Lebensdaten
1648 – nach 1681
Sterbeort
Halle (Saale)
Beruf/Funktion
Astronom ; Gymnasiallehrer ; Postbeamter ; Philologe ; Konrektor
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 128785446 | OGND | VIAF: 42045497
Namensvarianten
  • Madeweis, Friedrich
  • Madeweis, Fridericus
  • Madeweiß, F.
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Zitierweise

Madeweis, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128785446.html [30.06.2022].

CC0

  • Biographische Darstellung

    Madeweis: Friedrich M., Astronom. Geb. am 10. November 1648 zu Stargard in Pommern, studirte M. zuerst auf dem Collegium seiner Vaterstadt und sodann in Jena, wo er bereits mit 16 Jahren Magister wurde. 1672 ward er Conrector am Leukophorium (Grauen Kloster) zu Berlin, doch verließ er die Lehrerlaufbahn später wieder, indem ihn der große Kurfürst 1681 zum Postmeister in Halle a. S. ernannte. Dort hat er auch die erste preußische Postkasse angelegt. M. war ein gelehrter Polyhistor, der nach der Sitte der Zeit auf den verschiedensten Gebieten seine schriftstellerische Thätigkeit entfaltete; er soll alle gangbaren europäischen und orientalischen Sprachen verstanden und gesprochen haben. Auch seine Tochter trat als Dichterin in die Oeffentlichkeit. Viel Gewicht scheint M. darauf gelegt zu haben, daß ihm die Lösung der nicht sehr schwierigen Aufgabe gelang, den üblichen fünf Säulenordnungen unter dem Titel „Columna brandenburgica“ eine sechste hinzuzufügen. Seine meisten Schriften sind heutzutage verschollen, so die „Dissertatio de filamentis divae Virginis, quae vulgo dicitur der Sommer- oder Mariengarn“ (Jena 1671), die „Nigellae Cadmi filiae, de sidere crinito, anno 1680, mense novembri et seq. observato“ (Berlin 1681) u. a. Lediglich die im J. 1681 zu Berlin publicirte Abhandlung „Redux apparitio novi cometae 1680 et 1681“ hat M. in den Annalen der Sternkunde einen gewissen Namen gesichert. Der Tübinger Professor Kies glaubte nämlich in dieser Schrift die Lehre von der parabolischen Kometenbahn angedeutet zu finden, und seitdem wiederholte sich diese Behauptung, daß M. eine so wichtige Wahrnehmung bereits vor Dörffel und Hevel gemacht habe, in den verschiedensten Büchern. Brandes hat jedoch erwiesen, daß diese Annahme von Kies eine irrige war, wie denn M. überhaupt nur über die scheinbare Bewegung des Kometen sich aussprach, die Frage nach dessen wahrer Bahn im Weltraum dagegen völlig unberührt ließ.

    • Literatur

      Jöcher. — Kies, Disputatio de cometis et, arcenda exinde electricitate ad explicandum systema mundanum a nonnullis advocata, Tubingae 1759, S. 18. —
      Gehler's Physik. Wörterbuch, 2. Aufl., 1. Bd., 2. Abthl., S. 680. —
      Maedler, Geschichte der Himmelskunde, 1. Bd., Braunschweig 1872, S. 327. — Reinhardt, Mag. Georg Samuel Dörffel, Plauen 1882, S. 5.

  • Autor/in

    Günther.
  • Zitierweise

    Günther, "Madeweis, Friedrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 20 (1884), S. 35 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128785446.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA