Lebensdaten
1830 bis 1912
Geburtsort
Brig Kanton Wallis
Sterbeort
Exaten (Niederlande)
Beruf/Funktion
Jesuit ; geistlicher Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116913487 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meschler, Moritz
  • Meschler, M.
  • Meschler, Mauricas
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Zitierweise

Meschler, Moritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116913487.html [21.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Augustin Moritz, Gasthofbes. in Turtmann Kt. Wallis;
    M Theresia N. N. ( 1861, 1] Joseph Anton Escher, * 1793) aus Niederwald;
    Schw Anna Maria Theresia (1827–63), Schwester im Kloster d. Heimsuchung in Freiburg (Schweiz);
    Halb-B Joseph-Adolph Escher (1822–97), Lehrer u. Pfarrer, seit 1876 Domherr v. Sitten (s. HBLS).

  • Leben

    M. besuchte als Schüler das Jesuitenkolleg in Brig und trat im Oktober 1850 zu Münster in Westfalen in die Gesellschaft Jesu ein. Nach Rhetorik- und Philosophiestudien in Paderborn und Bonn machte er 1855 als Externer das Abitur in Paderborn. 1856-59 war er Lehrer an der Ordensschule in Gorheim und Feldkirch, anschließend studierte er Theologie in Paderborn, wo er 1862 zum Priester geweiht wurde. 1863-65 folgten theologische Spezialstudien in Maria Laach. Hier entstand die für die Novizenschulung gedachte Schrift „Die Gaben des Hl. Pfingstfestes“ (1887, 61909), die als eine seiner besten und wirksamsten gilt. 1866-67 arbeitete er als Prediger und Spiritual in Bonn, war 1867-81 Novizenmeister, zunächst in Gorheim, dann in Münster (1872) und nach der Vertreibung des Ordens aus Deutschland in Exaten (1872–81). 1881-84 war M. Provinzial der deutschen Jesuiten, 1884/85 Spiritual in Blijenbeck (Niederlande), dann dort 1885-92 erneut Novizenmeister. In der Folgezeit wirkte er 1892-1906 als Assistent des Generalobern in Fiesole und Rom, anschließend bis 1910 als Spiritual und Schriftsteller in Luxemburg.

    Neben dieser praktischen Tätigkeit im Orden, dessen Nachwuchs er lange Jahre prägte, arbeitete M. unausgesetzt als Schriftsteller. In rund 20 Büchern und zahlreichen Aufsätzen behandelt er u. a. religiöse Charakterbildung, körperliche Erziehung, Bildung von Verstand, Willen und Herz, den Gedanken der Ganzhingabe an Gott, Heiligenleben, Visionen und Prophezeiungen, die Lehre vom Ablaß sowie aktuelle religiöse Fragen. In seinem letzten Buch „Die Gesellschaft Jesu, ihre Satzungen und ihre Erfolge“ (1911) gibt M. mit der Darstellung von Verfassung und Geschichte der Jesuiten zugleich einen Bericht über das eigene Ordensleben. Aus seiner Tätigkeit beim Ordensnachwuchs entstand M.s Hauptwerk, ein Kommentar zu den geistlichen Übungen des hl. Ignatius von Loyola, der von 1880 an zum Gebrauch in der Gesellschaft Jesu gedruckt und oft übersetzt wurde. Auf der Grundlage der 3. Auflage von 1907 entstand erst postum, betreut von W. Sierp, „Das Exerzitienbuch des hl. Ignatius“ (3 Bde., 1925–28, 21929-30). Als geistlicher Schriftsteller steht M. neben großen Vorgängern wie Franz Neumayr und Joseph Pergmayr. Seine stilistische Besonderheit ist die Verbindung von Eindringlichkeit und Tiefe mit Klarheit und Anmut. Zahlreiche Auflagen sowie viele franz. und ital. Übersetzungen seiner Schriften zeigen die Breitenwirkung M.s.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Andacht z. göttl. Herzen Jesu, 31886;
    Das Leben unseres Herrn Jesu Christi … in Betrachtungen, 2 Bde., 1890, 151931/32;
    Aus d. kath. Kirchenj., Betrachtungen üb. d. Leben … Jesu Christi, 2 Bde., 1905, 81924;
    Der göttl. Heiland, Ein Lb., d. Jugend gewidmet, 31906, 61922;
    Im Seelenschmuck z. göttl. Gastmahl, 1910, 91922;
    Kreuzwegbüchlein, 1907. – Schrr. üb. Maria u. d. Hll.: Die Novene zu unserer Lieben Frau v. Lourdes, 1876;
    Der Rosengarten U. L. Frau, 1878;
    Unsere Liebe Frau, Ihr Tugendleben u. ihr seliges Sterben, 1913, 41919;
    Das Leben d. hl. Aloisius Gonzaga, 1891, 191921;
    Der hl. Joseph im Leben J. Christi u. d. Kirche, 1907, 61919. – Aufsätze u. a. in: Mitt. aus d. dt. Provinz 5, 1909-11;
    Stimmen aus Maria Laach 1886-1913 (üb. 60 Btrr.);
    Ges. kleinere Schrr., 7 Bde., 1908-17 (VII mit P u. Lebensabriß d. Vf., hrsg. v. O. Zimmermann).

  • Literatur

    Mitt. aus d. dt. Provinz 6, 1912-14, S. 217-28 u. 440-50, 7, 1915, S. 218-22;
    Stimmen aus Maria Laach 84, 1913, S. 125-47;
    P. Pfülf, P. M. M., 1913;
    N. Scheid, P. M. M., 1925 (P);
    J. de Guibert, La spiritualité de la compagnie de Jésus, 1953, S. 484, 492, 520;
    J. F. Gilmont u. P. Daman, Bibliographie ignatienne, 1894-1957, 1958;
    Koch;
    RGG2;
    Enc. Catt. VIII;
    LThK2;
    New Catholic Encyclopedia IX, 1967.

  • Autor/in

    Constantin Becker SJ
  • Empfohlene Zitierweise

    Becker SJ, Constantin, "Meschler, Moritz" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 209 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116913487.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA