Lebensdaten
erwähnt 1729, gestorben 1764
Geburtsort
Porto Ceresio
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
Stukkator
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118513885 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bossi, Guiseppe Antonio
  • Bossi, Antonio
  • Bossi, Guiseppe Antonio
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Zitierweise

Bossi, Antonio, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118513885.html [24.02.2018].

CC0

  • Genealogie

    N Materno s. (2).

  • Leben

    B. war der Bedeutendste der lombardischen Truppe, die 1719-29 unter dem aus Lugano stammenden Stukkatorenintendanten Maini im Kloster Ottobeuren arbeitete. Danach muß ein Aufenthalt in Mainz angenommen werden. Ab 1734 dekorierte B. in Würzburg unter dem Hofmaler J. R. Byss die Schönbornkapelle, wurde 1735 Hofstukkator und begleitete bereits im April Balthasar Neumann auf einer Reise nach Wien. Bis 1757 war er ununterbrochen und weiter bis 1761 häufig in der Residenz tätig. Daneben hatte er zahlreiche Aufträge für Kirchen in Würzburg und Unterfranken. Seit 1757 war der stets kränkliche Meister geistesgestört und wohnte im Juliusspital, das er nur für seine Arbeit verließ.

    B. ist der geniale Schöpfer der Würzburger Rokokodekorationen und wurde damit maßgebend für die gesamte Dekorationskunst des rheinisch-fränkischen Barock. Sein Dekorationsstil erfuhr in Würzburg eine entscheidende Umformung im Sinne einer Abwendung von der italienischen Formensprache durch die Kunst des Hofmalers Byss. Seine Ornamentik entwickelte sich in eigenwillig persönlichen Formen unter reichsten Abwandlungen vom Bandelwerk der 30er Jahre bis zur aufgelösten Rocaille der Jahrhundertmitte. Jede Entwicklungsstufe weist einmalige Höhepunkte auf wie die Hofkirche (1735–43), die Südzimmer der Residenz mit dem einzigartigen Spiegelkabinett (nach Entwurf von Johann Wolfgang van der Auwera, 1741, 1945 zerstört) und den weißen Saal (1744), dessen riesige, hochgewölbte Decke allein mit Stuckzierrat dekoriert ist, eine ungewöhnliche Leistung, die eine Überdimensionierung der Ornamentform forderte. Ursächlich im Zusammenhang mit dieser monumentalen Stuckdekoration beginnt danach eine auffallende Stilwandlung: der Stuck erreicht nicht wieder die zarte Lebendigkeit der vorangegangenen Jahre. Zugleich ist der Höhepunkt seines Schaffens überschritten trotz einzelner bedeutender Werke wie dem Kaisersaal der Residenz (1749–51) oder dem Hochaltar der Schloßkirche in Werneck (1751) u. a. Den ungewöhnlichen Reichtum an schöpferischer Phantasie und die Arbeitsweise B.s dokumentieren zahlreiche Entwurfskizzen, die|sich in dem sog. Skizzenbuch des B. Neumann in der Würzburger Universitätsbibliothek erhalten haben.

    Im Gegensatz zu seiner Ornamentkunst blieb seine Stuckplastik dem italienischen Formengefühl in ihrem klaren tektonischen Aufbau und der ausgewogenen Ponderation verhaftet, wenn auch die lebhafte Bewegung seiner Gewanddrapierungen von deutschen Vorbildern angeregt ist. Eine Schulung an österreichischer Barockplastik muß auf Grund stilistischer Verwandtschaft, besonders mit Figuren im Stift von St. Florian von Diego Francesco Carlone, angenommen werden. Genannt seien die bekannten Figuren des Kaisersaales der Residenz und die Immakulata der Hofkirche. Auch einige Hausmadonnen in Würzburg stammen von ihm.

  • Werke

    Weitere W Residenzkapelle Bamberg, 1737;
    Schloß Seehof, 1737/38;
    Gartensaal der Residenz Würzburg, 1749;
    Seitenaltäre d. Pfarrkirche Gaukönigshofen, 1751/52;
    Stuck d. alten Innenräume im Schloß Veitshöchheim, 1752/53;
    Chor d. Dominikanerkirche Würzburg, 1754/55.

  • Autor

    Ursula Röhlig
  • Empfohlene Zitierweise

    Röhlig, Ursula, "Bossi, Antonio" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 485 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118513885.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA