Lebensdaten
1815 bis 1893
Geburtsort
Danzig
Sterbeort
Philadelphia (Pennsylvania, USA)
Beruf/Funktion
Arzt ; Verleger
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 13800840X | OGND | VIAF: 62072935
Namensvarianten
  • Morwitz, Edward
  • Morwitz, Eduard
  • Morwitz, Edward

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Zitierweise

Morwitz, Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13800840X.html [22.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Wolf David (seit 1814 Morwitz) (1779–1848), Kaufm. in D.;
    M Rebecca Salomon, aus Rabbinerfam in Schlawe;
    Halb-B Jakob (1807–70, s. Gen. 2);
    Marianne (Mirjam) Semon aus D.;
    1 S Joseph, Verleger in Berlin; E d. Halb-B Ernst (s. 2).

  • Leben

    Nach dem Besuch der Grundschule in Danzig, verschiedener Internate in Pommern und weiteren Gymnasialstudien in Danzig nahm M. 1837 in Berlin das Medizinstudium auf. Vorübergehenden Aufenthalten in Halle und Leipzig folgten im Juli 1841 in Berlin das Staatsexamen und die Promotion mit einer Arbeit über Gesichtsfeldausfälle (De scotomatibus). Anschließend arbeitete M. zwei Jahre als Assistenzarzt an der früheren Klinik Ch. W. Hufelands und ließ sich danach als Arzt im westpreuß. Konitz nieder. In diesen Jahren entstanden verschiedene medizinische Abhandlungen sowie eine zweibändige „Geschichte der Medicin“ (1848/49). Als überzeugter Demokrat engagierte sich M. in den politischen Debatten jener Jahre. Nach dem Scheitern der 1848er Revolution bemühte er sich seit 1850 in England und den USA zunächst vergeblich um den Verkauf eines von ihm erfundenen Lademechanismus für Feldgewehre und emigrierte schließlich 1852 endgültig in die USA, wo er sich als praktischer Arzt in Philadelphia niederließ. Durch journalistische Mitarbeit und bald auch die finanzielle Beteiligung am 1838 gegründeten „Philadelphia Demokrat“, der ältesten deutschsprachigen Zeitung der USA, begann M. eine höchst erfolgreiche Karriere, die ihn zu einer führenden Figur im deutschsprachigen Pressewesen von Pennsylvania machte. Seit 1855 brachte er die „Vereinigte Staaten Zeitung“ heraus, bald darauf auch ein literarisches Sonntagsblatt „Die neue Welt“. Vorübergehend waren auch die „Abendpost“, „The Age“ und der demokratische „Pennsylvanian“ in seiner Hand. 1885 soll er schließlich fast 300 deutsch- und englischsprachige Presseorgane besessen oder kontrolliert haben, darunter 8 Tageszeitungen. Große Verkaufszahlen erzielten auch seine deutschengl. bzw. deutsch-amerikan. Wörterbücher. „Morwitz & Co.'s Amerikanischer Dolmetscher, der unfehlbare Rathgeber für Einwanderer und Eingewanderte“ war 1884 bei der 40. Auflage angelangt, das „New American Pocket Dictionary of the English and German Languages“ (1883) erreichte 1911 die 47. Auflage. Auch „Uncle Sam's Almanac“, seit 1873 jährlich herausgebracht, fand zahlreiche Käufer.

    Seinen wachsenden Einfluß machte M. auch politisch geltend, in der Kommunalpolitik von Philadelphia und bei der Mobilisierung der deutschstämmigen Wählerschaft für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Buchanan. Im Bürgerkrieg trat er für die Sache der Nordstaaten ein, wobei er sich besonders für seine eigenen Landsleute einsetzte und sich um die medizinische Versorgung armer deutscher Familien kümmerte. Die von M. 1862 ins Leben gerufene German Press Association nahm neben Verlegern und Herausgebern auch Lehrer und Pfarrer auf und setzte sich die Erhaltung deutscher Schulen und Kirchen und die Verbreitung deutscher Sprache, Literatur und Kultur zum Ziel. Im Deutsch-Französischen Krieg leitete er eine große Kampagne zur Spendensammlung für deutsche Kriegsverwundete ein, die zahlreiche Nachahmer fand und schließlich 600 000 $ aufbrachte. Seine Aktivitäten in der regen jüd. Gemeinde der Stadt blieben dagegen vergleichsweise bescheiden. Er war Mitglied der Knesseth Israel Congregation und gründete 1875 mit dem „Jewish Record“ eine eigene jüdische Zeitschrift, die er 11 Jahre lang leitete.

  • Literatur

    I. Thomas, The History of Printing in America, with a Biography of Printers, and an Account of Newspapers, 2 Bde., 1874 (Neudr. 1970/75);
    A Biographical Album of Prominent Pennsylvanians, Serie 1-3, 1888-90 (P);
    H. S. Morais, The Jews of Philadelphia, Their History from the Earliest Settlements to the Present Time, 1894, S. 197, 338-40;
    C. Wittke, The German Language Press in America, 1957;
    K. J. R. Arndt u. M. E. Olson, Die dt.sprachige Presse Amerikas, I. 31976, S. 67 f., III, 1980;
    DAB;
    Enc. Jud. 1971;
    Altpreuß. Biogr. IV.

  • Autor/in

    Michael Stolberg
  • Empfohlene Zitierweise

    Stolberg, Michael, "Morwitz, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 161 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13800840X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA