Lebensdaten
1886 bis 1974
Geburtsort
Pfronten (Allgäu)
Sterbeort
Neumarkt (Oberpfalz)
Beruf/Funktion
Biologe ; Paläontologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136761496 | OGND | VIAF: 81051517
Namensvarianten
  • Mayr, Franz Xaver

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Zitierweise

Mayr, Franz Xaver, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136761496.html [27.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Jakob Rupert (1850–1926), Hauptzollamtsverwalter in Oberaudorf, Füssen, P. u. Regensburg, S d. Franz Xaver (1816–69), 1. Rechts- u. Magistratsrat d. Stadt Regensburg, u. d. Maria Rosina Glockner;
    M Caroline (1853–1923), T d. Hauptzollamtsverwalters Franz Seraph Frhr. v. Koeppele (1812–88) u. d. Caroline Säckler.

  • Leben

    M. studierte in München, Kiel, Würzburg und Erlangen beschreibende Naturwissenschaften, Chemie und Geographie für das höhere Lehramt. Auf Anregung H. Solereders begann er eine botanische Dissertation über die Anatomie der Alismataceen. Dabei entdeckte er an den Blättern verschiedener Wasserpflanzen Absorptionsorgane, die Mineralsalze aus dem Wasser aufnehmen. Er nannte sie Hydropoten, und unter diesem Namen fanden sie Eingang in die botanischen Lehrbücher. Nach seiner Promotion 1914 war M. im Schuldienst tätig, zuerst in Regensburg, dann in Landshut, schließlich in Aschaffenburg. Wegen schlechter Gesundheit war er vom Kriegsdienst befreit. Die Wirren der Zeit nach dem 1. Weltkrieg führten M. zu dem Entschluß, Priester zu werden und sich so in besonderer Weise für eine christliche Welt- und Lebensordnung einzusetzen. Er verließ 1921 den Staatsdienst und studierte in Innsbruck und Freising Theologie. Nach der Priesterweihe konnte er 1923 als Nachfolger J. Schwertschlagers das Amt eines Professors für Biologie, Chemie, Geologie und Anthropologie an der Phil.-theol. Hochschule Eichstätt übernehmen. Hervorzuheben ist seine hingebungsvolle Arbeit für den Naturschutz im Eichstätter Raum. Besondere Bedeutung erlangte M. auf den Gebieten der Geologie und Paläontologie, obwohl er hier weitgehend Autodidakt war. Vor allem zur Erforschung der Solnhofener Plattenkalke leistete er wesentliche Beiträge, auch wenn heute über deren Entstehung andere Auffassungen bestehen, als er sie hatte. Sein überaus reichhaltiges Beobachtungsmaterial ist jedoch von bleibendem Wert. Durch seine rege Sammeltätigkeit machte M. die naturwissenschaftliche Sammlung der Phil.-theol. Hochschule Eichstätt zu einer der wertvollsten in Bayern. Sie bildet den Grundstock des heutigen Jura-Museums, dessen geister Vater M. ist. Fünf fossile Tierarten wurden nach M. benannt: Der Marder Plesictis mayri Dehm 1950, die Qualle Hydrocraspedota mayri Kolb 1951, der Knochenfisch Anaethalion mayri Nybelin 1967, der Seeigel Rhabdocidaris mayri Bantz 1969 und der belemnitenähnliche Tintenfisch Belemnoteuthis mayri Engeser & Reitner 1981.

  • Werke

    u. a. Hydropoten an Wasser- u. Sumpfpflanzen, 1914;
    Btrr. z. Anatomie d. Alismataceen, Die Blattanatomie v. Caldesia parnassifolia (Bassi) Pari., 1943;
    Die naturwiss. Slgg. d. Phil.-theol. Hochschule Eichstätt, 1964;
    Paläontol. u. Stratinomie d. Plattenkalke d. Altmühlalb, 1967;
    Ein neuer Archaeopteryx-Fund, 1973.

  • Literatur

    F. Senninger u. G. Viohl, F. X. M., Ein Leben f. Gott u. d. Natur, 1984 (W-Verz., P);
    eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Günter Viohl
  • Empfohlene Zitierweise

    Viohl, Günter, "Mayr, Franz Xaver" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 560 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136761496.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA