (1848–1926, Ernst Michels, 1844–1918), Julius (1851–1910), 1883-89 Teilh. d. Unternehmens.

  • Leben

    M. absolvierte eine kaufmännische Ausbildung in einem Kölner Handelsgeschäft. Nach der Übernahme der väterlichen Firma im Jahr 1821 unternahm er einige in- und ausländische Reisen, um den Absatzmarkt auszudehnen. Vermutlich erbrachte das Geschäft mit Kölnisch Wasser keine ausreichende Rendite, da M. anfangs auch noch mit anderen Waren handelte, u. a. mit Wein und Mineralwasser. Um sich von der stärker werdenden Konkurrenz abzusetzen, versuchte der technisch und künstlerisch begabte M., die Besonderheit des eigenen Produkts herauszustellen. Diese Entwicklung begann mit der Einführung der charakteristischen sog. „Kropf-Molanus-Flasche“. 1839 wurde erstmals ein farbiges Etikett für eine Kölnisch Wasser-Flasche gedruckt, das M. entworfen hatte. Bis in die 90er Jahre wurde es als „Gothisches Grüngold-Etikett“, danach als „Blaugold“ bezeichnet. M. nahm auch die Bourbonen-Lilien in das Etikett auf, die auf das dem Vater verliehene Diplom des franz. Königshauses zurückgingen. Die Vertreter erhielten zum Aushang in ihren Geschäftslokalen ein Zertifikat mit einem über Köln schwebenden Engel, der|die Zahl 4711 aus einer Tuba hinausblies. Die Unsicherheit des Marktes und die starke Konkurrenz veranlaßten M., zusätzliche wirtschaftliche Aktivitäten aufzunehmen. Im benachbarten Ehrenfeld errichtete er eine Gold- und Politurleistenfabrik. In den 50er Jahren nahm der Export zu. Insbesondere in Indien und Niederländisch-Indien, allerdings unter dem Namen der jeweiligen Vertriebsfirmen, wurde nun Kölnisch Wasser abgesetzt. Eine Beteiligung an einem Unternehmen in Grasse diente der Versorgung mit Rohstoffen. In Ost- und Südosteuropa erschloß M. neue Märkte. In Köln errichtete er 1854 neben dem Stammhaus ein größeres Geschäftshaus als neuen Hauptsitz der Firma. Wegen des stärker umworbenen Marktes nahm die Konkurrenz der Hersteller von Kölnisch Wasser zu. M., dessen Unternehmen noch immer unter dem Traditionsnamen „Farina“ produzierte, mußte sich diversen Prozessen stellen. Bis zum Reichsoberhandelsgericht wurde um den Namen prozessiert, von dem man glaubte, er sei Garant für den Erfolg. 1862 ließ M. seine Firma unter „Franz Maria Farina in der Glockengasse 4711 der Post gegenüber“ in das Handelsregister eintragen.

    Anfang der 40er Jahre zählte M. zu den Aktionären der liberalen „Rheinischen Zeitung“, deren leitender Redakteur seit Ende 1842 Karl Marx war. Nach einem Jahr wurde die Zeitung von der Zensur verboten. M., der als Vertreter des neuen Bürgertums verstärkt ökonomische Interessen verfolgte, investierte in großem Umfang in die neu entstehenden Industrien, vor allem Verkehrsunternehmen, Bergbaugesellschaften und Versicherungen. Seit 1837 setzte er sich besonders für die Vollendung der Eisenbahnstrecke Bonn-Köln ein, die 1844 eröffnet wurde. Er stand zunächst dem provisorischen Komitee vor und wurde dann, neben Ludolf Camphausen und Heinrich v. Wittgenstein, einer der Direktoren der Bonn-Kölner Eisenbahngesellschaft. Auch in der Direktion der Kölnischen Dampfschlepp-Schiffahrtsgesellschaft und im Verwaltungsrat der Kölnischen Rückversicherungsgesellschaft vertrat M. die Interessen der Anteilseigner.

    M., der 1841-72 mit Ausnahme einer sechsjährigen Unterbrechung Mitglied der Handelskammer zu Köln war, gehörte von 1852 bis zu seinem Tod auch der Kölner Stadtverordnetenversammlung an. Seine Interessen galten hier vor allem der Schul- und Armenverwaltung. Er war auch im Verwaltungsausschuß des Zentral-Dombauvereins tätig und gehörte dem Komitee der Niederrhein. Musikfeste an. Seine besondere Vorliebe galt dem Kölner Karneval, der seit 1823 eine Renaissance erlebte. M. wurde in den „Kleinen Rat“ gewählt, der für die Organisation des Maskenumzuges verantwortlich war. 1827 wurde er Sekretär der Großen Karnevalsgesellschaft. Auch Karnevalslieder stammten aus seiner Feder. 1840 kaufte M. den Wintermühlenhof bei Königswinter und baute diesen mit der Zeit zu einem ansehnlichen Hofgut aus.

  • Literatur

    s. Einl.;
    B.-C. Padtberg, Rhein. Liberalismus in Köln während d. pol. Reaktion in Preußen nach 1848/49, 1985. |

  • Quellen

    Qu. Rhein.-Westfäl. Wirtsch.-archiv, Köln, Slg. Arndt.

  • Autor/in

    Ulrich S. Soénius
  • Empfohlene Zitierweise

    Soénius, Ulrich S., "Mülhens, Peter Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 300-301 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137683928.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA