Lebensdaten
1920 bis 1989
Geburtsort
München
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11858135X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Messerer, Wilhelm

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Zitierweise

Messerer, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11858135X.html [23.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Richard (1889–1982), Dr. iur., Dr. rer. pol., Landgerichtsdir., S d. Otto (1853–1932), Geh. Medizinalrat, Prof. d. Med. an d. Univ. München (s. Fischer), u. d. Agnes Ermarth (1868–1949);
    M Lilly (1897–1945), T d. Wilhelm v. Miller (1848–99), Prof. d.|Chemie an d. TH München (s. NDB 17); Verwandte Ferdinand v. Miller (1813–87), Erzgießer, Oskar v. Miller (1855–1934), Gründer d. Dt. Mus. (beide s. NDB 17);
    München 1949 Rosmarie (* 1921), aus Memel, Dr. phil., Kunsthistorikerin, T d. Bankdir. Heinrich Kuebarth (1892–1949) u. d. Elisabeth Kopp (1896–1963);
    3 T.

  • Leben

    M. besuchte das Gymnasium in Ettal und legte 1938 das Abitur ab. Im selben Jahr begann er in München, Mittlere und Neuere Kunstgeschichte bei Hans Jantzen, Klassische Archäologie bei Ernst Buschor und Geschichtliche Hilfswissenschaften bei Bernhard Bischoff zu studieren. Nach Kriegsteilnahme setzte er sein Studium fort und wurde 1949 mit der Dissertation „Ottonische Einzelfiguren unter byzantinischem Einfluß“ (1949) promoviert. 1949-53 hatte M. ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft und erfüllte Lehraufträge an den Universitäten München und Regensburg. 1954-55 war er Assistent an der Bibliotheca Hertziana in Rom, anschließend lehrte er bis 1964 als Privatdozent und ao. Professor an der Univ. München. In diesem Jahr erhielt er einen Ruf als ao. Professor an die Philosophisch-Theologische Hochschule Bamberg. 1968 wurde er auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Universität des Saarlandes nach Saarbrücken berufen, 1973 als Ordinarius an die Univ. Salzburg.

    M.s erste bedeutende Veröffentlichung galt dem „Bamberger Domschatz“ (1952). Seine Interpretation der mittelalterlichen Kunst verdichtete sich in der Habilitationsschrift „Das Relief im Mittelalter“ (1959), ein Standardwerk und zugleich ein Schlüssel zu den zentralen theoretischen und methodologischen Problemen des Kunstwerks als Bild und seiner Darstellungsprinzipien. M.s weitere Publikationen reichen vom frühen Mittelalter und von der byzantin. Zeit über Gotik, Renaissance und Barock bis zu den Problemen der Gegenwartskunst, darunter auch „Kinder ohne Alter, Putten in der Kunst der Barockzeit“ (1962) und „Romanische Plastik in Frankreich“ (1964). Sein Bemühen um Interpretation mittelalterlicher Kunstwerke zielte nicht nur auf die Gestalt des einzelnen Werkes, sondern auch auf Einsicht in seine Geschichte. Hinter seinem Ziel, die „Darstellungsprinzipien“ zu erkennen, steht die Absicht, die Bezüge der Ikonographie zur literarischen Überlieferung der Zeit zu rekonstruieren. Darüber hinaus bemühte er sich, bedeutungskonstitutive Funktionen des bildnerischen Materials sichtbar zu machen. Das Kunstwerk beleuchtet nach seiner Auffassung nicht nur einen bereits bekannten Wissensbereich, sondern es ist „perse“, und zwar aufgrund seiner Materialität und Geformtheit, ein selbständiger Bedeutungsträger.

  • Werke

    Zwei Wirkungen v. Antonio Carraccis Sintflutbild, in: Kunstchronik 11, 1958, S. 247-53;
    Verkündigungsdarst. d. 15. u. 16. Jh. als Zeugnisse d. Frömmigkeitswandels, in: Archiv f. Liturgiewiss, 5, 1959, S. 362-69;
    Zur Datierung v. Michelangelos Moses, in: DVjS 36, 1962, H. 2, S. 157-78;
    Zu Berninis Daniel u. Habakuk, in: FS f. E. Kirschbaum (= Röm. Quartalsschr. 57), 1962, S. 292-96;
    Zu extremen Gedanken üb. Bestattung u. Grabmal um 1800, in: Probleme d. Kunstwiss. I, 1963, S. 172-94;
    Die Zeit b. Caravaggio, in: Hh. d. Kunsthist. Seminars d. Univ. München 9-10, 1964, S. 55-71;
    Führende Bauaufgaben d. Gegenwart, 1964;
    Der Zeitstil um 1880, in: FS f. K. Oettinger, 1967, S. 433-48;
    Pole d. Bildthematik v. Delacroix, in: FS f. W. Gross, 1968, S. 325-34;
    Altäre in d. Ikonol. d. süddt. Barock, in: FS f. N. Lieb (= ZBLG 35), 1972, S. 135-63;
    Die „Modi“ im Werk v. Poussin, in: FS f. L. Dussler, 1952, S. 335-56;
    Kirchenbau im Verkehrszeitalter, in: Stimmen d. Zeit 191, 1973, S. 264-80;
    Karoling. Kunst, 1973;
    Francesco de Goya, Form u. Gehalt seiner Kunst, 1983;
    Vom Anschaulichen ausgehen, Schrr. zu Grundfragen d. Kunstgesch., hrsg. v. St. Koja u. a., 1992 (W-Verz.).

  • Literatur

    FS f. W. M. z. 60. Geb.tag, 1980 (W-Verz., P);
    M. Gosebruch, Die Schönheit d. Geistes, Eine Erinnerung an d. Kunsthistoriker W. M., in: FAZ v. 31.1.1990.

  • Autor/in

    Friedrich Piel
  • Empfohlene Zitierweise

    Piel, Friedrich, "Messerer, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 216 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11858135X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA