Lebensdaten
1901 bis 1980
Geburtsort
Fischern bei Karlsbad (Böhmen)
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Afrikanist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118729705 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lukas, Johannes

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Zitierweise

Lukas, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118729705.html [15.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1841–1927), Eisenbahndir. in K., Sänger: M Marie Camille Porret (1874–1941);
    Hamburg 1939 Annemarie Vagts (* 1907);
    1 T Renate (* 1941), Dr. phil., Ethnologin.

  • Leben

    L. studierte in Wien Musik, Orientalistik und Afrikanistik. Nach seiner Promotion im Winter 1924/25 entschied er sich für eine linguistische Forschungstätigkeit in der Afrikanistik, gefördert durch D. Westermann in Berlin und C. Meinhof in Hamburg. L. wandte sich dem linguistisch weitgehend unerforschten zentralen Sudan zu. Während seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Wiener Museum für Völkerkunde (1927–32) und als Hauslehrer in Kairo (1928/29) publizierte er seine ersten Arbeiten über das Kanuri, die Sprache des alten Bornu-Reiches am Tschadsee. Ein erster Forschungsaufenthalt in Nordostnigeria 1932/33 führte zu den beiden Standardwerken „A Study of the Kanuri Language“ (1937) und „Die Sprache der Tubu in der Zentralen Sahara“ (1953). Neben diesen von ihm Zentralsaharanisch genannten Sprachen widmete sich L. einer weiteren Gruppe von Sprachen, deren Zusammengehörigkeit er in einem ersten Forschungsbericht „Die Gliederung der Sprachenwelt des Tschadsee-Gebietes in Zentralafrika“ (1934) vorstellte. In einer Reihe von Artikeln behandelte er ferner die Frage ihrer Gliederung, auf vier weiteren Afrikareisen setzte er ihre Erforschung fort. Es handelt sich um die von ihm so genannten Tschadischen Sprachen, die südlich des Tschadsees in Nordnigeria, Nordkamerun und der Republik Tschad gesprochen werden und deren bekanntester Vertreter das Haussa ist. Sie werden in einem weiteren Rahmen der sog. Hamitosemit. oder Afroasiat. Sprachfamilie zugeordnet. In Monographien über das Logone (1936) und Buduma (1939) zog L. linguistisches Material aus dem Nachlaß von Gustav Nachtigal mit heran. In „Zentralsudanische Studien“ (1937) faßte er Wörterverzeichnisse der Deutschen Zentral-Afrika-Expedition 1910/11 des Hzg. Adolf Friedrich zu Mecklenburg, nachgelassene Aufnahmen von G. Nachtigal und eigene Sammlungen in systematisch geordneter Form zusammen. Sein eigenes umfangreiches Material zu einer Grammatik und einem Wörterbuch des Haussa ist unveröffentlicht geblieben. Im östlichen Teil der Republik Tschad interessierte L. vor allem das Maba, die Sprache des alten Wadai-Reiches, linguistisch gesehen eine nicht-tschad. Sprache, über die er kleinere Beiträge publizierte. Darüber hinaus befaßte er sich mit der Gruppe der sog. Klassensprachen des nordnigerianischen Plateaus sowie mit dem Tiv, ebenfalls eine Klassensprache, im Südosten Nigerias.

    1936 wurde L. wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Seminar für Afrikan. Sprachen der Univ. Hamburg, 1937 nach seiner Habilitation dort Dozent. 1941 wurde er als ao. Professor an die Auslands-Hochschule an der Univ. Berlin berufen, nach Kriegsende kehrte er an die Univ. Hamburg zurück. 1949 erfolgte eine Einladung zu neunmonatiger Mitarbeit an die Univ. London. 1954 wurde L. Ordinarius und Direktor des Seminars für Afrikan. Sprachen an der Univ. Hamburg.

  • Werke

    Weitere W Das Nomen im Tiv, in: Anthropos 47, 1952, S. 147-76;
    Stud. z. Sprache d. Gisiga, 1970;
    Die Personalia u. d. primäre Verb im Bolanci, Nordnigerien, in: Afrika u. Übersee 54, 1970/71, S. 237-86, 55, 1971/72, S. 114-39;
    Tschad. Stud. I: Btr. z. Kenntnis d. Mukulu (République du Tschad), ebd. 60, 1977, S. 1-58.

  • Literatur

    H. Meyer-Bahlburg, in: Afrika u. Übersee 63, 1980, S. 161-70 (W-Verz.);
    H. fungraithmayr, in: Zs. d. Dt. Morgenländ. Ges. 133, 1983, S. 1-4 (P);
    ders. u. W. J. G. Möhlig (Hrsg.), Lex. d. Afrikanistik, 1983, S. 149 f.

  • Autor/in

    Hilke Meyer-Bahlburg
  • Empfohlene Zitierweise

    Meyer-Bahlburg, Hilke, "Lukas, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 513 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118729705.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA