Lebensdaten
1680 bis 1764
Geburtsort
Ellrich
Sterbeort
Halle (Saale)
Beruf/Funktion
Professor der Theologie, Philosophie und Orientalistik in Halle ; Hebraist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117016268 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Michaelis, Christian Benedict
  • Michaelis, Christian Benedikt
  • Michaelis, Christian Benedict
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Michaelis, Christian Benedikt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117016268.html [20.10.2019].

CC0

  • Leben

    Michaelis: Christian Benedict M., Schwestersohn von Johann Heinrich M. (s. S. 681), ward am 26. Januar 1680 zu Elrich in der Grafschaft Hohnstein geboren, studirte zu Halle Theologie und Orientalia, ward 1713 außerordentlicher, 1714 ordentlicher Professor der Philosophie zu Halle, 1731 Doctor und Professor der Theologie, 1738 Professor der orientalischen Sprachen und des Griechischen und starb am 22. Februar 1764. (Winer, Handbuch der theologischen Litteratur II, 668; Meyer, Geschichte der Schrifterkl. IV, 15. 16.)

    Von seinen Arbeiten zum Alten Testament verdient besondere Hervorhebung der ehrenvolle Antheil, welchen er an der von seinem Oheim herausgegebenen „Biblia hebraica“, sowie an dessen „Uberiores annotationes in hagiographos V. T. libros“ gehabt hat. Er hat in dem erstgenannten Werke den Jeremia nebst Klageliedern, den Daniel, Amos, Obadja, Micha und Sacharja (vgl. bibl. hebr.praefat. c. 5 § 12), im letzteren die Proverbien, Klagelieder und den Daniel, außerdem Psalm 42—45 bearbeitet (1720) und hierbei auf dem Standpunkte der damaligen orientalischen Philologie und Exegese des Alten Testaments Tüchtiges geleistet, wie denn auch seine Schrifterklärung eine wissenschaftlichere Haltung hat als die seines Oheims (vgl. Diestel, Geschichte des Alten Testaments, S. 418). Auf die Textkritik des Alten Testaments bezogen sich noch die Abhandlung „De punctorum ebraicorum antiquitate“ 1739 und die in Pott's Sylloge commentatt. theol. I, II erschienene „Dissertatio qua ritualia sacra ex Corano illustrantur“, Welche letztere in ihren Vergleichungen wol zu wenig kritisch verfuhr (vgl. zu der Frage selbst Noeldeke, Geschichte des Qorâns, S. 353, Anm. 6). — Um die Grammatik des Hebräischen hat er sich für die damalige Zeit durch eine Anzahl von Dissertationen (s. die Titel bei Hetzel, Geschichte der hebräischen Sprache 1776, S. 303; Fürst. Bibliotheca Judaica 1863 II, 374) verdient gemacht; mehr noch um die Wortforschung durch Zurückweisung der abenteuerlichen Versuche Hermanns von der Hardt (1726), das Hebräische nebst den anderen semitischen Dialecten aus dem Griechischen als der Ursprache herleiten zu wollen (s. die Titel der hierüber gewechselten Schriften bei Hetzel a. a. O. S. 301, 302; bei Fürst a. a. O., vgl. Hartmann, Linguistische Einleitung in das Studium der Bücher des Alten Testaments 1818, S. 5). Und ebenso erwarb er sich ein Verdienst durch seine Schrift „De seminibus biliteris et significatu vocum Hieroglyphico“ 1709, in welcher er die wunderliche Theorie von Caspar Neumann zurückwies, der die Bedeutung der hebräischen Worte aus einem angeblichen hieroglyphischen Sinne ihrer einzelnen Buchstaben entwickeln wollte (vgl. Gesenius, Geschichte der hebräischen Sprache, S. 125, 126). — Besonders regte er die syrischen Studien an durch seine Schrift „Syriasmus id est grammatica linguas Syriacae“ 1741, welche noch 1829 zu Rom eine neue Auflage erlebte (s. Nestle, Brevis linguae Syriacae grammatica, Abschnitt litteratura p. 10 no. 135), für das Hebräische machte er diese Studien nutzbar durch seine „Lumina syriaca pro illustrando Hebraismo sacro“, 1756 (s. Gesenius a. a. O. S. 131). — Für die Kritik des Neuen Testaments war seine „Tractatio critica de variis lectionibus N. T.“, 1749 (s. den vollständigen Titel bei Rosenmüller, Handbuch für die Litteratur der biblischen Kritik, Bd. II, S. 184) wichtig, namentlich durch das, was er über die Varianten aus den orientalischen Uebersetzungen und deren richtige kritische Benutzung beibrachte. Ueber die Verhandlungen mit Bengel, welche diese Abhandlung nach sich zog (1750) und die betreffenden Schriften s. Rosenmüller a. a. O. Bd. I S. 335, Meyer a. a. O. Bd. III S. 232, Bd. IV S. 176, 197, 272 f. Auf den Nutzen, welchen insbesondere die Kritik des Matthäusevangeliums aus der äthiopischen Uebersetzung desselben ziehen könne, wies er 1749 in seiner Vorrede zu A. Bode's Evangelium secundum Matthaeum ex versione aethiapici interpretis hin (vgl. Meyer a. a. O. Bd. IV S. 243). Ueber die große Zahl anderer sprachlicher, exegetischer und archäologischer Abhandlungen vgl. Fürst a. a. O., theilweise auch Winer, Realwörterbuch II, 13; Hartmann a. a. O. S. 161.

  • Autor/in

    C. Siegfried.
  • Empfohlene Zitierweise

    Siegfried, C., "Michaelis, Christian Benedikt" in: Allgemeine Deutsche Biographie 21 (1885), S. 676-677 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117016268.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA