Lebensdaten
1883 bis 1954
Geburtsort
Mönchengladbach
Sterbeort
Mönchengladbach
Beruf/Funktion
Maschinenbauer
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 137429355 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Monforts, Joseph
  • Monforts, Josef

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Monforts, Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137429355.html [16.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V August (s. 1);
    Mönchengladbach 1933 Maria (1895–1959), T d. Mathias Joseph Blum (1866–1924), Dr. med., Sanitätsrat in M., u. d. Catharina Wallenfang (1870–1953); 1 Adoptiv-S (N) Johann Caspar v. Höbe (* 1915) aus Düttebüll (Angeln), Fabr.

  • Leben

    M. trat kurz nach der Jahrhundertwende in die Firma seines Vaters ein. 1907 verwendete er als erster in größerem Umfang die Kugellagerung im Textilmaschinenbau, und zwar bei der Walzenlagerung in der Rauhmaschine. In dieser Bauweise setzte sich M.s Maschine durch. Gemeinsam mit einer anderen Firma entwickelte M. auch die erste Maschine mit riemenlosem Walzenantrieb. Er konstruierte die breitesten Maschinen mit freitragenden Walzen. Seit 1911 an der Leitung der Firma beteiligt, entwarf er die Gesamtanlage der neuen Textil- und Werkzeugmaschinenfabrik von 1916. Nach dem 1. Weltkrieg entwickelte M. die halbautomatischen Drehbänke in Richtung hoch automatisierter Maschinenstraßen weiter. Ein wichtiger Markt für den Werkzeugmaschinenbau war England. Als das brit. Pfund 1932 fiel und der Export nach England durch Zollschranken erschwert war, gründete M. in Coventry eine eigene Firma für die Herstellung seiner Automaten.

    Seit 1925 war M. alleiniger Geschäftsführer des Unternehmens. Aufgeschlossen für den technischen Fortschritt, schlug er für den 1924 eingeführten elektrischen Antrieb der Textilmaschinen neben den Flachriemen die neuartigen Gummi-Keilriemen vor. 1930 baute er die Kratzenrauhmaschine mit 24-30 kugelgelagerten Walzen für die Weberei und Wirkerei. Er nahm auch den Lizenzbau der Sanforidiermaschine für Zellulosefasern auf. Zur Umgehung der Patente des Amerikaners Sanfor L. Cluett schuf M. 1937 eine Duplex-Anlage, in der er die gleichen Ergebnisse erreichte und ein besonderes Trocknen ersparte. Sein Verfahren fand weite Verbreitung, und das „Monforisieren“ wurde zu einem Begriff der Fachsprache. Für Cord und Velvet schuf M. einen Kompaktor nach amerikan. Vorbild mit glatter Ober- und rauher Unterwalze. 1932 erfand er einen Filzkalander, den er selbst produzierte. Daraus leitete er eine Muldenpresse ab (eine beheizte Quetschwalze wurde hydraulisch gegen eine beheizte Mulde gedrückt). M. förderte auch die Weiterentwicklung der Strich-Gegenstrich-Maschine und machte sich durch sieben Patente (1934–36) um die Meßmaschine verdient.

    Als 1927 eine der Firmen der Interessengemeinschaft den Textilmaschinenbau aufgab, erwarb M. deren Herstellungsrechte, und als 1932 eine weitere Firma aus dem Schlichtmaschinenbau ausschied, übernahm sie M. zusammen mit der Firma W. Schlafhorst & Co. und gründete sie neu als Gebr. Sucker GmbH, Mönchengladbach. Besonders nach 1948 florierte M.s Unternehmen, in dessen Leitung nun auch sein Adoptivsohn Johann Caspar v. Hobe sowie Franz Reiners (1907–91) eintraten. Die Firma war bis Anfang der 80er Jahre Marktführer bei Ausrüstungs- und Aufmachungs-Maschinen für Stückware. Dann wurden vor allem Kontinue-Färbeanlagen und Spannmaschinen gefertigt. Im Werkzeugmaschinenbau liegt der Schwerpunkt der Produktion bei rechnergesteuerten Standard-Drehmaschinen.

  • Werke

    Patente: DRP 384 494 v. 1923 (geteilter Legetisch f. Dublier- u. Legemaschinen);
    395 506 v. 1922 (Gewebe-Prüftisch);
    401 897 u. 431 863 v. 1922/24 (Gewebe-Legemaschine);
    491 589 u. 505 876 v. 1928 (Gewebe-Bürstmaschine);
    573 623 u. 642 895 v. 1932 (Filzkalander);
    617 877, 621 399, 630 322, 651 606, 671 826 u. 682 385 v. 1934-36 (Meßmaschinen f. Textilstoffe);
    644 129/233 u. 675 933 v. 1933/34 (Riemenantriebe f. Trommel-Rauhmaschinen);
    742 495 v. 1941 (Gewebe-Scher- u. Putzmaschine).

  • Literatur

    zu 1) u. 2) 50 J. Monforts 1884-1934 (P);
    W. Bernhard, Appretur d. Textilien, 21967;
    Wenzel. – Mitt. v. J. C. v. Hobe.

  • Autor/in

    Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß
  • Empfohlene Zitierweise

    Seherr-Thoß, Hans Christoph Graf von, "Monforts, Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 34 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137429355.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA