Lebensdaten
1876 bis 1955
Geburtsort
Orel (Rußland)
Sterbeort
Baden-Baden
Beruf/Funktion
Bibliothekar ; Literaturhistoriker ; Übersetzer
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 117320943 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Luther, Arthur
  • Ljuter, Artur
  • Luther, A.
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Luther, Arthur, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117320943.html [21.07.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor (* 1849), Gymnasialprof. in O., S d. Dr. med. Carl Dietrich, Oberarzt;
    M Eugenie Andersohn;
    Ov Robert (s. 2);
    - 1900 Meta ( 1926), T d. Dr. med. Karl Eberhardt in Riga u. d. Aurora Krickmeyer;
    1 S, 1 T, u. a. Wolfgang (1903–67), Prof. d. Zool. in Darmstadt, befaßte sich mit d. Erarbeitung d. method. Grundlagen d. Strahlenbiol. (s. Kürschner, Gel.-Kal. 1950–60).

  • Leben

    L. besuchte 1886-94 das Gymnasium in Orel. In Moskau studierte er anschließend Slawistik und Allgemeine Literaturgeschichte, im Sommer 1900 in Berlin Germanistik. Danach wirkte er als Lehrer an verschiedenen Höheren Schulen in Moskau und seit 1903 als Dozent für Allgemeine Literaturgeschichte an der dortigen Frauenhochschule. Er unterbrach diese Tätigkeit 1910-12 durch ein Studium der Germanistik und Slawistik an den Universitäten München, Heidelberg und Leipzig. 1912 wurde er an der Univ. Moskau zum Magister promoviert und übernahm dort das Lektorat für Deutsch. Seine Vorliebe für Bühne und Theater zeigte er seit 1896 als Theaterkritiker für die „Moskauer Deutsche Zeitung“.

    Von einer 1914 unternommenen Ferienreise nach Deutschland konnte L. wegen des Ausbruchs des Weltkriegs nicht zurückkehren.|Bei der Deutschen Bücherei in Leipzig fand er einen neuen Lebensberuf. Als Leiter des Sachkatalogs und als allseits geschätzter Leiter der Auskunftsstelle war er, 1918 zum Bibliotheksrat ernannt, bis zu seiner Pensionierung 1944 dort in führender Position tätig. Er hat durch selbst organisierte Ausstellungen und durch viele Aufsätze für die Deutsche Bücherei und überhaupt für Buch und Literatur erfolgreich geworben. Seit 1924 war er auch ständiger Referent für das „Literarische Zentralblatt für Deutschland“ und für die Zeitschrift „Osteuropa“. Nebenamtlich war er in Leipzig Dozent für Russisch und in dieser Eigenschaft 1923-38 an der Deutschen Buchhändler-Lehranstalt und 1942-43 am Dolmetscher-Institut der Handelshochschule tätig. Im Ruhestand siedelte er 1944 nach Marburg über und nahm vom WS 1946/47 bis zum WS 1950/51 einen Lehrauftrag für Neuere Russ. Literatur- und Kunstgeschichte an der Univ. Marburg wahr.

    Während L. in seiner Moskauer Zeit vor allem Mittler für deutsche Literatur gewesen war, erweiterte er nach 1914 in Deutschland seinen Themenkreis erfolgreich mit Arbeiten über Geschichte, Geistesleben und Literatur Rußlands. Er hat sich durch seine zahlreichen Übersetzungen, vor allem aus dem Russischen und Französischen, durch Text- und; Briefausgaben und Bearbeitungen russ. und franz. Dramen einen Namen gemacht. Große Verbreitung fanden seine Nachschlage- und Lesewerke „Deutsches Land in deutscher Erzählung“ (1936, 21937) und „Deutsche Geschichte in deutscher Erzählung“ (1940, 21943), die, in einem Werk zusammengefaßt und neu bearbeitet, 1954 unter dem Titel „Land und Leute in deutscher Erzählung, Ein bibliographisches Literaturlexikon“ erschienen sind.

  • Werke

    Weitere W u. a. Franz Grillparzer, 1907;
    Jesus u. Judas in d. Dichtung, 1910;
    Rußland, Gesch., Staat, Kultur, 1918;
    Alt-Dorpat u. d. russ. Geistesleben, 1920;
    Lessing u. s. besten Bühnenwerke, 1922;
    Franz Werfel u. s. besten Bühnenwerke, 1923;
    Gesch. d. russ. Lit., 1924;
    Der Dämon, 1937 (Roman);
    Der Kreml u. s. Zeit, 1940;
    Das Moskauer Künstlertheater, 1946;
    Stud. z. dt. Dichtung, 1949;
    Kleine russ. Lit.gesch., 1950. -
    Hrsg.: Lermontow, Werke, 1922;
    Gogol, Werke, 1923;
    Puschkin, Werke, 1923;
    Tolstoj, Ein Leben in Selbstbekenntnissen, 1923;
    Dostojewskij, Briefe, 1926;
    Puschkin in s. Briefen, 1927;
    Dostojewskij-Brevier, 1946;
    Karamsin, Briefe, 1949;
    So lange Dichter leben, 1949 (Puschkin-Studien);
    Aksakow, Fam.chronik, 1950. -
    Übersetzer u. Bearbeiter zahlr., meist dramat. Werke d. russ. u. franz. Lit.

  • Literatur

    H. Praesent, in: Börsenbl., Leipzig, 103, 1936, S. 411 f.;
    F. Michael, in: Börsenbl., Frankfurt, 11, 1955, S. 390;
    M. Braun, in: Osteuropa 5, 1955, S. 240;
    Bibliographia Lutherana, Zum 50. Geb.tag v. A. L., 1926;
    Kürschner, Lit.-Kal., Nekr. 1936-70;
    Kürschner, Gel.-Kal., 1954;
    Wi., 1958;
    Das Buch, Bibliogr. z. Gesch. d. Buchdrucks, bearb. v. E. Rothe u. H. Heilemann, 1967;
    Catalogus professorum academiae Marburgensis, die akadem. Lehrer d. Philipps-Univ. Marburg, II, 1911–71, 1979, S. 714;
    Lex. d. dt. wiss. Bibliothekare 1925–80, 1985, S. 206 f.

  • Autor/in

    Ernst Zunker
  • Empfohlene Zitierweise

    Zunker, Ernst, "Luther, Arthur" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 540-541 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117320943.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA