Lebensdaten
1845 – 1909
Geburtsort
Schwenningen
Sterbeort
Sestri (Italienische Riviera)
Beruf/Funktion
Uhrenfabrikant ; Unternehmer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137402031 | OGND | VIAF: 81598086
Namensvarianten
  • Mauthe, Christian

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Zitierweise

Mauthe, Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137402031.html [05.12.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1822–84), Buchhändler, dann Fabrikant in Schwenningen, gründete 1844 d. Uhrenfabrik F. Mauthe, handelte zunächst mit Rohmaterialien u. Halbfabrikaten f. Uhrmacher, begann Ende d. 60er Jahre mit d. Herstellung v. massiven Federzuguhren, S d. Jakob (1783–1833). Wirt („Zur Krone“) u. Metzger in Schwenningen, u. d. Wirts-T Maria Strohm (1787–1834) aus Marbach;
    M Maria (1823–74), T d. Christian Kienzle (1789–1861). Bauer u. Rabenwirt, u. d. Anna Margarethe Göz;
    B Jakob (1847–1915). Uhrenfabrikant;
    Schwenningen 1869 Marie (1846–1907), T d. Kaufm. Joh. Bürk u. d. Maria Schlenker;
    3 T, u. a. Elise Gisela (* 1880. Eugen Schreiber, 1877–1939, Dir. d. Uhrenfabr. seit 1904);
    N (S d. Jakob) Fritz (1875–1951), Dr. h. c., Uhrenfabrikant in Schwenningen, Landtagsabgeordneter 1923–32, Präs. d. IHK Rottweil, Aufsichtsratsvors. d. Württ. Bank, Präs. d. Verwaltungsrats d. Landeszentralbank f. Württemberg u. Hohenzollern, Alfred (1879–1911), Uhrenfabrikant.

  • Biographie

    M. absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und trat 1872 in die von seinem Vater gegründete Uhrenfabrik ein, die am 1.1.1876 an ihn und seinen Bruder Jakob übergeben wurde. Produziert wurde in dieser Zeit noch im Schwenninger Gasthaus „Zur Krone“, das seit Generationen im Familienbesitz war. Als erste Uhrenfabrikanten in Schwenningen errichteten M. und sein Bruder 1881 einen auf der Grundlage modernster Technik aufgebauten arbeitsteiligen Fabrikbetrieb, vollzogen damit den Übergang von der handwerklichen zur industriellen Fertigung und verhalfen der Firma zu einem ungeahnten Aufstieg. Neben den historischen Schwarzwälder Uhren wurden insbesondere die technisch anspruchsvolleren Massiv-Regulatorwerke hergestellt. Bahnbrechend wirkte die Firma seit 1886 durch die Erzeugung der leichten sog. Amerikaneruhren mit Hohltrieb und durchbrochener Platine.

    Auch außerhalb seiner unternehmerischen Tätigkeit gewann M. großes Ansehen. 1890 brachte er eine Konvention zum Schutze der Schwarzwälder Uhrenindustrie gegen „Preisschleuderei“ zustande. 1894 war er Delegierter bei den Beratungen über den Deutsch-Russ. Handelsvertrag in Berlin. In Rottweil, wo er dem Gemeinderat angehörte, ließ er eine Arbeiterkolonie bauen, führte als Vorstand des Gewerbevereins Lehrlingsprüfungen ein und bemühte sich um Verbesserungen des Schul- und Verkehrswesens.

    Um 1900 beschäftigte M.s Firma schon über 1000, um 1912 etwa 1500 Arbeitnehmer. Filialen bestanden in Paris, Zürich, Bregenz und Allensbach am Bodensee. 1904 wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt. M. und sein Bruder übergaben die Leitung an dessen Söhne Fritz und Alfred sowie M.s Schwiegersohn Eugen Schreiber. In den 20er Jahren gehörte das Unternehmen auch international zu den führenden Uhrenherstellern. 1800 Beschäftigte stellten 1925 täglich 6000 Großuhren aller Art mit massiven und Amerikanerwerken her, deren Zuverlässigkeit den Weltruf der „Adlermarke“ begründete. In aller Welt wurden Niederlassungen und Vertretungen unterhalten.

    Der 2. Weltkrieg warf den Betrieb in seiner Entwicklung weit zurück. Obwohl die Uhrenindustrie der Bundesrepublik schon bald wieder einen beachtlichen Aufschwung nahm und Schwenningen in den 50er Jahren als die größte Uhrenstadt der Welt galt, war die nun von Enkeln M.s geleitete Firma Mauthe an dieser günstigen Entwicklung kaum noch beteiligt. Die Umstellungen von der mechanischen zur elektronischen Uhr wurde zu spät vollzogen, die Modernisierung der veralteten Produktionsanlagen versäumt. So kam es 1975 zum Konkurs.|

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    KR;
    Ehrenbürger v. Schwenningen.

  • Literatur

    J. Kuckuck, Die Uhrenindustrie d. württ. Schwarzwaldes, 1906;
    Hdb. d. Württ. Wirtsch., hrsg. v. A. Katz-Foerstner, 1925;
    P. Kurz, 200 J. Schwenninger Uhren, 1965;
    1867-1967, 100 J. Industrie- u. Handelskammer Rottweil a. N., 1967;
    H. Kahlert, 300 J. Schwarzwälder Uhrenindustrie, 1986;
    BJ 14;
    eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Jutta Hanitsch
  • Zitierweise

    Hanitsch, Jutta, "Mauthe, Christian" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 450 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137402031.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA