Lebensdaten
1881 bis 1958
Geburtsort
Essen
Sterbeort
New York
Beruf/Funktion
Kinderärztin
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 140118918 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer, Selma
  • Meyer, S.

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Zitierweise

Meyer, Selma, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140118918.html [16.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav, Kaufm. in E.;
    M Lina Stern ( 1926);
    B Arthur (1883–1949), Chirurg in Köln u. N. Y.; – ledig.

  • Leben

    M. studierte zunächst Musik am Sternschen Konservatorium in Berlin und bestand dort 1908 ein Musiklehrerexamen. Im selben Jahr erlangte in Preußen die Zulassung von Frauen zur Immatrikulation an Universitäten Gesetzeskraft. Daraufhin holte M. das Abitur nach und begann 1910 ein Studium der Medizin in Berlin, das sie 1917 mit einer Promotion bei Karl Bonhoeffer abschloß. Ihre fachärztliche Ausbildung zur Kinderärztin erwarb sie bei A. Czerny in Berlin und A. Schlossmann in Düsseldorf, an dessen Haus sie 1917-29 tätig war (seit 1922 als Oberärztin der Infektionsklinik). M. habilitierte sich 1922 und wurde 1927 zum ao. Professor ernannt. 1929 ließ sie sich in freier Praxis in Düsseldorf nieder. 1933 erfolgte zunächst der Entzug der Lehrbefugnis, 1938 auch der der Approbation, gefolgt von einer Ausbürgerung mit Einzug des gesamten Vermögens. Mittellos emigrierte sie im Mai 1939 nach New York, absolvierte mit 58 Jahren das amerikan. Staatsexamen und eröffnete 1941 eine eigene Praxis, die sie bis zu ihrem Tode 1958 führte.

    Die Bedeutung M.s liegt weniger in ihrem wissenschaftlichen Werk (45 Publikationen mit dem Schwerpunkt Infektionskrankheiten, insbesondere Scharlach), sondern in ihrer Vorreiterrolle bei der Fravienemanzipation. M. war die erste Professorin für Kinderheilkunde in Deutschland und deutsche Delegierte auf dem Internationalen Ärztinnenkongreß in Bologna 1928. Sie wußte sich als Frau sowohl in berufsständischen Gremien (z. B. im Vorstand der Rhein. Ärztekammer) als auch in der eigenen Fakultät durchzusetzen. Unter bewußtem Verzicht auf Ehe und Familie wirkte sie als Dozentin gleichzeitig an der Medizinischen Akademie Düsseldorf, der Westdeutschen Sozialhygienischen Akademie (Leitung L. Teleky), der Niederrhein. Frauenakademie sowie zwei Schwesternschulen. Daneben entfaltete sie eine reiche Vortragstätigkeit im In- und Ausland In den Jahren der Unterdrückung wirkte sie als Schulärztin der Jüd. Gemeinde und bekannte sich in öffentlichen Vorträgen zur jüd. Tradition. Der Aufbau einer zweiten Existenz in der Emigration verdient Bewunderung. M.s Leistung fand Anerkennung durch die Mitgliedschaft in der Rudolf Virchow Society in New York. Wiedergutmachungszahlungen aus Deutschland wurden ihr erst wenige Monate vor ihrem Tod zugebilligt.

  • Werke

    Scharlach, in: Pfaundler/Schlossmann, Hdb. d. Kinderheilkde. II, 31923;
    Bewertung d. kindl. Lebens im Denken u. Fühlen d. Völker, in: Zs. f. Säuglings-Kleinkinderschutz 14, 1922, S. 421-31;
    Blutmorphol. einiger Haus- u. Laboratoriumstiere, in: Folia haematologica 30/40, 1924, S. 195-229;
    Kinder- u. Jugendlichenschutz in Dtld., in: Mschr. f. Dt. Ärztinnen 4, 1928, S. 166-69;
    Über Blutveränderungen b. gewerbl. Schädigungen, in: Archiv f. Gewerbepathol. u. Gewerbehygiene 2, 1931, S. 526-57. – Vollst. W-Verz. in: Radermacher (s. L).

  • Literatur

    Kürschner, Gel.-Kal. 1925-31;
    Aufbau 24, 1958, Nr. 50;
    P. Voswinckel u. G. Büsche, S. M., in: Mschr. f. Kinderheilkde. 137, 1989, S. 248-50;
    dies., in: Ärztin 37, 1990, H. 1, S. 11-14 (P);
    K. Radermacher, S. M., Diss. Aachen (in Vorbereitung);
    Rhdb. (P). – Eigene Archivstud.

  • Portraits

    Phot. in: P. Voswinckel, Der schwarze Urin, 1993.

  • Autor/in

    Peter Voswinckel
  • Empfohlene Zitierweise

    Voswinckel, Peter, "Meyer, Selma" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 372-373 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140118918.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA