Lebensdaten
1751 bis 1817
Geburtsort
Straßnitz (Mähren)
Sterbeort
Eckersdorf Kreis Glatz
Beruf/Funktion
Landwirt
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 137908539 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Magnis, Anton Alexander Graf von
  • Magni, Anton Alexander von

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Zitierweise

Magnis, Anton Alexander Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137908539.html [17.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Joh. (1727–56), auf St., S d. Maximilian Philipp (1685–1738), auf St. u. Přestawik, u. d. Maria Carolina Gfn. v. Lichtenstein z. Castelcorn;
    M Franziska (1721–80), erbt 1771 mit ihren Schwestern d. Götzenschen Allodialgüter in d. Gfsch. Glatz, T d. Joh. Franz Gf. v. Götzen (1693–1738), auf E. u. Scharfeneck, u. d. Marianne Freiin v. Stillfried u. Rattonitz;
    Glatz 1785 Louise (1763–1848, ev.), T d. Friedrich Wilhelm Gf. v. Götzen (1734–94), preuß. Gen.-Lt. (s. Priesdorff II, S. 188 f.), u. d. Luise v. Holwede; Schwager Friedrich Wilhelm Gf. v. Götzen ( 1820), preuß. Gen. (s. NDB VI);
    2 S, 8 T, u. a. Anton (1786–1861), Wilhelm (1787–1851).

  • Leben

    M. übernahm nach dem Erlöschen des Mannesstamms der Grafen v. Götzen deren Güter mit dem Hauptgut Eckersdorf, das er zum Mittelpunkt seiner Betriebe machte. 1795-1812 kaufte er dazu zwölf weitere, z. T. überschuldete und heruntergewirtschaftete Güter, die er in einer nach den Grundsätzen der „rationellen Landwirtschaft“ zu bewirtschaftenden Einheit zusammenfaßte. Der Markttendenz zu den feinsten Tuchwollen folgend, verlegte sich M. im größtmöglichen Stil auf die Merinozucht. Sein Ziel war es, die Erträge der anspruchsvollen Rasse, deren Zuchtrichtung und Fütterung, mit den Möglichkeiten von Klima und Boden Schlesiens optimal zu vereinbaren. Als Grundstock seiner Zucht kaufte er Herden aus Spanien, Mähren und Ungarn – von dort einmal 1500 Tiere – so daß er nach dem Bericht des Freiherrn Ludwig von Vincke mit rd. 8000 Schafen auf seinen Gütern gegen Ende des 18. Jh. als „der größte Schafwirt in Deutschland“ angesehen wurde. Durch konsequente Durchzüchtung in der Richtung auf höchste Qualität seiner Wollen erzielte er über eine Reihe von Jahren Spitzenpreise auf dem preisbestimmenden Breslauer Wollmarkt. J. G. Elsner, der damals maßgebende deutsche Publizist über Schafzucht, bestätigte ihm, „die erste, bedeutende und hochberühmte Herde, welche für ganz Schlesien den Impuls gab“,|geschaffen zu haben. M. verkaufte aus seinen Beständen Zuchtmaterial in die angrenzenden Länder, besonders nach Polen und in die Mark Brandenburg. Schlesien wurde durch ihn und später auch andere in der gleichen Richtung arbeitende Züchter, neben Sachsen, zu einem der Hauptgebiete der feinwolligen Schafzucht auf dem Kontinent, dessen Wollen auf dem engl. Markt sogar die früher beherrschenden spanischen verdrängen konnten. Erst das Erscheinen der austral. Wollen beendete um die Mitte des 19. Jh. diese Vorrangstellung.

    Ähnlich unternehmerisch wie in der Schafzucht arbeitete M. auch in der Rinderzucht. Er veredelte den vorgefundenen Landschlag der Grafschaft Glatz mit eingeführten Zuchttieren aus der Schweiz, Tirol und der Steiermark. Zur Verbesserung der Futtergrundlage ersetzte er die Dreifelderwirtschaft mit Brachschlag durch jene mit Rotklee. 1803 griff er die neue Idee des Zuckerrübenanbaues auf und schickte einen seiner Söhne zur Einarbeitung zu Franz Karl Achard auf dessen erst 1801 gegründete Versuchszuckerfabrik in Kunern. Zwei seiner Söhne gingen zu einer einjährigen Ausbildung zu Emanuel v. Fellenberg auf dessen Landwirtschaftliches Institut in Hofwyl b. Bern. Mit Fellenberg einig war M. hinsichtlich der sozialen, nicht nur rein technisch-ökonomischen Aufgabe der neuen „Rationellen Landwirtschaft“.

    M. erschloß seine Forsten durch Trift- und Floßanlagen, Holzhöfe und Sägewerke. Er gründete 1795 im Zusammenhang mit dem Ausbau der Steinkohlengruben im Revier Neurode auch eine Glashütte, die im Unterschied zu der bisherigen Holzfeuerung mit der neuen Kohlefeuerung arbeitete. M. hat auf fast allen einem damaligen Großgrundbesitzer offenstehenden Wirtschaftsbereichen als Pionier gewirkt. Das von ihm begonnene Werk wurde von seinen Nachkommen, unter Anpassung an die technische Entwicklung, während des ganzen 19. Jh. fortgeführt.

  • Literatur

    John Quincy Adams, Letters on Silesia, London 1804, S. 206, 209-11;
    J. G. Elsner, Landwirtsch. Reise durch Schlesien, 1822;
    ders., Übersicht d. europ. veredelten Schafzucht, 1828, S. 45;
    A. Rümpler, Die Zuckerindustrie in Schlesien vor 100 J., 1901;
    J. Bartels, Staatl. Maßnahmen z. Förderung d. Schafzucht in Preußen im 18. u. am Anfang d. 19. Jh., Diss. Landw. Hochschule Berlin 1928;
    A. Ronge, in: Schles. Lb. I, 1922, S. 215-18;
    H.-O. Schwientek, Die Reichsgrafen v. Magnis u. ihr Besitz in d. Gfsch. Glatz, 1939;
    W. Zorn, Die Gesch. d. Landwirtsch.-Wiss. in Schlesien, 1964, S. 17;
    H. Pruns, Staat u. Agrarwirtsch. 1800–65, in: Berr. üb. Landwirtsch. 194, Sonder-H., 1978, Bd. 1, S. 292, Bd. 2, S. 76.

  • Autor/in

    Heinz Haushofer
  • Empfohlene Zitierweise

    Haushofer, Heinz, "Magnis, Anton Alexander Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 660 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137908539.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA