Lebensdaten
1892 bis 1961
Geburtsort
Biebrich bei Wiesbaden
Sterbeort
Essen
Beruf/Funktion
politischer Journalist
Konfession
evangelisch,katholisch
Normdaten
GND: 126746486 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Möller, Rudolf (bis 1953)
  • Richthofer, Otto (Pseudonym)
  • Möller-Dostali, Rudolf
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Zitierweise

Möller-Dostali, Rudolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd126746486.html [19.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Georg Möller, Telegraphist in Frankfurt/Main: M Amalie Lehr;
    1) London-Hampstead 1945 N. N., 2) Essen 1952 Berta ( 1909) aus E., 1954-65 Geschäftsführerin d. Arbeiterwohlfahrt, Bez. Niederrhein, 1965-73 d. Kreisverbandes E., seit 1948 Stadtverordnete (SPD), 1968-79 Bürgermeisterin in E., T d. Arbeiters Friedrich Labudat (1887–1962) aus Bumbeln Kr. Gumbinnen (Ostpreußen) u. d. Auguste Böck (1884–1968) aus Friedrichsfelde Kr. Gumbinnen, 1924-33 Stadtverordneter in E.; kinderlos.

  • Leben

    M. arbeitete nach einer Malerlehre auf einer Werft. 1911 trat er der SPD bei und schrieb seither in deren Blättern. 1913 wanderte er nach São Paulo aus, wo er bei einem internationalen Pressebüro tätig war. Nach dem 1. Weltkrieg kehrte er nach Deutschland zurück. 1920 schloß er sich der KPD an und wurde Redakteur der „Arbeiterzeitung“ in Bielefeld. Seit 1925 Sekretär des KPD-Unterbezirks Bielefeld, wurde er im folgenden Jahr politischer Leiter des Bezirks Niedersachsen in Hannover und 1930 Sekretär des Westeurop. Büros der Komintern. Die gleichzeitige Tätigkeit für die kommunistische „Internationale Pressekorrespondenz“ führte ihn|nach Spanien, Frankreich, Belgien und auf den Balkan. Innerparteiliche Streitigkeiten veranlaßten M. 1931, eine Stellung in der Sowjet. Handelsvertretung in Berlin anzutreten. 1932 trat er in die Presseabteilung des ZK der KPD ein. Nach Hitlers Machtergreifung übernahm er die Leitung der illegalen Roten Hilfe für Berlin-Brandenburg, nach seiner Flucht in die Tschechoslowakei im Juli 1934 jene der KPD-Gruppe in Prag.

    Der Kontakt mit christlichen und nationalrevolutionären Exilanten veranlaßte M., noch im Dezember 1934 aus der KPD auszutreten und zum Katholizismus zu konvertieren. Zusammen mit Klaus Dohrn, dem Chefredakteur des „Christlichen Ständestaats“, gründete er 1935 den „Christlichen Reichsbund für deutsche Freiheit“ und gab seither die „Christlichen Freiheitsbriefe“ heraus. 1937 gehörte er zu den Unterzeichnern des Aufrufs der „Deutschen Front gegen das Hitlerregime“ und zu den Teilnehmern der Preßburger Konferenz des „Vorbereitenden Komitees für die Gründung des deutschen Volksrates“. Dieser sollte an die Spitze verschiedener Widerstandsgruppen im Reich treten und nach einem Sturz Hitlers mit Unterstützung der kath. Kirche Schlüsselpositionen besetzen. 1938 wurde M. Chefredakteur der christlichsozialen Zeitschrift „Abendland“, an der vor allem der Jesuit Friedrich Muckermann mitarbeitete. Allerdings blieb es bei einer einzigen Nummer, da M. noch im selben Jahr nach London emigrierte. Hier gab er im Auftrag des brit. Informationsministeriums einen Informationsdienst heraus, der hauptsächlich für die Deutschen im Ausland bestimmt war. Nachdem er bereits in Prag engen Kontakt zu Sozialdemokraten gepflegt hatte, trat er 1942 erneut der SPD bei. Er wurde Vorstandsmitglied der „Kath. Arbeitsgemeinschaft für Politik und Wirtschaft“, Mitglied der „Landesgruppe deutscher Gewerkschafter in Großbritannien“ und 1945 Vorstandsmitglied der „Vereinigung deutscher Sozialdemokraten in Großbritannien“. Ausgehend von der Enzyklika „Quadragesimo anno“ (1931), erkannte M. eine weitgehende Übereinstimmung zwischen demokratischem Sozialismus und christlichem Humanismus.

    1946 kehrte M. nach Deutschland zurück. Aus dem im Januar 1948 übernommenen Amt des Chefredakteurs des DGB-eigenen „Bund-Verlages“, zu dem auch die Jugendzeitschrift „aufwärts“ gehörte, schied er bereits im Oktober wegen des Verdachts der kommunistischen Agententätigkeit wieder aus – ein Vorwurf, den er mit einer Gegenklage beantwortete. 1949 übernahm er die außenpolitische Redaktion der „Neuen Ruhr-Zeitung“. In der SPD zunächst Geschäftsführer, dann Vorsitzender des Unterbezirks Siegkreis, gehörte M. seit Mai 1948 bis zu seiner endgültigen Übersiedlung nach Essen dem Vorstand des Bezirks Oberrhein an. 1951-58 war er Vorsitzender des Unterbezirks Essen.

  • Werke

    Sozialismus u. Katholizismus, 1947.

  • Literatur

    F. M. Cohen, Men Against Hitler, 1939;
    W. Röder, Die dt. Sozialist. Exilgruppen in Großbritannien 1940–45, 1969;
    R. Ebneth, Die österr. Wschr. „Der christl. Ständestaat“, 1976;
    E. Dickhoff, Essener Köpfe, o. J. (1985), S. 167 (P);
    BHdE I.

  • Portraits

    Phot. in: Archiv d. sozialen Demokratie, Bonn.

  • Autor/in

    Franz Menges, Eberhard Flessing
  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz; Flessing, Eberhard, "Möller-Dostali, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 652-653 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd126746486.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA