Lebensdaten
1876 bis 1938
Geburtsort
Malapane (Oberschlesien)
Beruf/Funktion
Eisenhüttenmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137848307 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lilge, Friedrich

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Lilge, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137848307.html [22.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (* 1819), Kantor u. Schulrektor in M.;
    M N. N.;
    1909 Margarete (1885–1977), T d. Rudolf Steinkamp u. d. Katharina Wegmann;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    Der früh verwaiste L. konnte erst verhältnismäßig spät das Gymnasium besuchen und studieren. Nachdem er an der TH Berlin das Diplomexamen im Maschineningenieurfach bestanden hatte, nahm er eine Stellung als Konstrukteur bei der Firma C. Flohr in Berlin an. Die Beschäftigung am Reißbrett sagte dem lebhaften Techniker jedoch nicht zu. Er wollte in einem Betrieb praktisch arbeiten. L. war zunächst drei Jahre lang als Assistent des Oberingenieurs im Hasper|Eisen- und Stahlwerk und dann für einige Monate bei der Bremerhütte AG in Geiswind tätig. Im Juli 1907 kam er zur Gutehoffnungshütte (GHH) nach Oberhausen, bei der er mehr als 30 Jahre lang bis zu seinem Tode arbeitete. – L. war zunächst als aufsichtsführender Ingenieur für den Neubau der Eisenhütte Oberhausen - II (EO-II) tätig. Nach ihrer Fertigstellung erhielt er die Leitung des Maschinenbetriebes dieser Anlage. Die hierbei gesammelten Erfahrungen und Kenntnisse nutzte er zur Veröffentlichung einer umfangreichen Arbeit mit dem Titel „Hochofen-Begichtungsanlagen unter besonderer Berücksichtigung ihrer Wirtschaftlichkeit“ (1913). Mit ihr promovierte er an der TH Berlin zum Dr.-Ing. 1912 wurde L. zum Oberingenieur ernannt. Als solcher erhielt er zahlreiche Sonderaufgaben, z. B. die Konstruktion und Ausführung der Tagesanlagen auf den zur GHH gehörenden Erzgruben in der Normandie und die Planung von Neubauten in Lothringen. Bei Kriegsausbruch meldete sich L. zum Fronteinsatz, kam zu den Minenwerfern und nahm an den schweren Kämpfen vor Fort Vaux und Fort Douaumont teil. – Nach dem Kriege wurde L. bei der GHH zum Betriebsdirektor ernannt. Zunächst erhielt er die Leitung der neu eingerichteten Wärmeabteilung. Hier erwarb er sich in der Zeit großer Energienot Verdienste bei der Durchführung von Maßnahmen zur Brennstoffeinsparung. Später wurde er mit der Aufsicht über die maschinellen und elektrischen Anlagen des Bergbaues und das maschinentechnische Büro der Bergwerksverwaltung betraut. Gleichzeitig erhielt er Prokura. Damals begann seine Tätigkeit als hüttentechnischer Sachverständiger der GHH im Ausland. Er besuchte Südafrika, Brasilien, Chile, die USA und Mexiko und wurde weit über seinen engeren Wirkungskreis hinaus als Fachmann bekannt. Immer häufiger wurde er als Berater bei der Planung großer Hüttenwerksanlagen im In- und Ausland herangezogen, z. B. für das von der GHH 1935/30 gelieferte Thomas-Stahlwerk Corby in Oxfordshire (England). Dem Verein Deutscher Eisenhüttenleute (VDEh) gehörte L. über 30 Jahre lang an und war besonders im Maschinenbau tätig. Von ihm liegen mehrere Patente vor: Winderhitzer mit schraubenförmigen Innenrippen; Vorrichtung zur Heizgasführung in Flammrohren; Zweiflammrohrkessel mit schraubenförmig gerippten Einsatzkörpern in den Flammrohren; feuerfester, mit Außenrippen versehener Gitterstein für Wärmeaustauscher. L.s besondere Leistung lag in der Planung, Konstruktion und Ausführung von Großprojekten der GHH.

  • Werke

    u. a. Die Materialbewegung im Eisenhüttenbetrieb, in: Stahl u. Eisen 1912;
    Über d. Wirtschaftlichkeit v. Hochofenbegichtungsanlagen, ebd., 1913;
    Das Thomas-Stahlwerk d. Fa. Stewarts & Lloyds in Corby, ebd. 1936.

  • Literatur

    Stahl u. Eisen 1938, Nr. 14, S. 396;
    GHH-Werksztg. 1938, Nr. 5, S. 16;
    Nekrologe aus d. rhein.-westfäl. Industriegebiet 1937/38, 1940. |

  • Quellen

    Qu.: Hist. Archiv d. Gutehoffnungshütte AV, Oberhausen.

  • Autor/in

    Bodo Herzog
  • Empfohlene Zitierweise

    Herzog, Bodo, "Lilge, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 549 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137848307.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA