Lebensdaten
1839 bis 1908
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Bürgermeister von Hamburg
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 119025477 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mönckeberg, Georg
  • Mönckeberg, Johann Georg
  • Mönckeberg, Georg
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Mönckeberg, Johann Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119025477.html [18.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (1807–86), D. theol., Pastor an St. Nikolai in H. (s. ADB 52), S d. Johann Georg (1767–1842), Advokat u. Senator in H., Mitgl. d. Schiedsger. d. Dt. Bundes (s. ADB 22), u. d. Catharina Magdalene Graepel (1767–1835);
    M Johanna Louise (1812–97), T d. Anton Diederich Schröder (1779–1855), Kaufm. u. Oberalter in H., u. d. Marie Elisabeth Gabe (1785–1834);
    Ur-Gvm Christian Matthias Schröder (1742–1821), Kaufm. u. Bgm. in H.;
    B Rudolf (1846–1917), Rechtsanwalt, seit 1892 Mitgl. d. Bürgerschaft in H.;
    Hamburg 1867 Mathilde (1846–1923), Adoptiv-T d. Adolf Tesdorpf (1811–87), Kaufm. u. Senator in H., u. d. Therese Mönck (1817–88), T d. Carl Friedrich Borberg (1800–50), Prof. an d. Kantonsschule St. Gallen, u. d. Susette Reithardt;
    4 S, 5 T, u. a. Carl (1873–1939), Jurist u. Schriftst. (Kollektiv-Ps. Karl Andres gemeinsam mit André Jolles), Redakteure d. „Neuen Hamburger Ztg.“, Mitgl. u. Syndikus d. Bürgerschaft in H. (s. Brümmer; Kosch, Lit.-Lex.3), Johann Georg (1877–1925), Prof. f. Pathol. an d. Univ. Bonn (s. Wi. 1922), Adolf (1881–1914, Vilma Pratl, 1892–1985, Schausp., Lektorin f. Sprecherziehung an d. Univ. Hamburg, Bundesvors. d. Welt-Mütter-Bewegung, s. Kosch, Lit.-Lex.3), Dr. iur. et phil., Maria (1870–1921, Richard Berckemeyer, 1867–1946, Kaufm. in H., Vorstandsmitgl. d. Dynamit AG, s. Wenzel), Mathilde (1879–1958, 1] André Jolles, 1874–1946, niederländ. Kunst- u. Lit.wissenschaftler, s. NDB X, 2] Emil Wolff, 1879–1952, Prof. f. Anglistik and. Univ. Hamburg, s. Wi. 1951), Susanne (1868–1959, Johannes Semler, 1858–1914, Dr. iur., Rechtsanwalt in H., nat.liberales Mitgl. d. Reichstags 1900–14, s. Wi. 1914), Therese (1875–1968, Otto Frhr. v. Ledebur, 1869–1943, Gen.-Lt.).

  • Leben

    M. besuchte das Johanneum und das Akademische Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte in Heidelberg und Göttingen Jura, unternahm im Anschluß an seine Promotion eine Reise durch England, die Schweiz und Frankreich und ließ sich zu Beginn des Jahres 1863 in Hamburg als Advokat nieder. 1871 zog er als Abgeordneter der Rechten in die Bürgerschaft ein. Am 3.7.1876 wurde er, noch keine 37 Jahre alt, in den Senat gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Seit 1890 bekleidete er wiederholt das Amt des Ersten Bürgermeisters.

    Die Strukturveränderungen, die Hamburg damals erlebte, waren gewaltig. Als M. in den Senat gewählt wurde, zählte die Stadt rund 400 000 Einwohner, 1908, als er starb, waren es fast doppelt so viele. Zunächst als Mitglied, dann, seit 1885, als Präses der Finanzdeputation, war M. verantwortlich für die Staatsfinanzen, die er mit äußerster Vorsicht und Sparsamkeit verwaltete. Um im Interesse der Wirtschaft die Steuern möglichst niedrig zu halten, scheute er, der selbst ein hochgebildeter Mann war, alle „Luxusausgaben“ für Kunst und Wissenschaft und setzte statt dessen mit Erfolg auf Mäzenatentum. Seine Hauptsorge galt den Minderbemittelten: um ihrer selbst willen, aber auch im Interesse des Stadtstaates. Vor allem der Hafenarbeiterstreik 1896/97 ließ deutlich werden, über welches Potential die Gewerkschaften verfügten und welche Gefahr in der Unzufriedenheit der „niederen Stände“ lag. Nachdem die Cholera 1892 das große Wohnungselend im Innern der Stadt gezeigt hatte, begann eine „Sanierungskommission“ unter der Leitung M.s mit dem Abriß ganzer Quartiere. Die Altstadt entwickelte sich fortan mehr und mehr zur „City“, die Bebauung der Vororte wurde, wiederum unter M.s Leitung, intensiviert und der öffentliche Nahverkehr ausgebaut; die „Hamburger Hochbahn“ entstand.

    Dem Reich und auch dem Ausland gegenüber war M. ein würdiger Vertreter seiner Vaterstadt, der es verstand, Bürgerstolz und Kaisertreue miteinander zu vereinen. Zu Bismarck, der seit seiner Entlassung in Friedrichsruh bei Hamburg lebte, trat er in ein freundschaftliches Verhältnis; später übernahm er den Vorsitz im Komitee zur Errichtung des bekannten Denkmals auf der Eibhöhe, das im Sommer 1906 enthüllt wurde.

    Die Trauer über M.s plötzlichen Tod war in Hamburg allgemein. Die SPD hatte nicht vergessen, daß er sich 1905 gegen eine Einschränkung des Allgemeinen Wahlrechts zur Bürgerschaft zugunsten der Besserverdienenden gestemmt hatte. Die Juden rechneten es dem überzeugten Lutheraner hoch an, daß er auch Ungetauften die Beamtenlaufbahn ermöglichte. Und die Frauen waren M. dankbar, daß er ihnen öffentlich das Recht auf außerhäusliche Tätigkeit zugestanden und den Mädchen den Weg zum realgymnasialen Abitur geebnet hatte.

  • Werke

    Vor 100 J., Aus d. Tagebüchern v. J. G. M. 1783-1789, Gedr. als Manuscript für d. Familien-Mitgll., 1885;
    Zur Erinnorung an Carl M., Doctor d. Theol. u. Pastor zu St. Nicolai 1807-1886, Gedr. als Manuscript f. d. Kamilien-Mitgll., 1898;
    Entwickelung d. hamburg. Staatsschuldenwesens von 1861 bis 1901, 1903;
    Bürgermeister M., Eine Auswahl seiner Briefe u. Aufzeichnungen, hrsg. v. Carl Mönckeberg, 1918 (S).

  • Literatur

    R. Hauschild-Thiessen, Bürgermeister J. G. M., 1989;
    BJ 13, S. 130-33 u. Tl.Zur Fam.: Dt.GB 19, 1911;
    ebd. 171, 1975.

  • Portraits

    H. Vogel, Der Senat v. Hamburg im J. 1897 (Rathaus Hamburg);
    V. v. Parlaghi verh. Fürstin Lwoff, Portrait v. 1902 (Privatbes.);
    W. Trübner, Porträt v. 1905 (Kunsthalle Hamburg);
    M. Nissen, Porträt (Privatbes.).

  • Autor/in

    Renate Hauschild-Thiessen
  • Empfohlene Zitierweise

    Hauschild-Thiessen, Renate, "Mönckeberg, Johann Georg" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 660-661 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119025477.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA