Lebensdaten
1836 – 1923
Geburtsort
Krampe bei Grünberg (Niederschlesien)
Sterbeort
Berlin-Lichterfelde
Beruf/Funktion
Milchwirtschaftler ; Landwirt ; Agrarwissenschaftler
Konfession
andere
Normdaten
GND: 116811153 | OGND | VIAF: 15529515
Namensvarianten
  • Martiny, Benno
  • Martiny, Benno A. H.
  • Martiny, Benno Alexis Hans
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Zitierweise

Martiny, Benno, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116811153.html [09.02.2023].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Friedrich Wilhelm (1797–1861), Landwirt. S d. Christian Samuel Gottlieb (1748–1808), Brauereibes. u. Bäcker in Sonnenburg (Neumark), u. d. Eva Henning;
    M Auguste Sommer (1801–87);
    1866 Emilie Rohrbek (1842–1930) aus Gremblin (Westpreußen);
    2 S, u. a. Benno (1871–1953), führte d. Arbeiten M.s fort, indem er sich ebenfalls milchwirtsch. u. prüftechn. Problemen im Bereich d. Landtechnik widmete. 1908 ao. Prof. d. Landmaschinenkde. a. d. Univ. Halle (o. Prof. 1921), befaßte er sich mit d. Ausarbeitung der sog. Vergleichsprüfungsverfahren, die präzise u. verläßl. Maschinentests ermöglichten. Er führte 1911 d. ersten Motorpflugprüfungen in Dtld. durch u. bemühte sich in zahlr. Veröff. um d. Einführung v. Melkmaschinen u. Milchverkaufsgeräten in d. landwirtsch. Praxis (s. W, L).

  • Biographie

    M. verließ wegen einer Krankheit in der Obersekunda das Gymnasium zu Görlitz. Er begann 1853 eine Landwirtschaftslehre. Drei praktischen Jahren folgte ein viersemestriges Studium an der landwirtschaftlichen Akademie Eldena, das er erfolgreich abschloß. M. war danach auf verschiedenen Gütern der Oberlausitz, Schlesiens und Ostpreußens als Landwirtschaftsbeamter tätig, ehe er 1861 nochmals ein Semester lang an der Akademie Waldau b. Königsberg landwirtschaftliche Vorlesungen hörte. Im Herbst 1861 wurde er Generalsekretär (Geschäftsführer) des Vereins westpreuß. Landwirte in Marienwerder. Die Bildung des westpreuß. landwirtschaftlichen Hauptvereins führte M. in gleicher Dienststellung nach Danzig, wo er nebenbei eine kleine Landwirtschaft erwarb und bewirtschaftete. M. unternahm zahlreiche Auslandsreisen, so zu den Weltausstellungen in London (1862) und Paris (1867) sowie nach Schweden (1871).

    Auch als Autor agrarwissenschaftlicher Beiträge machte sich M. seit 1862 einen Namen. Internationale Anerkennung brachte ihm vor allem das Buch „Die Milch, ihr Wesen und ihre Verwertung“ (2 Bde., 1871), in dem das gesamte milchwirtschaftliche Wissen der damaligen Zeit zusammengefaßt war. Er gründete die am 1.10.1871 erstmals erschienene „Milchzeitung“, in der er sich besonders für die Schaffung eines milchwirtschaftlichen Vereins und die Organisation milchwirtschaftlicher Ausstellungen einsetzte.

    M. blieb der Praxis eng verbunden. 1874 erwarb er das Gut Lizlhof in Kärnten, wo er bis 1880 eine leistungsfähige Rinderzucht aufbaute. Wegen eines Brandes verkaufte er den Betrieb und ging im Frühjahr 1881 an die Landwirtschaftliche Hochschule Berlin, wo er bis 1884 Dozent für Molkereiwesen war. Es schlossen sich Tätigkeiten für verschiedene landwirtschaftliche Organisationen an, so für den Westpreuß. Butterverkaufsverband und die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), die vor allem M.s Gutachten über milchwirtschaftliche Geräte und Verfahren schätzten. 1903-11 vertrat M. die deutschen Interessen beim Milchwirtschaftlichen Weltverband. Daneben bearbeitete er immer wieder Themen wie die Versorgung der Bevölkerung mit Milch, Butter und Käse, aber auch die Kulturgeschichte der Milch.

    M. zählt zu den Begründern der modernen Milchwissenschaft. In seinen Veröffentlichungen faßte er nicht nur den zeitgenössischen Wissensstand auf dem Gebiet der Milchgewinnung und -verarbeitung zusammen, er entwickelte auch Prüfverfahren, denen über viele Jahre hinweg Neuerungen auf milchwirtschaftlichem Gebiet unterzogen wurden. Ferner erkannte M. frühzeitig die Bedeutung des Fachpresse- und Ausstellungswesens. Der internationale Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der Milch- und Molkereiwirtschaft geht wesentlich auf ihn zurück.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Göttingen 1906. Hochschule f. Bodenkultur Wien 1919);
    Prof.titel (1906);
    Benno-Martiny-Plakette d. DLG.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Entwicklungsmotive d. engl. Landwirtsch., 1862;
    Das Southdown-Schaf, Anfangsgründe s. Züchtung u. Nutzung, 1869;
    Die Milchviehzucht, 1877;
    Gesch. d. Mölltaler Rindviehschlages, 1880;
    Kirne u. Girbe, Ein Btr. z. Kulturgesch., bes. z. Gesch. d. Milchwirtsch., 1895;
    Die Kennzeichnung v. Zuchttieren, 1899;
    Gesch. d. Rahmgewinnung, Gesch. ihrer Entwicklung v. d. frühesten Zeit b. z. Gegenwart, 1. T.: Die Aufrahmung, 1909, 2. T.: Die Schleuder-Entrahmung, 2 Bde., 1913/15. – Zu S Benno: Die Prüfung v. Motorpflügen, 1912;
    Die Motorpflüge als Betriebsmittel neuzeitl. Landwirtsch., 2 T, 1917 (mit E. Anders);
    Stand u. Aufgaben d. Technik in d. Milchwirtsch., 1927;
    Milchverkaufsgeräte, 1933.

  • Literatur

    Herter, in: Mitt. d. Dt. Milchwirtsch. Ver. 28, 1911, S. 163-73 (P);
    H. Weigmann, B. M., 1936 (P);
    O.|Keune, Männer die Nahrung schufen, 1952, S. 372-80, 540 f. (P). - Zu S Benno: R. Wiehr, in: Die Molkerei-Ztg. 5, 1951, Nr. 10;
    ebd. 7, 1953, Nr. 12;
    R. Bernstein, in: Landtechn. Forschung 3, 1953, H. 2, S. 63 f.;
    Fischer, in: Mitt. d. Dt. Landwirtsch.-Ges. 68, 1953, S. 372;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1931.

  • Autor/in

    Klaus Herrmann
  • Zitierweise

    Herrmann, Klaus, "Martiny, Benno" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 308-309 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116811153.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA