Lebensdaten
1630 bis 1691
Geburtsort
Preußen
Sterbeort
Stockholm (?)
Beruf/Funktion
brandenburgischer Diplomat ; Staatsmann
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 10433441X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brandt, Christoph von
  • Brand, Christoph von

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Zitierweise

Brandt, Christoph von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd10433441X.html [08.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Christian, brandenburgischer Geheimer Rat, neumärkischer Kanzler und Direktor der neumärkischen Amtskammer, S des Friedrich, Rittergutsbesitzer, und der Lucia von der Marwitz;
    M Gertraut, Erb-T des Wolf von Rühlicke auf Gralow und der Dorothea von Steinwehr; 7 B, u. a. Ludwig (1640–1711), Geheimer Rat und Kanzler der Neumark, Eusebius s. (2), Wilhelm (1644–1701), Generalleutnant, Gouverneur zu Küstrin und Wirklicher Geheimer Kriegsrat, Friedrich, Geheimer Rat und Gesandter, Paul (1650–97), brandenburgischer Generalmajor; N (S von Paul) Christian (1684–1749), preußischer Wirklicher Geheimer Rat und Staatsminister, Chef des geistlichen Departements, 1. Präsident des Konsistoriums der Kurmark und Oberkurator der Universitäten und Schulen.

  • Leben

    Nach fünfjährigen theologischen und juristischen Studien in Frankfurt/Oder war B. ein Jahr Kammerjunker der Kurfürstin-Witwe Elisabeth Charlotte geborene Prinzessin von der Pfalz in Krossen, schloß dann in Heidelberg seine Studien ab und trat in kurpfälzische Dienste als Gouverneur des Kurprinzen und als Hofgerichtsrat. 1657 berief ihn Kurfürst Friedrich Wilhelm zurück und ernannte ihn 1658 zum Hofrat. Als solcher ging B. 1658 nach Paris, wo er sich als Resident bestens bewährte. Seine Berichte zeichnen sich im Gegensatz zu denen der älteren brandenburgischen Diplomaten durch flüssigen Stil und treffsicheres Urteil aus. Die handelnden Persönlichkeiten gewinnen in ihnen Leben und treten in ihren Eigenarten deutlicher hervor als in manchen zeitgenössischen Biographien. Diese Vorzüge qualifizierten B. zu seiner fast dauernden Verwendung im diplomatischen Dienst, und zwar stets an den Brennpunkten der europöischen Politik. Der Verwaltungstätigkeit, die mit seiner 1664 erfolgten Ernennung zum Wirklichen Geheimen Rat und 1665 zum Kanzler der Neumark verbunden war, konnte sich B. nur vorübergehend widmen. 1660-68 weilte er als Resident und später als Gesandter in London, 1670-82 waren Kopenhagen und Stockholm seine Wirkungsstätten. U. a. nahm B. entscheidenden Anteil an dem Zustandekommen des Friedens zu Breda 1667 zwischen England und den Generalstaaten und 1676 im Verein mit seinem Bruder Friedrich an dem Abschluß des Bündnisvertrages zwischen Brandenburg und Dänemark.

  • Literatur

    L. F. Ch. Rötcher. Leichenpredigt, Küstrin 1691. - Qu.: Akten d. Preuß. Geh. Staatsarchivs.

  • Autor/in

    Hans Saring
  • Empfohlene Zitierweise

    Saring, Hans, "Brandt, Christoph von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 530 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10433441X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Brandt: Christoph v. B., geb. 1630, 1691, brandenburgischer Diplomat. Der ostpreußischen Linie seines alten weitverzweigten Geschlechts entsprossen, trat er nach vollbrachten Studien früh in den brandenburgischen Hofund Staatsdienst ein. Nur vorübergehend war er am kurpfälzischen Hofe in Heidelberg als Gouverneur des Kurprinzen engagirt. Von 1657 an erscheint er fast ununterbrochen in längeren oder kürzeren diplomatischen Sendungen an verschiedene Höfe im Dienste des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg beschäftigt. Seine erste Mission ging an den französischen Hof, wo er von 1657 bis 1660 mit wenigen Unterbrechungen verweilte und die Interessen der brandenburgischen Politik namentlich bei Gelegenheit der deutschen Kaiserwahl von 1658, sowie in dem letzten Stadium des nordischen Krieges mit Geschick vertrat. Nachdem im Jahre 1660 die Restauration des Hauses Stuart in England erfolgt war, wurde B. bei verschiedenen Anlässen als Gesandter nach London geschickt; unter besonders schwierigen Verhältnissen, als 1664 der Krieg zwischen England und den Niederlanden entbrannte und es für Brandenburg galt, seine neutrale Stellung zwischen den beiden kriegführenden Mächten zu behaupten; es kam hierbei zeitweilig zu einer so lebhaften Spannung, daß B. 1665 aus London abberufen wurde. Dennoch aber gelang es die Neutralität festzuhalten, und als im Sommer 1667 zu Breda der Friede zwischen England und den Niederlanden geschlossen wurde, war B. Mitglied der brandenburgischen Gesandtschaft, welche neben anderen die Vermittlung zwischen den beiden Mächten führte. Inzwischen war er zum Mitglied des geheimen Staatsraths und 1665 zum Kanzler der Neumart ernannt worden. Doch hat er diese Verwaltungsposten nur kurze Zeit inne gehabt und trat bald wieder in die diplomatische Thätigkeit zurück. Als 1672 mit dem Einfall Ludwigs XIV. in die Niederlande die große Verwicklung begann, welche Brandenburg zuerst in den französischen Krieg verflocht und dann ihm die schwedische Invasion herbeiführte, wurde B. nach Stockholm gesandt, um womöglich das schwedische Cabinet von einer Betheiligung an dem Kampfe im französischen Interesse zurückzuhalten. Nur für einige Zeit gelang dies, und als dem Drängen der Franzosen nachgebend sich Schweden endlich doch zum Krieg gegen Brandenburg anschickte, wurde B. (der inzwischen auch eine kürzere Gesandtschaft am kaiserlichen Hofe in Wien vollführt hatte) von Stockholm abberufen und bald darauf nach Dänemark geschickt, um König Christian V. nun zur energischen Theilnahme an dem Kriege zu bewegen. Nach längeren Verhandlungen brachte er, unterstützt von seinem Bruder Friedrich v. B., das enge Kopenhagener Bündniß vom 23. Dec. 1676 zwischen Brandenburg und Dänemark zu Stande, welches auf den weiteren Gang des Krieges im Norden von so großem Einfluß war und im März 1678, gleichfalls unter Brandt's Mitwirkung, erneuert und erweitert wurde. Nach Beendigung des Krieges wurde er noch wiederholt als Gesandter an die nordischen Höfe, besonders nach Schweden, verwandt; einer Nachricht zufolge soll er in Stockholm gestorben sein. In seiner diplomatischen Thätigkeit erscheint er als ein Mann von guten Kenntnissen, klarem Blick, verständigem Urtheil, ohne gerade ersten Ranges zu sein. Die wichtigsten seiner amtlichen Depeschen werden in den „Urkunden und Actenstücken zur Geschichte des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg“ veröffentlicht.

  • Autor/in

    Erdmannsdörffer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Erdmannsdörffer, Bernhard, "Brandt, Christoph von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 251-252 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10433441X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA