Lebensdaten
1874 bis 1952
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Apotheker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136662439 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lesmüller, Max

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Zitierweise

Lesmüller, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136662439.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Maximilian (1823–1914), Apotheker, S d. Joh. Gregor (1791–1841), erster Bes. d. Engel-Apotheke in M., u. d. Theresia Mayerle;
    M Magdalena (1841–1907), T d. Fischers Andreas Weigl in Unter-Traubenbach b. Cham u. d. Walburga Weigl; N u. Adoptiv-S August, Apotheker.

  • Leben

    L. besuchte das Ludwigsgymnasium in München und kam anschließend als Praktikant in die kgl. Hofapotheke in München (jetzt Residenzapotheke), die unter der Leitung des Hygienikers Max Pettenkofer stand. Er legte 1885 das Vorexamen ab. Seine Assistentenjahre verbrachte er in der Isar-Apotheke in München und in der Franz. Schweiz. Er besuchte die Univ. München und legte 1900 das Staatsexamen ab. 1902 pachtete und 1907 kaufte er schließlich die vorher von seinem Vater betriebene Engel-Apotheke, München. Während des 1. Weltkriegs war er|Stabsapotheker und Vorstand des Sanitätsdepots des bayer. I. Armeekorps, des damals zweitgrößten Sanitätsparks des deutschen Heeres. 1922 erfolgte die Berufung in den Verwaltungsausschuß der Bayer. Apothekerversorgung, 1928 wurde er Vizepräsident, 1932 Präsident der Bayer. Landesapothekerkammer und Aufsichtsratsmitglied der Hageda (Handelsges. deutscher Apotheker), 1930 Mitglied des Obermedizinalausschusses. 1933 wurde L. als Präsident der Bayer. Landesapothekerkammer abgesetzt und aller seiner Ämter enthoben. 1946 setzten ihn die Amerikaner als kommissarischen Leiter wieder ein. 1948 erfolgte die Eröffnung der im Krieg völlig zerstörten Engel-Apotheke durch seinen Neffen und Adoptivsohn Dr. August Lesmüller.

    L., dem der Titel Pharmazierat wegen seiner Verdienste auf Lebenszeit verliehen wurde, begann bereits 1905 seine Tätigkeit in den Berufsorganisationen, 1922 war er Mitbegründer des Landesverbandes bayer. Apotheker. Durch seine langjährige Erfahrung als Standespolitiker, seine Bekanntheit auch über Bayern hinaus und seine Integrität war er nach Kriegsende 1945 die geeignete und allseits anerkannte Persönlichkeit, den durch die drei Besatzungszonen getrennten Berufsstand der Apotheker wieder – auf Bundesebene – zu vereinen. Unter L.s Präsidentschaft wurde 1948 die „Arbeitsgemeinschaft der Apothekerkammern des Vereinigten Wirtschaftsgebiets“ mit Sitz in Frankfurt (Main) geschaffen, die sich dann als „Arbeitsgemeinschaft der Berufsvertretungen Deutscher Apotheker“ (ABDA) zum obersten Organ des Apothekerstandes entwickelte. Die 1949 gestiftete, 1950 von der ABDA übernommene L.-Medaille wird alljährlich beim Deutschen Apothekertag an verdiente Apotheker verliehen. Die bayer. Standesorganisationen stifteten zu L.s 75. Geburtstag 1949 den „Lesmüller-Ring“, der an verdiente bayer. Apotheker verliehen wird.

  • Literatur

    A. Lauer, in: Süddt. Apotheker-Ztg. 89, 1949, S. 261 f. (P);
    H. Gittner, ebd., S. 609 f.;
    F. Gräser u. E. Arnold, in: Pharmazeut. Ztg. 117, 1972, S. 1541–51, 2001-05, 118, 1973, S. 1513-25 (P);
    O. Nowotny, in: Österr. Apotheker-Ztg. 31, 1977, S. 496-500 (P).

  • Portraits

    Ölgem. (München, Bayer. Apothekerkammer);
    Bronzemedaille v. R. v. Miller, 1949, Abb. in: W.-D. Müller-Jahncke, Apothekerbildnisse auf Medaillen u. Plaketten, I. Dt.sprach. Raum, 1980, S. 100-02.

  • Autor/in

    Gotthard Kollibabe
  • Empfohlene Zitierweise

    Kollibabe, Gotthard, "Lesmüller, Max" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 332 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136662439.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA