Lebensdaten
1798 bis 1869
Geburtsort
Kassel
Sterbeort
Kassel
Beruf/Funktion
bolivianisch-peruanischer Großmarschall
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 120134306 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Braun, Otón Felipe
  • Braun, Otto Philipp
  • Braun, Otón Felipe

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Zitierweise

Braun, Otto Philipp, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120134306.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig Theod. (1753–1835), Hofsattler und Wagenfabrikant, S des Hofsattlermeisters Johannes in Kassel und der Maria Magd. Kraut;
    M Sophie Cath. Louise (1766–1847), T des Bildhauers und Hofkupferschmieds Daniel in Kassel (Hessendenkmal) und der Cath. Wilhelmine, T des Hofkupferschmieds Otto Philipp Küper (Gießer des „Herkules“ auf Wilhelmshöhe);
    1) 1828 Justa Germana de Rivero y Abril (1811–37), aus spanischer Adelsfamilie, 2) 1841 Emma, T des Samuel Berensfeld in Hanau und der Johanna Winkler;
    2 S, 1 T aus 1), u. a. José Manuel (* 1832), bolivianischer Gesandter in Peru, 5 T aus 2).

  • Leben

    1815-18 studierte B. in Hannover und Göttingen Tierarzneikunde und besuchte gleichzeitig die Reitschule, ging 1818 nach Philadelphia, 1819 nach Haiti, wo er für König Christophe einen Marstall und ein Gestüt einrichtete. 1820 trat er in das Befreiungsheer Simón Bolivars ein, landete 1823 zur Befreiung Perus in Callao, baute, inzwischen Major geworden, nach preußischem Muster ein schlagkräftiges Heer auf (Übersetzung des Exerzierreglements Friedrichs des Großen ins Spanische). In den Kämpfen gegen die Spanier sich auszeichnend (Sieger vom Juni 1824), erhielt er einen Ehrensold von 10 000 spanischen Talern, den Orden der Befreier von Venezuela und wurde 1825 zum Oberst befördert. Am 30.5.1828 besiegte er den peruanischen Rebellengeneral Gamarra bei Oruro. Im gleichen Jahr wurde er Brigadegeneral (Generalmajor) von Bolivien, kurz darauf Präfekt und Oberbefehlshaber der Departements La Paz, Cochabamba und Oruro. Nach Bolivars Tod (1830) trat er als enger Mitarbeiter des Präsidenten Santa Cruz in bolivianische Dienste, widmete sich dem Aufbau des Heeres und wurde 1835 Kriegsminister, bald darauf bolivianischer und peruanischer Generalleutnant. In der Verteidigung der von Santa Cruz geschaffenen bolivianisch-peruanischen Konföderation (1835–39) kämpfte er siegreich gegen Argentinien und wurde 1838 zum Großmarschall von Montenegro ernannt. In dem anschließenden Krieg gegen Chile wurde Santa Cruz 1839 geschlagen, verlor die Präsidentschaft und ging außer Landes. B. wurde von seinem Nachfolger 1839 aus der bolivianischen Rangliste gestrichen (1849 in seine Rechte wieder eingesetzt) sowie als Agent der verhaßten Konföderation des Landes verwiesen und nahm 1840 seinen Wohnsitz|in Kassel. Er reiste noch häufig nach Südamerika, vor allem, um sich den Kupferminen zu widmen, die er in Corocoro (Bolivien) erworben hatte. Bis heute genießt B. in Südamerika allgemeine Achtung als „eine der erhabensten und ruhmreichsten Gestalten des Unabhängigkeitskrieges“.

  • Literatur

    J. Díaz A., Los Generales de Bolivia (Rasgos biográficos) 1825-1925, La Paz 1929, S. 36-55;
    S. Martínez, La Catedral de Arequipa y sus capitulares, Arequipa 1931, S. 92-108 (f. Justa de Rivero);
    F. Nielsen-Reyes, Der Großmarschall O. Ph. B., Die Bedeutung seines Wirkens f. d. Beziehungen zw. Dtld. u. Bolivien, in: Länder u. Völker, Jg. 67, NF, H. 2, Febr. 1937, S. 67-70;
    ders., Homenaje de la ciudad de Cassel, Alemania al ejército de Bolivia, Berlin 1938 (P);
    K. v. Borcke, Deutsche unter fremden Fahnen, 1938, S. 273-75;
    O. Grube, Ein Leben f. d. Freiheit, Das abenteuerl. Schicksal d. Großmarschalls O. Ph. B., 1939 (Bibliogr., P);
    Hdwb. d. Grenz- u. Auslanddeutschtums I, 1933, S. 487;
    K. Martin, in: Lb. Kurhessen II, S. 83-90 (L, P).

  • Autor/in

    Hans Joachim Bock
  • Empfohlene Zitierweise

    Bock, Hans Joachim, "Braun, Otto Philipp" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 547 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120134306.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA