Lebensdaten
erwähnt 1170, gestorben 1190
Sterbeort
Antiochien
Beruf/Funktion
Bischof von Meißen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 13716324X | OGND | VIAF: 81392439
Namensvarianten
  • Martin von Meißen
  • Martin
  • Martin von Meißen
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Orte

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Zitierweise

Martin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13716324X.html [29.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    Die Herkunft M.s läßt sich aus den Quellen nicht sicher feststellen. Vermutl. stammte er aus sächs. Geschl.; wenig wahrsch. ist e. Hinweis in d. Marbacher Annalen, er sei e. Sohn d. schwäb. Grafen Diepold v. Berg gewesen.

  • Leben

    Der Meißener Domherr M. wurde Ende November 1170 als Nachfolger Gerungs zum Bischof von Meißen gewählt. Als Landesherr bemühte er sich um den schon von seinem Vorgänger begonnenen Ausbau der Ministerialität (z. B. Einrichtung von Hofämtern) sowie 1183/85 um die Regelung der Rechte deutscher Kolonisten in Löbnitz. Gegenüber einer Adelsopposition von Klerikern und Laien versuchte M., die bischöfl. Macht zu stärken und durchzusetzen. In diesen Zusammenhang gehört sein Streit mit der Familie v. Kittlitz um verschiedene Orte und Güter in der Oberlausitz, der schließlich zur mehrmaligen Exkommunikation des Burchhard v. Kittlitz führte. M. und seine Gegner trugen den Rechtsfall 1187 Papst Urban III. vor, der vermutlich für den Bischof Partei ergriff. Das Eintreten des Kaisers und des Mgf. Otto von Meißen in Worms ermöglichte 1187 zwar eine vorübergehende Einigung, konnte aber letztlich den Streit, wie die Schwierigkeiten beim Ausbau der landesherrlichen Rechte belegen, nicht beenden.

    Neben der materiellen Ausstattung verschiedener Ordenskonvente mit Zehntrechten, wozu auch die Zisterzienserabtei Altzella gehörte, ragt vor allem die Teilnahme am Dritten Laterankonzil 1179 aus der innerkirchlichen Tätigkeit des Bischofs heraus. Intensive Aktivitäten entfaltete M. in der Reichspolitik. Er nahm an einer Reihe von Reichstagen teil, hielt sich oft in der Nähe des Kaisers auf, suchte 1186/87 im Streit zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa und Papst Urban III. in Verona zu vermitteln und verpflichtete sich 1188 auf dem Hoftag zu Mainz zusammen mit anderen Bischöfen zum Kreuzzug. Als man im Mai 1189 aufbrach, schloß sich M. dem von Kaiser Friedrich geführten Teil des Kreuzfahrerheeres an, das nach dem Tode Barbarossas von dessen ältestem Sohn, Hzg. Friedrich von Schwaben, geleitet wurde. M. starb 1190 während einer Ruhrepidemie in Antiochien. Wie stark seine Teilnahme am Kreuzzug die Erinnerung prägte, beweist die 1301 verfaßte Dichtung „Die Kreuzfahrt des Landgf. Ludwigs des Frommen von Thüringen“, in der M. ausführlich erwähnt wird.

  • Literatur

    Marbacher Ann., in: MGH SS 17, 1866;
    Codex Diplomaticus Saxoniae Regiae I, 2. II, 1, 1864-89;
    Die Kreuzfahrt d. Landgf. Ludwigs d. Frommen v. Thüringen, hrsg. v. H. Naumann, MGH Dt. Chroniken IV, 2, 1923;
    Ed. Machatschek, Gesch. d. Bischöfe d. Hochstiftes Meißen in chronolog. Reihenfolge, 1884, S. 128-35;
    W. Schlesinger, KG Sachsens im MA II: Das Za. d. dt. Ostsiedlung (1100–1300), 1962, S. 48-50;
    W. Rittenbach u. S. Seifert, Gesch. d. Bischöfe v. Meißen 968-1581, 1965, S. 114-20.

  • Autor/in

    Heribert Smolinsky
  • Empfohlene Zitierweise

    Smolinsky, Heribert, "Martin" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 276 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13716324X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA