Lebensdaten
1891 bis 1978
Geburtsort
Köln
Sterbeort
Gütersloh
Beruf/Funktion
Staubtechniker ; Patentanwalt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116872918 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meldau, Robert
  • Meldau, Robert Julius Gustav

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Zitierweise

Meldau, Robert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116872918.html [20.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (1857–1935), Fabr., Inh. d. Baubeschlagfabrik Schmidt u. Meldau in K.;
    M Clementine Ebert aus Kreuznach;
    1922 Gerritje (* 1899), Dipl.-Chem., Bundesvorsitzende d. Verbands Dt. Frauenkultur, T d. Julius Precht (1871–1942), Prof. d. Physik an d. TH Hannover (s. Pogg. IV-VIIa);
    2 S, 1 T.

  • Leben

    Prägende Jahre verbrachte M. in seiner Jugend an der Sorbonne (Studium der Kunstgeschichte) und in Manchester (Praktikum im väterlichen kaufmännischen Beruf), ehe er sich technischen Studien zuwandte, die er nach kriegsbedingter Unterbrechung (Freiwilliger, Oberleutnant im Kölner Pionierbataillon Nr. 24) wieder aufnehmen und 1919 an der TH Hannover als Dipl.-Ing. abschließen konnte. Im selben Jahr gründete er in Hannover auf Anregung des VDI-Präsidenten Conrad Matschoß das Technische Hilfswerk. 1921 erfolgte seine Promotion ander TH Hannover über ein Thema des sozialpolitischen Umfelds der Technik. Er beteiligte sich nun bei der Firma Delbag-Staubfilter in Berlin an den Entwicklungen zur Industriestaubminderung und -Verwertung und bearbeitete mit großem Erfolg das Patentwesen zur Staubtechnik im In- und Ausland; 1923 war er dazu längere Zeit in den USA.

    Seine Frau nahm wesentlichen Anteil an den Arbeiten M.s, sowohl in der Staubtechnik als auch in den Patentangelegenheiten; sie gab den Anstoß zu seinem Entschluß, als Sachverständiger selbständig tätig zu werden: 1926 erfolgte die Gründung des Laboratoriums für Staubtechnik in Berlin, kurz darauf die Eröffnung der eigenen Praxis als Patentanwalt. Beide Tätigkeitsfelder entwickelten sich außerordentlich gut – noch im selben Jahr konnte M. sein Hauptwerk „Der Industriestaub“ (1926, Nachdr. Moskau 1931; spätere Aufl. u. d. T. „Handbuch der Staubtechnik“) herausbringen. In diese Zeit fällt, auf Veranlassung des VDI, auch seine große Rußlandreise, von deren geistigem Gewinn die teilweise gedruckten, unter dem Pseudonym Gaston Robert erschienenen Reisetagebücher erfüllt sind. Sein besonderes Interesse widmete M. neben den gutachterlichen Aufgaben in der Folge wissenschaftlichen Entwicklungsarbeiten; so förderte er die mikromorphologische und ultramikroskopische Untersuchung der Stäube; über Patentanmeldungen hatte er Kontakt zu B. v. Borries und E. Ruska gefunden und wurde ein ständiger Gast in deren Laboratorien im Hause Siemens. Die neuen Erkenntnisse zur Staubmorphologie vermochte er unmittelbar in die Praxis einzuführen und hat so, auch im Rahmen des VDI, größere Projekte in wissenschaftlich-technischer Zusammenarbeit zur Reife bringen können (z. B. Kohlekeramiken, Submikrolamellierung der Steinkohle, Untersuchungen zum „Braunen Rauch“, zu Staubexplosionen, aber auch z. B. über die Ingenieurbiologie).

    1942 mußte M. Laboratorium und Kanzlei nach Spremberg (Lausitz) verlegen, von dort 1945 nach dem Westen flüchten und hier, in Harsewinkel b. Münster, von neuem beginnen. 1945 erhielt er erneut die Bestellung zum Sachverständigen, gründete 1946 wiederum die VDI-Fachgruppe Staubtechnik, deren Vorsitz er bis 1956 innehatte. Er war bis 1950 Lehrbeauftragter an der Univ. Münster; sodann las er als Honorarprofessor seiner Heimatuniversität, der TH Hannover, über Geschichte des gewerblichen Rechtsschutzes und über Technik des Industriestaubs (Emeritierung 1966). M. konnte mit seinem ganzheitlichen Arbeitskonzept viel von dem vorwegnehmen, was heute erneut in Ausschüssen und Kommissionen zur Umweltpolitik zu koordinieren versucht wird.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger d. TU Hannover; Ehrenzeichen d. VDI (1953); Gr. Bundesverdienstkreuz (1962).

  • Werke

    Weitere W u. a. Die metallgewerbl. Lehrlingserziehung als Beispiel einer Verbindung v. Kultur u. Technik z. Jugendbildung, Diss. TH Hannover 1921;
    Der Industriestaub, 1926;
    Eine gedr. u. kritisierte Reichsfreiheit auf e. Erfindung v. 1545, in: Mitt. f. dt. Patentanwälte, 1934, S. 34;
    Entstaubungsanlagen, 1935;
    Richtlinien f. Leistungsversuche an Entstaubern, 1936, 1962;
    Staubtechnik, 1940;
    Hdb. d. Staubtechnik I, 1952, 21956, II, 1953, 21958 (auch russ.);
    Stäube, Staubbrände, Staubexplosionen, in: Hdb. f. Feuerlöschwesen, 1963;
    Zeichen, Warenzeichen, Marken, 1967;
    Die Staubtechnik als industrielles Arbeitsgebiet, in: VDI-Zs., 1976;
    Hrsg.:
    Rauch u. Staub 26-28, 1926-28. – Unter Ps. Gaston Robert: Noch leuchtet d. bunte Bogen, 1970;
    Eiswein, 1972;
    Weisen zum Werk (Gedichte).

  • Literatur

    25 J. Laboratorium f. Staubtechnik Dr.-lng. R. M., 1952, ergänzt 1961, Nachträge 1971 u. 1976 (W-Verz.): Catalogus Professorum TH Hannover 1831-1956 (P);
    FS z. 75. Geb.tag, 1966;
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Heinrich Newesely
  • Empfohlene Zitierweise

    Newesely, Heinrich, "Meldau, Robert" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 12 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116872918.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA