Lebensdaten
1792 bis 1853
Geburtsort
Halle/Saale
Sterbeort
Halle/Saale
Beruf/Funktion
Apotheker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136798683 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meissner, Carl Friedrich Wilhelm
  • Meißner, Wilhelm Carl
  • Meissner, Carl Friedrich Wilhelm
  • mehr

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Meißner, Wilhelm Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136798683.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Gottlob Nathanael (1775–1810), Apotheker in H.;
    M Christina Friederike Damm;
    Erfurt 1820 Joh. Christina, T d. Christian Friedrich Bucholz (1770–1818), Apotheker u. Prof. d. Chemie in Erfurt, u. d. Juditha Friederike Maria Gottschalck;
    4 S, 3 T.

  • Leben

    In seiner Vaterstadt besuchte M. zunächst eine Privatschule, dann das Rathsgymnasium, wo er 1808 das Abitur ablegte. Anschließend nahm er an der Univ. Halle das Medizinstudium auf, das er 1810 in Berlin fortsetzte. Nach dem Tod des Vaters mußte er sein Studium indes abbrechen; bis 1814 wurde er in der väterlichen Löwen-Apotheke in Halle von seinem Onkel Friedrich Ludwig ausgebildet und kam dann zu Ch. F. Bucholz in die Römer-Apotheke nach Erfurt. Bucholz, der gleichzeitig Professor für Chemie an der Univ. Erfurt war und mit dem ihn bald ein freundschaftliches Verhältnis verband, vermittelte ihm eine solide chemische Ausbildung. Nach seiner Promotion zum Dr. phil. in Erfurt arbeitete M. seit 1816 als Gehilfe in der Löwen-Apotheke, die er nach dem pharmazeutischen Staatsexamen in Berlin (1820) übernahm. 1842 verkaufte er die Apotheke und zog sich ins Privatleben zurück, arbeitete aber weiterhin wissenschaftlich und betätigte sich als Stadtrat. Bereits während seines Aufenthaltes bei Bucholz wurde er durch diesen zu wissenschaftlichen Arbeiten angeregt und gab mit ihm zusammen den „Almanach für Scheidekünstler und Apotheker“ (seit 1816) heraus. Seine erste Arbeit auf pharmakognostisch-chemischem Gebiet führte 1819 zur Entdeckung des Sabadillins, eines später Veratrin genannten Alkaloidgemischs aus den Samen der Sabadilla officinale. M. war es, der ebenfalls 1819 für die als Pflanzenbasen bezeichneten Stoffe den Begriff „Alkaloide“ prägte. Neben einer Reihe präparativer Arbeiten analysierte er verschiedene Salzsolen seiner mitteldeutschen Heimat und befaßte sich seit 1829 auf dem Gebiet der Botanik mit den Moosen, Flechten und Farnen.

    M. gab 1825-29 das „Berliner Jahrbuch der Pharmacie“ heraus (1826 mit G. H. Stolze). Zur Förderung des pharmazeutischen Nachwuchses gründete er 1822 gemeinsam mit Rudolph Brandes die „Bucholzsche Stiftung“ (seit 1828 „Hagen-Bucholzsche-Stiftung“). Seine wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlichte M. im „Almanach für Scheidekünstler und Apotheker“, im „Berliner Jahrbuch der Pharmacie“, in „Schweiggers Journal für Chemie und Physik“ und in der „Botanischen Zeitung“.

  • Werke

    Entdeckung d. Sabadillins, in: Schweiggers Journal f. Chemie u. Physik 25, 1819, S. 379-81 (darin erstmals d. Begriff „Alkaloid“).

  • Literatur

    F. C. Bucholz, M.s Leben, in: Archiv f. Pharmazie 126, 1853, S. 209-11;
    G. E. Dann, Dt. Apotheker-Familien, VIII;
    Apotheker d. Fam. Bucholz u. Meißner, in: Pharmazeut. Ztg. 76, 1931, S. 46 f. (P);
    H. Gittner, ebd. 89, 1953, S. 285 f.;
    O. Beßler, Über W. M., d. Schöpfer d. Begriffs „Alkaloid“, in: Abhh. d. Dt. Ak. d. Wiss. 63, 1963, H. 4;
    V. Grummann, Biogr.-bibliogr. Hdb. d. Lichenologie, 1974, S. 31;
    Pogg. II, VIIa, Suppl.;
    Dt. Apotheker-Biogr., hrsg. v. W.-H. Hein u. H.-D. Schwarz, II, 1978, S. 420 f.

  • Autor/in

    Holm-Dietmar Schwarz
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwarz, Holm-Dietmar, "Meißner, Wilhelm Carl" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 707 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136798683.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA