Lebensdaten
1892 bis 1965
Geburtsort
Prachatitz (Böhmerwald)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Theaterdirektor ; Publizist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 130234737 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lustig-Prean von Preanfeld und Fella, Karl
  • Janischfeld, Erwin (Pseudonym)
  • J., E. von
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Zitierweise

Lustig-Prean von Preanfeld, Karl, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd130234737.html [29.07.2016].

CC0

Lustig-Prean von Preanfeld und Fella, Karl (Pseudonym Erwin Janischfeld)

Theaterdirektor, Publizist, * 20.1.1892 Prachatitz (Böhmerwald), 22.10.1965 Wien. (katholisch)

  • Genealogie

    V Heinrich (1865–1932), österr. General, nach 1919 Präs. d. Weißen Kreuzes u. zeitweilig niederösterr. Heimwehrführer (s. ÖBL), S d. k. k. Oberst Karl L. u. d. Amélie Prean v. Zallauzen; M Helene, T d. gfl. Eggerschen Dir. Josef Supan; Ov Karl L.-P. v. Preanfeld (1858–1924), österr. General, erwarb sich große Verdienste um d. Befestigungsbauten in Galizien (s. ÖBL); - 1) 1921 Marianne Merck, Schauspielerin, 2) 1933 Charlotte Silbiger, Opernsängerin.

  • Leben

    Nach dem Schulbesuch in Pilsen, Prag und Prachatitz maturierte L. 1910 und war darauf kurze Zeit Mitarbeiter verschiedener Zeitungen, vor allem in Budweis. 1910-12 war er an der juridischen Fakultät der Univ. Wien inskribiert und legte eine Staatsprüfung ab. Daneben wirkte er als Parlamentsberichterstatter für südböhm. kath. Blätter. 1912 war L. Dramaturg am Stuttgarter Sommertheater, im Oktober desselben Jahres trat er als Einjährig-Freiwilliger in das k. u. k. Infanterieregiment Nr. 99 ein. Seit 1914 diente er als Kriegsberichterstatter in Galizien und im Kriegspressequartier; 1915 wurde er zu Propagandazwecken in die Schweiz geschickt; des weiteren führte ihn seine Tätigkeit (u. a. organisierte er Fronttheater) nach Belgrad, Trient und Bulgarien (zuletzt im Rang eines Oberleutnants). Nach dem Zusammenbruch der Monarchie war L. kurze Zeit Chefredakteur des „Deutschen Volksblattes“ in Wien, ehe er im Juni 1919 Stellvertretender Direktor und Erster Regisseur der Volksoper Wien wurde, an die ihn Felix Weingartner berufen hatte. Nach seinem Ausscheiden 1921 trat L. in mehreren Kabaretts auf, um schließlich 1922 Hauptredakteur des „Egerer Blattes“ zu werden; damals trat er der „Deutschen Christlich-Sozialen Volkspartei“ (DCV) bei, deren Reichsleitung er später angehörte. 1924-26 wirkte er als Theaterdirektor in Bozen, 1927/28 als Intendant in Graz. 1928-31 war L. Direktor des Theaters in Augsburg, dem er zu großem Ansehen verhalf, waren doch seine Spielpläne stets auch auf die Förderung junger Talente und Entdeckung neuer Strömungen ausgerichtet. 1931-34 bekleidete er das Amt eines Theaterdirektors in Bern, und 1934/35 war er alleiniger Direktor und Regisseur der Wiener Volksoper. 1935 ging L. nach Prag, wo er publizistisch tätig war. 1937-48 lebte L. in Brasilien. Dort wirkte er am Stadttheater Rio de Janeiro als Regisseur und gründete eine Schauspielschule und ein Kindertheater. Er arbeitete 1939/40 mit dem „Service National Autrichien“ bzw. dem „Office Autrichien“ in Paris sowie mit August Siemsens „Das andere Deutschland“ (DAD) zusammen und gehörte dem „Movimento dos Alemaes do Brasil“ (1942/43 als dessen Vorsitzender) an. Da er eine Beteiligung der kath. Emigranten an einer umfassenden Volksfront gegen den Nationalsozialismus befürwortete, geriet er in Gegensatz zum DAD; er schloß sich der „Bewegung Freies Deutschland“ (Mexiko) an (BFD). 1943 war er Mitbegründer und Vizepräsident des von der BFD initiierten „Lateinamerikanischen Komitees der Freien Deutschen“ (LAK). Er arbeitete nun mit Anton Retscheks Zusammenschluß von Österreichern und mit der sudetendeutschen Emigration zusammen (1944 Mitglied des „Democratic Sudeten Committee“) und gründete mit Emanuel Reichenberger die „Auslandsvertretung der DCV“.

    1948 nach Wien zurückgekehrt, wurde L. im folgenden Jahr Direktor der Musiklehranstalten der Stadt Wien und 1950 auch Vorsitzender des Direktionsrates der Wiener Symphoniker. Ausgezeichnet mit dem Professortitel, wirkte er nach seinem Ausscheiden aus dem Amt 1959-62 als Direktor des Stadttheaters Baden bei Wien und nebenbei als Musik- und Theaterkritiker der „Welt am Montag“.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenkreuz f. Wiss. u. Kunst 1. Kl., Komturkreuze v. Dtld., Polen, Rumänien u. ČSR, Goldene Ehrennadel d. Wiener Symphoniker (1952).

  • Werke

    Der Krieg, 1914; Kultur, 1915; Briefe an e. junge Mutter, 1916; Blutgerüst, 1918; Die Krise d. dt. Gegenwartstheaters, 1929; Auserwähltes Volk zieht in d. Wüste, 1941; Mil destinos da Europa, 1943; L.-P.s lachendes Panoptikum, 1952. L Kosch, Lit.-Lex.; Kosch, Theaterlex.; Giebisch-Gugitz; Prominenz d. Republik Österreich, 1962; H. Zohn, Österr. Juden in d. Lit., 1969; BHdE I; Wiener Ztg. v. 20.1.1952; Österr. Musikzs. 20, 1965. - Eigene Archivstud.

  • Portraits

    Wien, Nat.bibl.

  • Autor

    Lorenz Mikoletzky
  • Empfohlene Zitierweise

    Mikoletzky, Lorenz, "Lustig-Prean von Preanfeld, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 538 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd130234737.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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