Lebensdaten
1879 - 1952
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Geograph ; Meteorologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118782800 | OGND | VIAF: 293711626
Namensvarianten
  • Mecking, Ludwig
  • Mecking, L.
  • Mecking, Ludwig Leonhard

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Mecking, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118782800.html [08.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Josef, Klempnermeister;
    M Ernestine Philippine (* 1851), T d. Ludwig Heinrich Gaupp (1814–69), Stadtrechner u. Kaufm. in Baden-Baden, u. d. Wilhelmine Staebler;
    Kiel 1915 Else (* 1889), T d. Wilhelm v. Starck (1868–1934), Prof. d. Kinderheilkde. in Kiel (s. Fischer), u. d. Luise Rüdel;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    M. absolvierte das Gymnasium in Hadamar und studierte in Münster, dann in Berlin Naturwissenschaften, wobei er durch Ferdinand v. Richthofen zur Geographie gebracht wurde. Um die Jahrhundertwende galt das Interesse der Geographen insbesondere dem noch weitgehend unerforschten Gebiet der Antarktis. Als neuer Zweig der Geographie entstand die Meereskunde. M. verband in seiner bei Richthofen angefertigten Dissertation „Die Darstellung der Eisdrift im Bereich der Baffinbai“ (1905) die Untersuchung polargeographischer, meteorologischer und meereskundlicher Fragen. Richthofen hatte maßgeblichen Anteil am Zustandekommen der 1901-04 unter Leitung Erich v. Drygalskis durchgeführten deutschen Südpolarexpedition, deren Beobachtungsmaterial M. im Büro der Deutschen Südpolarexpedition in Berlin sowie an der Hamburger Deutschen Seewarte in meteorologisch-klimatologischer Hinsicht auswertete. Diese Ausarbeitungen erfolgten teilweise zusammen mit Wilhelm Meinardus und resultierten in einem umfangreichen meteorologischen Atlas der Zone jenseits 30° südlicher Breite mit 964 Karten (1911–15). In engem Bezug zu seinen polargeographischen Arbeiten stand auch M.s Untersuchung der klimatischen Verhältnisse im Umkreis der Drake-Straße, mit der er sich 1909 bei Hermann Wagner in Göttingen habilitierte. 1911/12 bereiste M. auf Einladung der Hapag Atlantik, Pazifik und Indischen Ozean. Abgesehen von Beobachtungen auf See, die später von Bruno Schulz an der Seewarte verarbeitet wurden, richtete sich M.s Interesse bei dieser Reise auf geographische Fragestellungen, vor allem auf die Lage der Häfen. Spätere Reisen führten nach Spitzbergen, Japan und Afrika. 1913 wurde M. auf den Kieler Lehrstuhl für Geographie berufen, den sein Vorgänger Otto Krümmel zu einer meereskundlichen Forschungsstätte gemacht hatte. Gleichzeitig übernahm er ein Lehramt an der Kieler Marine-Akademie und leitete das dortige Völkerkundemuseum. 1920 folgte M. einem Ruf nach Münster und ging 1935 nach Hamburg, wo er bis zu seiner Emeritierung 1949 tätig war.

    M.s Arbeiten bewegen sich auf meereskundlich-meteorologischem wie auf länderkundlichem Gebiet. Eine 1916 entstandene Studie über den Einfluß der Sonnenfleckenperiode auf die Temperatur der Luft und des Wassers der Ost- und Westküsten des Nordatlantiks führte zum Begriff der „Wärmeschaukel“, da die Schwankungen im Westen und Osten gegenläufig sind. In der Neuauflage 1925 von Sievers' Länderkunde bearbeitete M. die Polarländer unter landschaftskundlichem Gesichtspunkt, der auch kulturgeographische Ansätze einschloß. Die Zusammenhänge zwischen Meer und Land in den Häfen und hafenbestimmten Küstengebieten untersuchte M. besonders am Beispiel Japans (Japans Häfen, ihre Beziehung zur Landesnatur u. Wirtschaft, 1931; Japan, meerbestimmtes Land, 1944, 21951, und weitere Publikationen). Schließlich befaßte sich M. mit der Untersuchung großräumiger anthropogeographischer Strukturen, wobei neben einer Reihe von Einzelveröffentlichungen auch das Werk „Die Entwicklung der Großstädte in den Hauptländern der Industrie“ (1949) entstand, eine der ersten vergleichenden geographischen Untersuchungen über Großstädte.

  • Werke

    Weitere W u. a. Ozean. Bodenformen u. ihre Beziehungen z. Bau d. Erde, in: Petermanns Geogr. Mitt. 86, 1940, S. 1-10;
    Meteorolog. u. klimatolog. Ergebnisse d. engl. „Discovery“-Expedition 1901–04, ebd. 57, 1911, H. 2, S. 78 ff.;
    Die Polarwelt in ihrer kulturgeogr. Entwicklung, bes. d. jüngsten Zeit, in: Geogr. Zs. 31, 1925, S. 129-44;
    Die Entwicklung zu pol. u. wirtsch. Großräumen, ebd. 48, 1942, S. 241-54;
    Bau u. Bild afrikan. Küstenstädte in ihrer Beziehung zum Volkstum, in: Zs. f. Erdkde. 6, 1938, S. 913-29.

  • Literatur

    G. Niemeier, in: Petermanns Geogr. Mitt. 85, 1939, S. 140 ff. (W);
    W. Meinardus, ebd., S. 137-39 (P);
    W. Brünger, ebd. 98, 1954, S. 1 ff. (W, P);
    N. Creutzburg, in: Festschr. z. 70. Geb.tag M.s, 1949, S. 9-13;
    K. Brüning, M.s Schaffen u. d. Landesplanung, ebd., S. 15-22;
    Pogg. VII.

  • Autor/in

    Claus Priesner
  • Empfohlene Zitierweise

    Priesner, Claus, "Mecking, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 588 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118782800.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA