Lebensdaten
1893 - 1973
Geburtsort
Erlangen
Sterbeort
Kopenhagen
Beruf/Funktion
Philologe
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 116881917 | OGND | VIAF: 61762848
Namensvarianten
  • Mengin, Ernst

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Zitierweise

Mengin, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116881917.html [14.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    Aus hugenott. Fam.;
    V Richard (1858–1913), Konditor u. Pastetenbäcker in E.;
    M Emilie Schmidt (1858–1956);
    1920 Käthe (1889–1965), Pianistin, T d. Max Polley (1855–1909) u. d. Clara Zacharias (1862–1915);
    2 T.

  • Leben

    M. studierte Medizin, Philosophie und ev. Theologie in Erlangen und promovierte dort 1919 mit einer Abhandlung über „Die Ritterakademie zu Erlangen, ein Beitrag zur Geschichte der Pädagogik“ zum Dr. phil. Im selben Jahr legte er das 1. theologische Examen in Speyer (Pfalz) ab, anschließend war er in Hermersberg (Pfalz) Vikar und Pfarrer. 1926 siedelte M. nach Berlin über, wo er Pfarrer an der hugenottischen „Paroisse de Louisenstadt“ wurde. Er nahm das Studium der mittelamerikan. Sprachen, vor allem des Aztekischen, bei Konrad Theodor Preuß auf. 1934 verließ er als politischer Flüchtling Berlin und fand in Kopenhagen an der deutsch-ref. Kirche eine neue Wirkungsstätte als Pastor. M. lebte, mit einer kurzen, kriegsbedingten Unterbrechung 1944/45 in Schweden, bis zu seinem Tod in Kopenhagen. Seit 1949 war er neben seinem Pfarrberuf als Lektor für mittelamerikan. Sprachen und Literatur an der Kopenhagener Universität tätig. 1963 trat er in den Ruhestand.

    M.s wissenschaftliche Leistung besteht in der Herausgabe und Übersetzung von Dokumenten. Seinem Lebensweg und familiären Hintergrund entsprechend waren Schwerpunkte die Geschichte der reformierten Kirche, zumal der Hugenotten, sowie Quellen zurvorspan. Geschichte von Mexiko und Guatemala. Die Herausgabe und Übersetzung, z. T. in Zusammenarbeit mit seinem Lehrer K. Th. Preuß, der Historia Tolteca-Chichimeca und der Anales Históricos de la Nación Mexicana haben diese beiden herausragenden Geschichtsquellen Zentralmexikos erstmals der Forschung erschlossen. Span. Übersetzungen und die andauernde quellenkritische und inhaltliche Auseinandersetzung mit ihnen bezeugen dies. Auch die Faksimile-Editionen des Corpus Codicum hatten nachhaltige Wirkung für die Mexikanistik, indem darauf aufbauend gedruckte Editionen und Teilübersetzungen (eine von M. selbst) erschienen sind, die das M.sche Corpus jedoch bis heute nicht voll ausgeschöpft haben.

  • Werke

    Die franz.-ref. Louisenstadtkirche zu Berlin 1728-1928, 1928;
    Die mexikan. Bilderhandschrift Historia Tolteca-Chichimeca, 2 T., 1937/38 (mit K. Th. Preuß);
    Unos anales históricos de la nación mexicana, 2 T., 1939, 1940;
    Qu.schrr. z. Gesch. d. dt.-ref. Kirche in Kopenhagen, 2 Bde., 1942, 1944;
    Corpus Codicum Americanorum Medii Aevi, 4 Bde., 1942-52;
    Die Hugenottenkriege in Augenzeugenberr., 1965 (mit J. Coudy).

  • Literatur

    A. Hvidtfeldt, in: Indiana 4, 1977, S. 310-15 (P, zuvor dän. in: Københavns Universitets Festskrift, 1973);
    Dt.-ref. Kirche, Mitt. aus d. Gemeinde, 41, Nr. 2, 1973, S. 1-5;
    F. Anders, in: ADEVA Mitt. 40, 1974, S. 19-21;
    Dansk Leks.3.

  • Autor/in

    Berthold Riese
  • Empfohlene Zitierweise

    Riese, Berthold, "Mengin, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 76 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116881917.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA