Lebensdaten
1881 – 1957
Geburtsort
Nürnberg
Sterbeort
Bamberg
Beruf/Funktion
katholischer Theologe ; Kunsthistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117545678 | OGND | VIAF: 57551227
Namensvarianten
  • Mayer, Heinrich

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Zitierweise

Mayer, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117545678.html [23.05.2022].

CC0

  • Genealogie

    Aus Bamberger Beamtenfam.;
    V Franz (1834–1911), Bez.-Ing. (Kanal- u. Bahnbauten), S d. Privatgel. Dr. iur. Philipp Anton (1807–54), Vf. d. „Münzkde. Bambergs im MA“ (1844), u. d. Anna Weber (* 1805);
    M Elise (1842–99). T d. Bierbrauers Joh. Nikolaus Wehr in Diespeck u. d. Elisabeth Barbara Pinsenschaum;
    Ur-Gvv Josef Franz-Anton (1772–1813), fürstbischöfl. bamberg. Hofkammerrat, S d. Philipp (1741–1815), Poststatthalter u. Bes. d. Gasthauses „Zum Weißen Lamm“, 1767 Ratsherr, 1774 Stadtbaumeister, 1786-1812 Bgm. v. B.;
    Ur-Gvm Georg Michael v. Weber (1768–1845), Dr. phil. et iur., Prof. in B., dann Appellationsgerichtspräs. in Würzburg u. Neuburg/Donau (s. W): N Waldemar (1911–89), Oberst, Standortkommandant v. München, Otto (* 1912), Reg.baumeister in Würzburg, Helmuth (* 1917), Dr. oec. publ., Reg.dir. im bayer. Innenmin.

  • Biographische Darstellung

    Nach dem Besuch des Gymnasiums in Nürnberg begann M. 1899 an der TH München das Studium der Architektur und studierte dann seit 1900 an den Universitäten in München und Bonn, seit 1904 in Freising Philosophie und Theologie sowie Kunstgeschichte. 1905 zum Priester geweiht, wirkte er in Bad Reichenhall und München in der Seelsorge. 1911 wurde er in München mit einer Arbeit über die „Geschichte der Spendung der Sakramente in der alten Kirchenprovinz Salzburg“|(1914) zum Dr. theol. promoviert. Drei Jahre später habilitierte er sich mit „Kinderideale, Eine experimentell-pädagogische Studie zur Religions- und Moralpädagogik“ (1914). Eine Berufung auf den Lehrstuhl für praktische Theologie in Bonn lehnte M. 1917 ab; es zog ihn in seine fränk. Heimat. 1918 wurde M. zum ao., 1925 zum o. Professor für Pädagogik und Katechetik an der Philosophisch-Theol. Hochschule in Bamberg ernannt; damit verbunden war ein Lehrauftrag für Kunstgeschichte. 1930-33 bekleidete er das Amt des Rektors, anschließend bis 1942 jenes des Prorektors; 1946 wurde er emeritiert.

    In der Fachwelt machte sich M. einen Namen als Verfasser einer „Katechetik“ (1924, ³1939), als Mitherausgeber der „Katechetischen Blätter“, als Fachgruppenleiter für Katechetik am „Lexikon für Theologie und Kirche“ (1930-38) sowie als Mitarbeiter am „Lexikon der Pädagogik der Gegenwart“ und am Lexikon „Religion in Geschichte und Gegenwart“. Darüber hinaus wurde der „Kunstmayer“ (in Anspielung auf Goethes Freund Heinrich Meyer) durch seine Forschungen auf dem Gebiet der Kunstgeschichte weiten Kreisen bekannt. Auf seine Initiative hin wurden in den 30er Jahren Grabungen auf dem Domberg in Bamberg durchgeführt, die eine Rekonstruktion der Baugeschichte von der Zeit Heinrichs II. bis zu den Staufern ermöglichten. Die Wiederentdeckung und Ausgrabung der um 1020 geweihten bischöflichen Hauskapelle in der Alten Hofhaltung wurde Anlaß zur Wiederherstellung dieses ältesten Bamberger Baudenkmals und der darüber zur Stauferzeit errichteten Katharinenkapelle. In seinem Buch „Bamberger Residenzen, Eine Kunstgeschichte der Alten Hofhaltung, des Schlosses Geyerswörth, der Neuen Hofhaltung und der Neuen Residenz“ (1951) faßt M. seine Forschungen zusammen und zeichnet die Wandlungen höfischer Kunst und die Gestaltung einer repräsentativen Aufgabe mit Mitteln der Architektur durch acht Jahrhunderte nach. In „Bamberg als Kunststadt“ (1955) und „Die Kunst des Bamberger Umlandes“ (2 Bde., 1930, ²1952) bietet M. eine lexikographische Aufnahme und Beurteilung des Kunstbesitzes einer ganzen Region. Diese beiden Publikationen sind auch deshalb von bleibendem Wert, da eine Reihe von erfaßten Kunstwerken inzwischen verloren gegangen ist.

    Dank seiner Mitgliedschaft in zahlreichen Vereinigungen und Gremien vermochte M. seinen Einfluß in Fragen aktueller Kulturpolitik (besonders im Denkmalschutz und im Kirchenbau) zur Geltung zu bringen. In seiner Rektoratsrede 1930 (Christliche Kunst als Erlebnis, Ihr psychologisches Wesen und ihre erziehliche Bedeutung, 1931) betonte er, die christliche Kunst müsse „eine Kunst unserer Zeit werden“, es gebe „kein Zurück mehr“. Vielmehr sei es die Aufgabe, „aus der modernen Kunst das ihr Kongeniale herauszuholen, einen Reinigungsprozeß einzuleiten und mit den Mitteln der Gegenwart ein reines Fühlen herauszustellen, das der christlichen Weltanschauung nicht widerspricht, sondern sie zum vollen, starken Ausdruck bringt“. Er widersetzte sich damit der herrschenden Tendenz, in der christlichen Kunst und im Kirchenbau auf Elemente der Romanik und des Barock zurückzugreifen. – Päpstl. Hausprälat, 1952.

  • Werke

    Weitere W u. a. Dt. Nationalerziehung u. kath. Christentum, 1921;
    Religionspäd. Reformbewegung, 1922;
    Die Obere Pfarrkirche zu Bamberg, 1929;
    Der Dom zu Bamberg, 1935, ⁵1955;
    Elementarer kath. Religionsunterricht in Dtld., in: Der elementare kath. Religionsunterricht in d. Ländern Europas I, 1938, S. 9-58;
    Die St. Michaelskirche zu Bamberg, 1940, ²1954. – Wiss. Nachlaß im Bes. d. Hist. Ver. Bamberg (Stadtarchiv), künstler. Nachlaß (20 Foliobde. mit Architektur- u. Landschaftszeichnungen u. -
    aquarellen) im Bes. d. Hist. Mus. Bamberg. – Zu Gg. M. v. Weber: Üb. d. Repartition d. Kriegsschäden, 1798;
    Hdb. d. in Dtld. übl. Lehenrechts. 4 Bde., 1807 f.;
    Grundsätze d. Bamberg. Landrechts, 4 Bde., 1807, ²1814;
    Üb. d. Baier. Credit- u. Schuldenwesen, d. Einführung d. Hypothekenbücher, d. Concursproceß u. d. Executionsverfahren, 1819.

  • Literatur

    H. Burkard, in: 93. Ber. d. Hist. Ver. f. d. Pflege d. Gesch. d. ehem. Fürstbistums Bamberg, 1959 (ausführl. W-Verz.);
    B. Neundorfer, Das Priesterseminar in d. Zeit d. EB Jacobus v. Hauck, in: Seminarium Ernestinum, 400 J. Priesterseminar Bamberg, hrsg. v. Mich. Hofmann u. a., 1986, S. 198-265;
    Rhdb.;
    Wi. 1935.

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Zitierweise

    Menges, Franz, "Mayer, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 540-541 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117545678.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA