Lebensdaten
1710 oder 1711 bis 1768
Geburtsort
Ballymacelligot, Grafschaft Kerry (Irland)
Sterbeort
Troppau (Österreichisch Schlesien)
Beruf/Funktion
kaiserlicher Feldherr ; Feldzeugmeister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137896573 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Macquire, Johann Sigismund Graf
  • Macquire von Inniskilen, Johann Sigismund Graf
  • Macquire von Inniskillen, Johann Sigismund Graf
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Porträt(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Macquire von Inniskillen, Johann Sigismund Graf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137896573.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Entstammte einem in Enniskillen, Gfsch. Fermanagh (Ulster), begüterten Grafengeschl., das am Aufstand von 1641 beteiligt gewesen war u. im Zuge d. engl. Gegenmaßnahmen alle Güter verloren hatte. V N. N.;
    M N. N.;
    1743 Elisabeth Louise geb. Gfn. Hardegg, seit 1742 verw. Frfr. v. Livingstone.

  • Leben

    M. dürfte 1722 oder 1723 in die kaiserl. Armee eingetreten sein. 1729 ist er als Fähnrich in Temesvár erstmals nachweisbar. 1731 trat er als Hauptmann in das Regiment O'Neillan ein, nahm am Poln. Erbfolgekrieg, am Türkenkrieg Kaiser Karls VI. und schließlich am Österr. Erbfolgekrieg als Subalternoffizier teil. Wie so manchen seiner Landsleute (z. B. Laudon) führte ihn die Laufbahn zu den Einheiten der Militärgrenze; seit 1742 diente er, zum Oberstleutnant befördert, bei den Warasdiner Grenzern. Als er mit seinem Regiment 1744 als Oberst nach Italien ging, machte er besonders beim Angriff auf Genua (6.9.1745) auf sich aufmerksam. Der Oberkommandant der österr. Armee in Italien, General Browne, setzte seinen Landsmann, der am 4.7.1746 den Rang eines Generalfeldwachtmeisters erlangte, beim Vorstoß in die Provence 1747 an führender Stelle ein. M. trat seither immer wieder als Meister des Kleinkriegs, als Detachementkommandant und Anführer kühner Überrumpelungsunternehmen hervor, da er seine Grenzer mitzureißen und zweckmäßig einzusetzen vermochte.

    Als er 1747 an die Militärgrenze zurückgekehrt war, widmete er sich zunächst der Reform der nunmehr zur regulären Truppe erklärten Einheit der Warasdiner Grenzer. Im Dezember 1751 übernahm er als Inhaber das Tiroler Feld- und Landregiment. Zu Beginn des Siebenjährigen Kriegs am 28.8.1756 zum Feldmarschalleutnant befördert, hatte M. an der Abwehr des Vormarsches Friedrichs II. von Preußen nach Böhmen und am österr. Gegenschlag, besonders der Eroberung Breslaus (25.11.1757), hervorragenden Anteil. Seit 1758 führte er das österr. Korps bei der Reichsarmee in Sachsen, leitete die Belagerung Dresdens und erzwang die Kapitulation der preuß. Besatzung. Im Jahr darauf verteidigte er erfolgreich die sächs. Hauptstadt gegen den Angriff Friedrichs II. Dies bildete den Höhepunkt von M.s Laufbahn und brachte ihm die Beförderung zum Feldzeugmeister ein. Am Ende des Kriegs (Mai 1762 bis Mai 1763) kommandierte der General die Reichsarmee in Sachsen und wurde sodann Festungskommandant von Olmütz (Mähren)|

  • Auszeichnungen

    Großkreuz d. Militär-Maria-Theresienordens (1760).

  • Literatur

    ADB 20;
    G. v. Alten, Hdb. f. Heer u. Flotte 6, 1914;
    M. Voggeneder, Ein tapferer Offz. im 18. Jh., Das Lb. d. Feldzeugmeisters J. S. v. Maguire [!], Diss. Wien 1941 (ungedr.);
    Ch. Duffy, Feldmarschall Browne, Irischer Emigrant - Kaiserl. Heerführer - Gegenspieler Friedrichs II. v. Preußen, 1966;
    ders., The Army of Maria Theresa, The Armed Forces of Imperial Austria 1740–80, 1977 (P);
    E. Schmidhofer, Das irische, schott. u. engl. Element im kaiserl. Heer, Diss. Wien 1971 (ungedr.);
    Wurzbach 16.

  • Autor/in

    Peter Broucek
  • Empfohlene Zitierweise

    Broucek, Peter, "Macquire von Inniskillen, Johann Sigismund Graf" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 626 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137896573.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Macquire: Johann Sigismund Graf M. von Inniskilin, Großkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens, 1751—1763 Inhaber des k. k. 46. Infanterieregiments, 1763—1767 Inhaber des k. k. 35. Infanterieregiments, k. k. Feldzeugmeister, den 21. Januar 1767 zu Troppau. Sein Geburtsort und Jahr sind nicht bekannt; und ist nun auch sonst Macquire's Lebenslauf nicht zur Genüge aufgeklärt, so steht doch fest, er sei altadelig irischen Geschlechts gewesen und habe sich wiederholt bemerkbar gemacht durch thatenfreudiges, erfolgreiches Wirken, mannhafte Selbständigkeit und beispielbietende Treue für den Kaiser und Staat. Bis zur Erreichung der Oberstencharge liegt Macquire's Thätigkeit fast vollkommen im Dunkel; einestheils soll er bei der Warasdiner Grenzmiliz von unten auf ganz vorzügliche Dienste geleistet haben; nach anderen Angaben hat M. in den k. k. Regimentern Geyer, später Erasmus Starhemberg Nr. 43, Fürstenbusch Nr. 35, O'Nelly Nr. 42 gedient; erstere Annahme dürfte die richtigere sein. Erst von 1746 an tritt Macquire's Persönlichkeit in der Geschichte hervor; in diesem Jahre führte M. die Warasdiner Grenzmiliz voll Bravour gegen den Feind, warf bei Pontremoli ein spanisches Commando unter Gefangennahme des Anführers und eines Theiles der Mannschaft, erwarb sich bei Piacenza solch' bedeutende Verdienste, daß seine Ernennung zum Generalmajor erfolgte, worauf er bei La Bocchetta die als Stützpunkt des rechten Flügels dienende, stark armirte Redoute eroberte und nachdem er deren Besatzung zu Gefangenen gemacht, noch aus freiem Entschlusse den Gegner bis Lavezzara zurücktrieb. Kurz vor Schluß des Jahres wurde M. in demonstrativer Weise mit 4000 Mann nach Draguignan abgeschickt, wo er der ihm gegebenen Bestimmung, dem Gegner Besorgnisse einzustoßen, bis 24. Januar 1747 mit Rücksicht auf die geringe Zahl seiner Truppen bestens entsprach. Gleichfalls ausdauernd erwies sich Macquire's Verhalten während der Belagerung Genua's 1747, doch scheint er hiebet keine Gelegenheit zur Entfaltung seines Unternehmungssinnes gefunden zu haben. Nun wurde M. jener Commission beigegeben, welche die Organisirung eines beständigen Regimentsverbandes in dem Militär-Grenz-Gebiete zu berathen und durchzuführen hatte; in dieser Verwendung bot sich ihm vielfacher Anlaß, seine sowohl im Angesichte des Feindes als in friedlichen Verhältnissen gesammelten Erfahrungen über die Eigenthümlichkeiten der Grenztruppe zu nutzreicher Geltung zu bringen. Die bemerkenswerthesten Leistungen Macquire's fallen jedoch in den 7jährigen Krieg, in welchem er als Feldmarschalllieutenant commandirte. Nachdem er 1756 bei Lobositz, 1757 bei Reichenberg und Prag wacker und ausdauernd gefochten, erhielt er den Auftrag, den Posten Gabel im Rücken des Gegners wegzunehmen und dadurch die Armee des Prinzen von Preußen von den Magazinen in Zittau abzuschneiden. Letzteres gelang ihm zwar nicht, da die Truppen des Prinzen von Preußen in den angestrengtesten Gewaltmärschen abgerückt waren, dagegen brachte er selben durch energische und geschickt geleitete Manöver höchst bedeutende Verluste an Mannschaft, Pferden, Fuhrwerken, und Pontons bei und zwang Gabel nach 36stündiger Beschießung zur Uebergabe. Mit Anerkennung wird ferner im Feldzuge 1757 M. genannt bei Breslau, wo er in der zweiten Angriffs-Colonne eingetheilt, nach langem blutigen Ringen den Feind aus den Retranchements bei Pilsnitz verdrängte, und dann bei Leuthen, an welchem Tage er mit seinen Truppen die Unterstützung des geworfenen linken Flügels im Kreuzfeuer der feindlichen Batterien mit besten Kräften in so lange angestrebt hatte, bis er in Folge einer Verwundung kampfunfähig wurde. 1758 rückte M. mit Verstärkungen zur Reichsarmee in Sachsen,|deren belanglose Operationen ihm jedoch nur die Gelegenheit boten, die Feste Sonnenstein zu belagern und nach 3 Tagen zur Capitulation zu zwingen. In dem nun folgenden Feldzuge 1759 tritt Macquire's Entschiedenheit und Geistesgegenwart bei Dresden hervor; er leitete nämlich die Belagerung dieses Ortes mit dem Aufgebot aller Energie, und als es von Seite der Belagerten zu Unterhandlungen kam, nützte er die ihm gewordene Kunde vom Anrücken eines Entsatzcorps dazu aus, ohne erhaltene Ermächtigung auf die Rücklassung der Kassen zu verzichten, wodurch allein es möglich wurde, Dresden noch vor dem Eintreffen der Hilfstruppen in seine Gewalt zu bekommen. M. übernahm hierauf das Commando der Besatzung von Dresden. Seine schwerwiegenden Verdienste um die Wiedergewinnung dieses wichtigen Kampsobjectes wurden durch die Ernennung zum Großkreuze des Militär-Maria-Theresien-Ordens und zum Feldzeugmeister geehrt. 1760 vertheidigte M. das befestigte Dresden gegen König Friedrichs Heer; die Aufforderung zur Uebergabe hat er mit den Worten abgewiesen: „Ich werde mich bis auf den letzten Mann vertheidigen und erwarte, was der König zu thun für gut findet“. Und er hat Wort gehalten; er schwankte keinen Augenblick in der zähesten Erfüllung seiner Pflicht, brachte den Belagerern in häufigen, klug disponirten Ausfällen namhafte Verluste bei und trotzte der auf die vollkommene Verwüstung abzielenden Beschießung der Stadt — wobei 5 Kirchen und über 400 Häuser niederbrannten — so lange, bis durch herbeigeeilte Außentruppen der Gegner zur Aufhebung der Belagerung genöthigt wurde. Das Commando Dresdens blieb bis zum Friedensschlusse in Macquire's Hand, worauf er jenes von Olmütz übernahm, wo er seine thatenreiche, mustergültige Dienstzeit beschloß.

    • Literatur

      (Kepner), Thaten und Charakterzüge berühmter österr. Feldh., Wien 1808. Reilly, Biogr. d. berühmt. Feldh. Oesterreichs, Wien 1813. Der Feldzug 1746 in Italien. Aus Schels' Oesterr. milit. Zeitschrift 1840. 3. 4. Bd. Schweigerd, Oesterreichs Helden etc. 3. Bd., Wien 1854. Wuttke, Die Kriegsjahre 1756, 1757, 1758 in Deutschland, Leipzig 1856. Hirtenfeld, Der Militär-Maria-Theresien-Orden, Wien 1857. Wurzbach, Biogr. Lex. des Kaiserth. Oesterr. 16. Th., Wien 1867. Vaniček, Special-Gesch. der Militär-Grenze. 2. Bd., Wien 1875.

  • Autor/in

    Schz.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schz., "Macquire von Inniskillen, Johann Sigismund Graf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 20 (1884), S. 18-19 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137896573.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA