Lebensdaten
1514 - 1567
Sterbeort
Freising
Beruf/Funktion
Bischof von Freising
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136921116 | OGND | VIAF: 81185119
Namensvarianten
  • Moritz von Freising
  • Sandizell, Moritz von
  • Moritz von Sandizell
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Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Moritz von Sandizell, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136921116.html [18.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    Aus e. d. ältesten bayer., b. Schrobenhausen ansässigen Ministerialengeschl., seit 1374 in d. bayer. Landschaft urkundl. belegt. – V Sigmund, S d. Moritz v. Sandizell zu Edelshausen;
    M Amalie, T d. Wolfgang v. Weichs u. d. Elisabeth v. Stein zu Ronsberg.

  • Leben

    M. studierte zunächst in Ingolstadt, ehe er 1532 Aufnahmein das Freisinger Domkapitel fand. Seit 1546 Domkapitular, wurde er am 12.6.1559 unter dem Einfluß Hzg. Albrechts V. von Bayern zum Bischof von Freising gewählt und nach Einholung der päpstlichen Konfirmation am 2.3.1561 konsekriert. Als erste große Aufgabe wartete auf den neuen Oberhirten, über dessen Leben und Wirken sich kaum Nachrichten erhalten haben, die Durchführung der „Visitatio Bavarica“ in seinem Bistum. Von Anfang September bis Ende Oktober 1560 versuchte eine aus bischöflichen und herzoglichen Bevollmächtigten zusammengesetzte Kommission, anhand eines umfangreichen Interrogatoriums einen möglichst detaillierten Einblick in die religiöse Situation nach den Wirren der Reformationszeit zu gewinnen. Dabei wurden – ähnlich wie in den anderen unter bayer. Landeshoheit stehenden Teilen des Erzbistums Salzburg und der Bistümer Passau und Regensburg – gravierende Mißstände aufgedeckt, vor allem hinsichtlich der Bildung und Lebensführung zahlreicher Kleriker. Um diese abzustellen und die seit Jahrzehnten, insbesondere von den Landesherrn geforderte Reform der bayer. Kirche endlich in die Wege zu leiten, fanden 1562 drei Kongregationstage in Salzburg statt. In ihrem Verlauf verständigte sich die geistliche und die weltliche Seite zwar auf einige konkrete Maßnahmen, u. a. ein scharfes Mandat gegen den Konkubinat der Kleriker, in der entscheidenden Frage, der Gewährung des Laienkelches, konnte jedoch keine Einigung erzielt werden. Der Freisinger Bischof nahm an den Salzburger Verhandlungen allerdings ebensowenig persönlich teil wie an dem seit Januar 1562 wieder in Trient tagenden Konzil. Hier hielt der bayer. Gesandte Dr. Augustin Paumgartner am 27.6.1562 eine vielbeachtete Rede, in der er unter Berufung auf die Ergebnisse der „Visitatio Bavarica“ eine grundlegende Reform des Klerus, die Zulassung verheirateter Geistlicher und die Gewährung des Laienkelches forderte. Letzteres wurde tatsächlich im April 1564 von Papst Pius IV. bewilligt und in der Folgezeit auch im Salzburger Metropolitanverband eingeführt, jedoch schon 1571 wieder verboten. M., der als tüchtiger Finanz- und Verwaltungsmann galt, aber an seinen geistlichen Aufgaben offensichtlich wenig Interesse zeigte, spielte bei all diesen Maßnahmen keine entscheidende Rolle. Infolgedessen war es nur konsequent, daß Hzg. Albrecht V. bei dem Versuch, seinen Sohn Ernst auf einen Bischofsstuhl zu bringen, an das vor den Toren der Landeshauptstadt gelegene Freising dachte. Im Herbst 1565 gab der Bischof seine Resignation zugunsten des erst elfjährigen Prinzen bekannt; sie wurde im Dezember 1566 nach längeren Verhandlungen auch von Papst Pius V. genehmigt, und somit begann für das Bistum Freising eine neue, durch zwei Jahrhunderte sich hinziehende Reihe von geistlichen Fürsten aus dem Hause Wittelsbach.

  • Literatur

    W. Hundt, Bayrisch Stammen-Buch, Bd. II, Ingolstadt 1586, S. 359;
    C. Meichelbeck, Historia Frisingensis, II/1, Augsburg 1729, S. 326-30;
    A. Baumgärtner, Meichelbeck's Gesch. d. Stadt Freising u. ihrer Bischöfe, 1854, S. 195-97;
    A. Landersdorfer, Das Bistum in d. Epoche d. Konzils v. Trient, in: G. Schwaiger (Hrsg.), Das Bistum Freising in d. Neuzeit, 1989, S. 93-152, bes. 100-14 (L).

  • Portraits

    Rotmarmor-Epitaph in d. Vorhalle d. Freisinger Domes, Abb. b. J. Schlecht, Monumentale Inschrr. im Freisinger Dome, in: 5. Sammelbl. d. Hist. Ver. Freising, VIII. u. IX. Jg., 1900, S. 15 ff.

  • Autor/in

    Anton Landersdorfer
  • Empfohlene Zitierweise

    Landersdorfer, Anton, "Moritz von Sandizell" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 135 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136921116.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA