Lebensdaten
1650 bis 1704
Beruf/Funktion
Pädagoge ; Schriftsteller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 120407914 | OGND | VIAF: 5761491
Namensvarianten
  • Merbitz, Johann Valentin
  • Merbitz, Joh. Val.
  • Merbitz, Joh. Valent.
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Merbitz, Johann Valentin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120407914.html [14.04.2021].

CC0

  • Leben

    Merbitz: Johann Valentin M., Schulmann, geb. zu Dresden im J. 1650, daselbst am 6. (wol nicht 4.) Juni 1704, wirkte in der Zeit vom 5. December 1676—1702, nachdem er in Leipzig Philosophie und Theologie studirt hatte, als Conrector an der Kreuzschule zu Dresden, wol nur kurze Zeit auch als Informator des 1696 geborenen königl. polnischen und sächsischen Kur-Prinzen. Wie schon aus seiner in die Jahre 1668—1675 oder 1676 fallenden Universitätszeit mehrere Disputationen von ihm im Druck vorhanden sind, von denen zwei: „de infantibus supposititiis, vulgo Wechselbälgen“ und „de nymphisnobis Wasser-Nixen“, zweimal vereinigt in Neudrucken erschienen, so werden auch aus seiner späteren Lebenszeit eine größere Anzahl litterarischer Veröffentlichungen angeführt, darunter Ausgaben von Cicero's Laelius und Somnium Scipionis, des Caesar, der Germania des Tacitus, sowie einige Schuldramen, unter anderen ein in deutschen Versen geschriebenes (nebenbei bemerkt, anscheinend in keinem Exemplar erhaltenes) Drama Orpheus. Das Merkwürdigste jedoch, was über ihn berichtet wird, ist, daß er in fünfjähriger Arbeit einen kunstvollen Kopf gebildet haben soll, der auf jede Art von Fragen, die man ihm ins Ohr sagte, mit deutlicher Stimme und in allen Sprachen, auch lateinisch, französisch, hebräisch und griechisch, zu antworten vermochte, Zukünftiges vorhersagte und Geheimes offenbarte. Nur durch den Tod soll M. verhindert worden sein, ein noch kunstreicheres Werk zu vollenden, mit dem er bereits acht Jahre beschäftigt war: er beabsichtigte zwei Bildsäulen herzustellen, die mit einander über jeden beliebigen Gegenstand ein Zwiegespräch in Frage und Antwort zu führen und dabei jeden gewünschten guten oder übeln Geruch, Zimmet- oder Rosen- oder Myrrhengeruch u. s. w., von sich zu geben verstanden.

    • Literatur

      Nova literaria Germaniae, Anni MDCCIV, Hamburgi, 4°, S. 410 f. Chn. Fleming, respond. C. P. Meister. Disquisitio de loquela imaginum. Lips. 1705, 4°, S. 36 f. Godofr. Ludovici, Historia rectorum et gymnasiorum Pars II, Lips. 1709, 8°, S. 119—122, Dan. Frdr. Pönmann, Vitae virorum ex quavis facultate clarissimorum, Wittenb. 1714, 8°, S. 192—196. Jöcher, Gelehrten-Lexicon, Th. III, Leipz. 1751, 4°, Sp. 448 f. Ch. H. Paufler. de conrectoribus scholae Dresdensis, Dresd. 1816, 4°, S. 5. O. Meltzer in der Festschrift Herrn Oberbürgermeister Pfotenhauer gewidmet vom Lehrerkollegium der Kreuzichule, Dresden (1874), 4°, S. 15 f.

  • Autor/in

    Franz Schnorr von Carolsfeld.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schnorr von Carolsfeld, Franz, "Merbitz, Johann Valentin" in: Allgemeine Deutsche Biographie 21 (1885), S. 384-385 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120407914.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA