Lebensdaten
1892 bis 1976
Geburtsort
Basel
Sterbeort
Davos (Schweiz)
Beruf/Funktion
Meteorologe
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 143514547 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mörikofer, Walter
  • Mörikofer, W.
  • Mörikofer, Walther

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Zitierweise

Mörikofer, Walter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd143514547.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Peter Paul (1851–1916) aus Frauenfeld Kt. Thurgau. Kaufm. u. Vermögensverwalter in B., S d. Kaufm. Emil Eugen (1822–61) in Marseille u. d. Louise Sulzberger (1830–94);
    M Mathilde (1854–1927). T d. Kaspar Theodor Widmer (1818–79) aus Langrickenbach (Thurgau), Pfarrer in Wolfhalden Kt. Appenzell-Außerrhoden, u. d. Elisabeth Seger (1819–90);
    Basel 1928 Elsbeth (1903–91), Ärztin, T d. Oskar Friedrich Kreis (1872–1958). Arzt in B., u. d. Paula Füglistaller (1876–1941);
    1 S, 1 T, u. a. Andreas (* 1931), Dr. rer. nat., Chemiker.

  • Leben

    Nach dem Abschluß des humanistischen Gymnasiums 1911 studierte M. an der Univ. Basel Mathematik, Physik und Astronomie. Zusätzlich belegte er Vorlesungen über Musik- und Kunstgeschichte und Komposition. 1924 wurde er mit einer Dissertation über die Bandenspektren des Aluminiums promoviert. Während seiner Assistentenzeit (1924–28) am Physikalischen Institut der Univ. Basel kam er 1927 anläßlich einer Sonnenfinsternisexpedition nach Lappland erstmals mit dem Physikalisch-Meteorologischen Observatorium Davos in Berührung. 1928 trat M. dort eine Stelle an, die er bis 1965 betreute, zunächst als Assistent, seit 1929 als Leiter. Das Observatorium war 1907 von dem aus Königsberg stammenden Privatgelehrten Carl Dorno gegründet worden, um die vielgerühmte Heilwirkung des Davoser Klimas zu erforschen. Dorno leitete und finanzierte das Institut bis zu seinem Rücktritt im Jahre 1926. Anschließend wurde das Observatorium mit dem bereits 1922 in Davos ins Leben gerufenen Schweizer. Institut für Tuberkuloseforschung vereinigt und bildete mit diesem zusammen das als Stiftung organisierte „Schweizerische Forschungsinstitut für Hochgebirgsklima und Tuberkulose in Davos“.

    M. setzte die von Domo 1915 begonnene systematische Registrierung der direkten Sonnenstrahlung von Davos zur längsten existierenden ununterbrochenen Strahlungsmeßreihe fort. Zudem erweiterte er das Meßprogramm auf alle Hauptkomponenten der terrestrischen Strahlungsbilanz. Zusammen mit seinen Mitarbeitern Paul Bener, Peter Courvoisier und Hugo Wierzejewski leitete er eine erhebliche Verbesserung der Meßtechnik ein, die den Davoser Instrumenten Weltruf verschaffte und auch eine Fabrikation in eigener Regie erlaubte. Auf Wunsch der Meteorologischen Weltorganisation lud das Observatorium Fachleute aus aller Welt mit ihren Instrumenten zu Vergleichsmessungen nach Davos ein (1959 und 1964).

    In der Bioklimatologie und der medizinischen Meteorologie wurden unter M.s Leitung ausgedehnte Untersuchungen angestellt. Sie umfaßten u. a. die Weiterführung der von Domo begonnenen Messungen der „Abkühlungsgröße“ mit dem nun verbesserten „Davoser Frigorimeter“. Sodann betrafen sie die Klimatologie der Sonnenscheinverhältnisse der ganzen Schweiz und eine grundlegende Analyse des Klimas aller heilklimatischen Kurorte und deren Charakterisierung. In der Frühphase der sich in Davos entwickelnden Schnee- und Lawinenforschung (1935–40) bot M. wertvolle Unterstützung und leistete mit seinen Mitarbeitern (insbesondere Ch. Thams) Beiträge zur Bestimmung der thermischen Eigenschaften der Schneedecke und zur Höhenabhängigkeit der Schneehöhe.

    An der Univ. Basel hielt M. Vorlesungen über medizinische Klimatologie (seit 1942 als Ehrendozent). 1950 war er Jahrespräsident der Schweizer. Naturforschenden Gesellschaft, ferner zeitweise Präsident des Schweizer. Landeskomitees der Internationalen Union für Geodäsie und Geophysik. International erlangte M. führende Funktionen als Präsident der Subkommission für Strahlungsforschung der Internationalen Meteorologischen Organisation (seit 1951 Meteorologische Weltorganisation) und der Strahlungskonimission der Internationalen Union für Geodäsie und Geophysik (IUGG).

  • Werke

    u. a. Das Hochgebirgsklima, in: A. Loewy, Physiol. d. Höhenklimas, 1932, S. 12-65;
    Meteorolog. Strahlungsmeßmethoden, in: Hdb. d. biolog. Arbeitsmethoden II, T. 3, 1939, S. 4005-245;
    Gesichtspunkte z. Klassifikation d. Klimakurorte, in: Ann. d. Schweizer. Ges. f. Balneol. u. Klimatol. 44/45, 1955-56, S. 45-64 (Grundlage f. „Das Kleoine Klimabuch d. Schweiz“, bearb. durch d. Eidgenöss. Gesundheitsamt Bern, 1961);
    Das Physikal.-Meteorolog. Observatorium Davos, in: 100 J. Meteorol. in d. Schweiz 1864-1963, hrsg. v. d. Schweizer. Meteorolog. Zentralanstalt Zürich, 1964.

  • Literatur

    E. Flach, in: Davoser Revue 37, 1962/63, Nr. 1/2, S. 223;
    H. Ferdmann, Vom Observatorium Davos, ebd. 41, 1966. Nr. 9/10, S. 205-08;
    dies., In memoriam W. M. (mit Abdankungsansprache v. M. de Quervain), ebd. 51, 1976, Nr. 2, S. 98-101;
    M. Pfister. in: Davoser Persönlichkeiten, 1981, S. 62 f.;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1976;
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Marcel de Quervain
  • Empfohlene Zitierweise

    Quervain, Marcel de, "Mörikofer, Walter" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 673 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd143514547.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA