Lebensdaten
erwähnt 1697, gestorben 1729
Geburtsort
Eriwan (Kaukasus)
Sterbeort
Pera (Istanbul)
Beruf/Funktion
Kaffeesieder
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 129195162 | OGND | VIAF: 18296210
Namensvarianten
  • Lucas, Sahak (eigentlich)
  • Lucasian, Sahak (eigentlich)
  • Luca, Isaak de
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Zitierweise

Luca, Isaak de, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129195162.html [26.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    1) Wien 1697 Theresia Barbara (1669–1705), T d. Notars Nicola Schneider u. d. Katharina N. N., 2) Wien 1708 Maria Barbara (1678–1714), T d. Kanzlisten im Hofkriegsrat Georg Christoph Kholl u. d. Anna Katharina N. N., 3) Wien 1717 Anna Maria (1696–1742), T d. Kohlmessers Josef Bauer u. d. Eva N. N.;
    9 S, 4 T.

  • Biographie

    Die unbelegte, jedoch für historische Wahrheit genommene Lokaltradition, Georg Franz Kol(t)schitzky (1640?-94) habe als Belohnung für seine Kundschafterdienste während der 2. Türkenbelagerung Wiens das Recht erhalten, in der geretteten Stadt das erste Kaffeehaus zu eröffnen, bewahrt in volkstümlicher Abbreviatur die Erinnerung daran, daß sich die Einbürgerung des Kaffees in Österreich vor dem Hintergrund des Großen Türkenkrieges 1683-99 vollzogen hat. Schrittmacher dieses jahrzehntelangen, vielschichtigen Prozesses waren armen. Kaufleute, die mit ihren weitreichenden Verbindungen ins Osman. Reich, aber auch als Geheimagenten, Kundschafter und Türkische Kuriere für den Hofkriegsrat tätig gewesen sind. Der „persianische Handelsmann“ L., einer der Hauptakteure, wird quellenmäßig faßbar, als er am 23.3.1697 das Wiener Bürgerrecht erwirbt und sich sogleich dem Ausschank des „Türkischen Tranks“ zuwendet. Ungeachtet der Tatsache, daß er damit ein bestehendes Privileg verletzte (der Armenier Johannes Diodato hatte dafür bereits 1685 auf 20 Jahre eine an seine Person gebundene Hoffreiheit erhalten), gelang es ihm noch im selben Jahr, die Kaffeesiederei als reguläres bürgerliches Gewerbe zu etablieren und damit dem neuen Genußmittel endgültig zum Durchbruch zu verhelfen. 1710 auch Türkischer Kurier geworden, bewährte sich L. fast zwei Jahrzehnte in diesem gefahrvollen und harten Dienst. Besondere Bravourleistungen vollbrachte er 1716 beim Ausbruch eines neuen Türkenkrieges. Er starb auf einem Kurierritt und wurde auf dem Friedhof des Trinitarierklosters in Pera beigesetzt. Das 1703 von L. im Haus „Zur Blauen Flasche“ eröffnete Kaffeehaus wurde über seinen Tod hinaus bis 1775 weitergeführt, immer im Besitz der Familie. Infolge dieser Langlebigkeit hielt man es später für das älteste Kaffeehaus Wiens überhaupt und schrieb es Koltschitzky zu, auf den in einer für die Bildung historischer Sagen geradezu paradigmatischen Weise alle Erinnerungen an die schon bald nach ihrer Auflösung vollständig in Vergessenheit gesunkene erste armen. Kolonie in Wien übertragen wurden.

  • Literatur

    K. Teply, Die Einführung d. Kaffees in Wien, Georg Franz Koltschitzky, Johannes Diodato, I. de L., 1980 (P).

  • Porträts

    Darst. auf d. verschollenen Bruderschaftsfahne d. Wiener bürgerl. Kaffeesieder;
    d. Vorsteher d. Genossenschaft (also L., nicht Koltschitzky!) nimmt (1711) d. bestätigende kaiserl. Privileg v. Leopold I. entgegen, Abb. b. Teply, s. L.

  • Autor/in

    Karl Teply
  • Zitierweise

    Teply, Karl, "Luca, Isaak de" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 267-268 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129195162.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA