Lebensdaten
1864 bis 1934
Geburtsort
Burghausen (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Admiral ; Staatssekretär des Reichsmarineamts
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137104634 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mann, Ernst Ritter von
  • Mann Edler von Tiechler, Ernst Ritter von
  • Mann von Tiechler, Ernst Ritter von
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Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Mann von Tiechler, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137104634.html [17.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus Steyr a. d. Enns stammende Fam. (österr. Adel 1618), v. d. viele Mitglieder in d. bayer. Armee dienten (kurpfälz. Ritterstand 1788). Generalmajore waren Friedrich (1776–1848), Philipp (1863–1925) u. Ferdinand (1891–1957), Christian (1771–1837) war 2. Präs. d. Oberappellationsger. in München (s. Schärl). – V Klemens (1829–1903), bayer. Hauptm., S d. Karl (1773–1854), bayer. Oberst, u. d. Charlotte v. Axthelm;
    M Auguste (1840–1921), T d. Steuerbeamten Ernst Rink u. d. Therese Reiner;
    München 1899 Kathinka (1878–1955), T d. Stabsauditeurs Franz Günter u. d. Franziska v. Mann;
    1 S.

  • Leben

    M. trat nach dem Abitur am Nürnberger Realgymnaisum 1884 als Kadett in die Kaiserl. Marine ein. Er absolvierte die übliche Ausbildung, durchlief als Offizier verschiedene Stellungen im Wechsel von Land- und Bordkommandos und wurde schließlich im|Herbst 1901 als Kapitänleutnant zum Admiralstab versetzt, in dem er sich als Dezernent für die militärpolitische Verwendung der Auslandsschiffe bewährte. Zur Flotte versetzt, erbat M. 1905 als Korvettenkapitän aus gesundheitlichen Gründen seinen Abschied und trat als Assistent der Direktion der Germaniawerft, Kiel, in die Dienste der Firma Krupp. Die Hoffnung, in angemessener Zeit als Nachfolger des Vizeadmirals a. D. Barandon die Position des Vorsitzenden der Direktion einnehmen zu können, erfüllte sich jedoch nicht; Krupp bevorzugte in leitenden Positionen Schiffs- und Maschinenbautechniker. Im März 1907 trat M. wieder in die Kaiserl. Marine ein. Bis zum Beginn des 1. Weltkriegs führte ihn der Weg vom Kommandanten verschiedener Kreuzer und des Linienschiffes „Kaiser“ zur Position des Chefs des Stabes der Hochseeflotte unter Admiral Friedrich v. Ingenohl, in der er sich aber nur bis unmittelbar nach dem verlustreichen Gefecht vor Helgoland Ende August 1914 halten konnte.

    In seiner bisherigen Laufbahn hatte M. häufig Gelegenheit gehabt, sich intensiv mit der neuen Waffe des Torpedos zu beschäftigen. So nahm er nun auch die ihm anvertraute Aufgabe als Inspekteur des Torpedowesens seit Ende Oktober 1914 erfolgreich wahr. Mit der Ernennung zum Direktor des neu gegründeten Unterseebootsamtes im Reichsmarineamt (5.12.1917) dehnte sich der Verantwortungsbereich des Vizeadmirals zwar erheblich aus, doch blieben die Wirkungsmöglichkeiten relativ gering. Weder das Reichsmarineamt noch das Unterseebootsamt waren angesichts der politischen, militärischen und wirtschaftlichen Situation im Winter 1917/18 in der Lage, kurzfristig die Voraussetzungen für eine gesteigerte Effizienz der U-Boot-Kriegführung zu schaffen. Die Auftragserteilung über 360 U-Boote innerhalb weniger Monate änderte nichts an den beschränkten Werftkapazitäten, den Materialengpässen und dem Facharbeitermangel. Vergleichbares widerfuhr M. mit der Ernennung zum Staatssekretär des Reichsmarineamtes durch den Kaiser. Wieder kontrastierte der ausgedehnte Verantwortungsbereich mit den geringen Wirkungsmöglichkeiten, die sich M. boten. Nicht mehr der Staatssekretär (wie unter Tirpitz) bestimmte die Linie der Marinepolitik, sondern die Seekriegsleitung unter Admiral Scheer, der auch die Beauftragung (22.9.1918) und Ernennung (5.10.1918) M.s durchgesetzt hatte. In seiner Reaktion auf den militärischen Zusammenbruch, d ie Meuterei bei der Hochseeflotte und die Revolution unterschied sich M. nur in einem Punkte vom Gros der Seeoffiziere: Er schlug dem Kabinett des Prinzen Max von Baden die Bildung von „Bürger- und Bauernwehren“ als Selbsthilfeorganisationen vor, da das Militär allein der revolutionären Bewegung nicht Herr zu werden vermöge (6.11.1918). M. verließ seinen Posten nach der Revolution nicht. Am 14.2.1919 in den Ruhestand versetzt, zog er sich in seine bayer. Heimat zurück.

  • Literatur

    Der Krieg zur See 1914–18, hrsg. in Verbindung mit d. Bundesarchiv-Militärarchiv v. Arbeitskreis f. Wehrforschung, Der Krieg in d. Nordsee VII: Vom Sommer 1917 b. z. Kriegsende, bearb. v. W. Gladisch, 1965;
    Der Handelskrieg mit U-Booten v. Januar b. November 1918, bearb. v. A. Spindler, 1966;
    B. Stegemann, Die Dt. Marinepol. 1916–18, 1970;
    Militär u. Innenpol. im Weltkrieg 1914–18, bearb. v. W. Deist, 1970.

  • Autor/in

    Wilhelm Deist
  • Empfohlene Zitierweise

    Deist, Wilhelm, "Mann von Tiechler, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 54 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137104634.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA