Lebensdaten
1907 bis 1967
Geburtsort
Freiburg (Breisgau)
Sterbeort
Tullahoma/Tennessee (USA)
Beruf/Funktion
Luftfahrttechniker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137400896 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Matt, Heinrich

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Zitierweise

Matt, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137400896.html [18.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus bad. Beamtenfam.;
    V Heinrich Andreas;
    M Sophie Honold;
    Berlin 1938 Irma N. N.;
    3 S, 1 T.

  • Leben

    M. studierte 1926-31 Maschinenbau an den Technischen Hochschulen Berlin und München, wo er 1934 das Ingenieurdiplom erwarb. 1934-45 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) in Berlin-Adlershof. Er gehörte einer Forschungsgruppe an, die sich mit der Aerodynamik von Flugkörpern befaßte. 1937 übernahm M. die mechanische Betriebsleitung des im Bau befindlichen 2,7-Meter Hochgeschwindigkeitswindkanals der DVL. Schwerpunkt seiner Arbeiten war die Entwicklung, die Erprobung und der Betrieb dieses ersten großen Windkanals im transzonischen Geschwindigkeitsbereich. Hier konnten in ausreichend großem Modellmaßstab die aerodynamischen Probleme bei Annäherung an die Schallgeschwindigkeit untersucht werden. Die grundlegenden Messungen für nahezu alle deutschen Hochgeschwindigkeitsflugzeuge der Periode bis 1945 (z. B. das erste operative Strahlflugzeug Me-262 und das erste operative Raketenflugzeug Me-163) wurden an diesem Kanal vorgenommen. Von gleicher Bedeutung waren seine Forschungen über Hochgeschwindigkeitsprofile, Pfeilung, Stabilität und Luftschraubenwirkungsgrad bei hohen Unterschallgeschwindigkeiten.

    Seit 1946 arbeitete M. an dem Wright Field 10-ft. Hochgeschwindigkeitswindkanal der US Air Force in Ohio/USA, der 1947 in Betrieb ging. 1956-67 hatte er die Betriebsleitung der 16-ft. Triebwerkskanäle der US Air Force in Tullahoma/Tennessee inne, die mit ihren großen Meßstrecken und gewaltigen Antriebsleistungen von insgesamt 1/2 Mio. PS (einschl. Hilfsantriebe) die ersten Windkanäle der Welt waren, in denen operative Triebwerkssysteme mit Ein- und Auslaßdüse und mit Teilen von Tragflächen und Rumpf als Großmodelle bei Geschwindigkeiten bis zur dreifachen Schallgeschwindigkeit untersucht werden konnten. Die Inbetriebnahme und Erprobung dieser Großkanäle mit ihrer komplizierten Meßeinrichtung, Modellhalterung und Instrumentierung gehörten zu den umfangreichsten und schwierigsten Aufgaben im Bereich der experimentellen transzonischen Aerodynamik.

  • Werke

    u. a. Konstruktive Durchbildung v. Höhenkammern, in: Dt. Versuchsanstalt f. Luftfahrt, Ber. 813/3, 1937;
    Erprobung v. Luftschraubengeneratoren mit Seppeler-Luftschrauben, ebd., J 900/31, 1942;
    Messungen an e. Me 309 – Luftschraube im Hochgeschwindigkeits-Windkanal d. DVL, ebd., UM 1319, 1943;
    Möglichkeiten d. Flugleistungssteigerung v. Jagdeinsitzern durch Vergrößerung d. Antriebsleistung, in: Lilienthal – Ges. f. Luftfahrtforschung, LG 100, 1938;
    Aufbau u. Strahleneigenschaften d. DVL-Hochgeschwindigkeits-Windkanals, ebd., LG 127, 1940;
    Einfluß versch. Windkanalaufhängungen auf d. Beiwerte v. Flügeln, ebd., Ber. 156, 1942;
    Der Hochgeschwindigkeits-Windkanal d. DVL (2,7 m Dmr.), in: Jb. d. Dt. Luftfahrtforschung 1, 1941, S. 704 (mit B. Göthert).

  • Autor/in

    Bernhard H. Goethert
  • Empfohlene Zitierweise

    Goethert, Bernhard H., "Matt, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 387 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137400896.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA