Lebensdaten
1922 bis 1979
Geburtsort
Herne (Westfalen)
Sterbeort
Düsseldorf
Beruf/Funktion
Physiologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 140030425 | OGND | VIAF: 22579986
Namensvarianten
  • Lochner, Wilhelm

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Zitierweise

Lochner, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140030425.html [23.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1892–1967), Kaufm., S d. Rangierarbeiters Christian u. d. Maria Lemgo;
    M Ottilie (1892–1963), T d. Johann Ciecierski, aus Ostpreußen, Bergmann in H., u. d. Maria Mendritzki;
    Suderburg 1952 Hilde (* 1921), T d. Pastors Hermann Franck;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    Nach Abschluß des Medizinstudiums (1948) in Göttingen wurde L. 1949 in Würzburg zum Dr. med. promoviert, danach war er bis 1960 Assistent bei W. Schoedel im Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen. Dort bildete er sich im Fach Physiologie weiter, war 1953/54 als Gastassistent bei C. F. Schmidt im Dep. of Pharmacology der Univ. of Pennsylvania in Philadelphia tätig und habilitierte sich 1956 für Physiologie an der Univ. Göttingen. 1960 ging L. als ao. Professor für Physiologie und Direktor des neuen Instituts für Physiologie an die Med. Akademie Düsseldorf, 1962 wurde er zum o. Professor ernannt, 1966/67 war er als 1. Dekan der Med. Fakultät der neuen Univ. Düsseldorf tätig (1972/74 Rektor, 1974/76 Prorektor).

    L.s Arbeitsgebiet war die Physiologie des Herzens und des Blutkreislaufs. Mit seinen Arbeiten erlangte er hohes internationales Ansehen, insbesondere verdankt ihm die klinische Medizin wichtige Erkenntnisse über die Pathophysiologie koronarer Durchblutungsstörungen (samt einer hieraus entwickelten antianginösen Therapie) sowie über die Wirkungsmechanismen der verschiedenen Cardiaca überhaupt. L. schuf Methoden zur Messung des Herzminutenvolumens, der Sauerstoffsättigung im Blut und der Hämoglobinkonzentration und befaßte sich mit dem Eigenstoffwechsel und der Durchblutung des Lungengewebes, Seit 1960 arbeitete er hauptsächlich über die Koronardurchblutung sowie über den aeroben wie anaeroben Energiestoffwechsel des Herzmuskels. In den letzten Jahren befaßte sich L. mit der Kollateralzirkulation des Herzens, dem venösen Rückstrom und dem kapazitiven System und war an der Entwicklung eines künstlichen Herzens zur mechanischen Herzkreislaufunterstützung beteiligt. L. hatte eine große Schülerzahl und engagierte sich über sein Fach hinaus in der Hochschulpolitik; seit 1969 war er Sprecher des der Funktionsanalyse und der Therapie des kranken Herzens gewidmeten Sonderforschungsbereichs Kardiologie in Düsseldorf|

  • Auszeichnungen

    Dr. med. h. c. (Nantes 1973);
    Mitgl. d. Max-Planck-Ges. (1961);
    Arthur-Weber-Preis f. Arbeiten üb. Koronarzirkulation (mit H. Hirche 1969).

  • Werke

    (rd. 180 Publ.) u. a. Embryonale Organe u. Blutfüllungszustand, Diss. Würzburg 1949;
    Blutfüllung d. kl. Kreisaufs u. Herzminutenvolumens (mit W. Schoedel), in: Pflügers Archiv 252, 1950;
    Zur Physiol. d. kl. Kreislaufs, 1957;
    Physiol. u. Pathophysiol. d. Sauerstoffversorgung d. Herzens, in: Struktur u. Stoffwechsel d. Herzens, 1959 (mit dems.);
    Bestimmung d. Herzzeitvolumens mittels Verdünnungs- u. Injektionsmethoden, in: Ärztl. F 15, 1961;
    Ein Photometer z. fortlauf. Messung v. Farbstoff-Konzentrationskurven im strömenden Blut … (mit H. Hirche), in: Klin. Wschr. 39, 1961;
    Admixing methods for measurement of regional blood flow, in: Handbook of Physiology, Circulation II, 1963;
    Kohlenhydratstoffwechsel b. Herzerkrankungen (mit dems.), in: H. Bartelheimer u. a., D-Glucose|…, 1966;
    Zur Analyse d. β-Receptoren d. Herzens (mit W. Holtermann), in: Arzneimittel-F 20, 1970;
    Physiolog. Grundlagen e. Therapie d. Herzversagens, in: Anaesthesiologie u. Wiederbelebung 40, 1970;
    Pathophysiolog. Probleme d. Coronarinsuffizienz, ebd. 102, 1977;
    Herz, in: Physiol. d. Kreislaufs I, 1971;
    Künstl. Organe, in: Intensivmed. 10, 1973;
    Molsidomin, Neue Aspekte in d. Therapie d. ischämischen Herzerkrankung, 1979 (mit F. Bender).

  • Literatur

    Düsseldorfer Univ-Ztg. 8, Nr. 6, Nov. 1979, S. 11 f.;
    H. Hirche, in: MPG, Berr. u. Mitt., Sonder-H., 1980, S. 40-42 (P);
    Kürschner, Gel.-Kal. 1966 f.

  • Autor/in

    Hansjürgen Hirche
  • Empfohlene Zitierweise

    Hirche, Hansjürgen, "Lochner, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 4 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140030425.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA