Lebensdaten
1902 – 1976
Geburtsort
Simferopol (Krim)
Sterbeort
Salò (Italien)
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118732005 | OGND | VIAF: 45097260
Namensvarianten
  • Maurach, Reinhart
  • Maurach, Reinhard
  • Maurach, Reinhart Paul Otto

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Zitierweise

Maurach, Reinhart, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118732005.html [18.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Reinhard (1870–1931), Dr. med., Augenarzt, S d. Eduard (1833–1901), Dr. med., Kreisarzt in Weißenstein (Estland), u. d. Marie Kulbach;
    M Antonie (1874–1958)| T d. Rittergutsbes. Robert Wegener (1837–1916) u. d. Sophie v. Halem; Verwandter Leberecht Wilhelm ( 1873), Reg.präs. in Bromberg;
    Breslau 1932 Ursula (1901–83), Techn. Lehrerin, T d. Oberstlt. Friedrich Rahn (1866–1945) u. d. Ella Mattner;
    1 S, 1 T.

  • Biographie

    M. gelangte nach Beendigung des russ. Bürgerkriegs 1920 über das Baltikum nach Deutschland. 1922 bestand er in Stettin das Abitur und studierte anschließend in Würzburg und Breslau Rechts- und Staatswissenschaften. 1925 promovierte er in Breslau mit einer Dissertation über die Rechtsstellung der Ausländer in der UdSSR. 1926 und 1929 legte er die beiden juristischen Staatsprüfungen ab und war danach als Richter am Amts- und Landgericht Breslau tätig. Daneben arbeitete er seit 1926 als Referent für sowjetruss. Recht am Osteuropainstitut Breslau. 1934 habilitierte er sich an der Juristischen Fakultät der Univ. Breslau für Strafrecht und Strafprozeßrecht mit den Arbeiten „Grundlagen des räterussischen Strafrechts“ (1933) und mit der 1935 erschienenen Arbeit „Kritik der Notstandslehre“. In Königsberg wurde er 1940 zum ao. und 1944 zum o. Professor ernannt. Nachdem er 1945 nach schwerer Verwundung und russ. Kriegsgefangenschaft nach Dießen (Oberbayern) gekommen war, erhielt er 1947 einen Lehrauftrag für Strafrecht an der Univ. München. 1948 lehnte er eine Berufung nach Würzburg ab und wurde im selben Jahr zum Ordinarius für Strafrecht und Osteurop. Recht an der Univ. München ernannt. Hier war er bis zu seiner Emeritierung 1970 tätig (1959/60 Dekan). Daneben wurde er 1957 nach der Gründung des Instituts für Ostrecht e. V. zum Vorstandsmitglied und wissenschaftlichen Leiter bestellt.

    Das wissenschaftliche Werk M.s umfaßt Arbeiten zur Strafrechtsdogmatik, zur Straftheorie, zur Kriminalpolitik, zum internationalen Strafrecht sowie zum sowjetruss. Straf- und Verfassungsrecht. Der Schwerpunkt liegt bei der Strafrechtsdogmatik. Die großangelegte Darstellung des deutschen Strafrechts (Allgemeiner und Besonderer Teil), das Lebenswerk M.s, wird in nunmehr vier Teilbänden von seinen Schülern Karl-Heinz Gössel, Friedrich-Christian Schroeder und Heinz Zipf in 6. bzw. 7. Auflage fortgeführt. M.s wissenschaftliche Grundposition ist durch die Lebensgeschichte und insbesondere die leidvolle Erfahrung mit einer entfesselten Staatsmacht nach der russ. Revolution und im Dritten Reich geprägt. Das Grundanliegen einer rechtsstaatlichen Absicherung des Strafrechts und des Strafverfahrensrechts findet sich in allen seinen Werken und bestimmt seine kriminalpolitischen und strafrechtsdogmatischen Positionen. Daneben steht die ebenfalls aus der Lebensgeschichte erwachsene besondere Verbindung zur Strafrechtspraxis.

  • Werke

    Weitere W u. a. Schuld u. Verantwortung im Strafrecht, 1948;
    Grundriß d. Strafrechts, 1948;
    Lehrbücher Allg. u. Besonderer T. d. Dt. Strafrechts, 1952/54 (span. Übers. d. ²Allg. T. 1962), ⁴Allg. T. 1971, ⁵Besonderer T. 1969;
    Hdb. d. Sowjetvfg., 1955;
    Die kriminalpol. Aufgaben d. Strafrechtsreform, Gutachten z. 43. Dt. Juristentag 1960. – Hrsg.: Sowjetrecht u. Sowjetstaat, 1971. – Mithrsg.: 50 J. Sowjetrecht, 1969 (darin v. M.: Verbrechen u. Strafe nach d. neuen Strafgesetzbuch d. DDR).

  • Literatur

    F.-C. Schroeder u. H. Zipf (Hrsg.), Festschr. z. 70. Geb.tag M.s. 1972 (P);
    K.-H. Gössel, in: Goltdammers Archiv 1976, S. 289;
    F.-C. Schroeder, in: Juristenztg. 1976, S. 543;
    H. Zipf, in: Neue Jur. Wochenschr. 1976, S. 1732.

  • Autor/in

    Heinz Zipf
  • Zitierweise

    Zipf, Heinz, "Maurach, Reinhart" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 432-433 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118732005.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA