Lebensdaten
1900 – 1978
Geburtsort
Homberg-Essenberg bei Duisburg
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Archäologe ; Archäologe ; Orientalist
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 122111265 | OGND | VIAF: 59957759
Namensvarianten
  • Lenzen, Heinrich
  • Lenzen, Heinrich J.
  • Lenzen, H.
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Lenzen, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122111265.html [21.06.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Jacob;
    M Elisa Portmann; ledig.

  • Biographie

    Nach dem Abitur 1919 studierte L. Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte an den Universitäten Göttingen, Freiburg i. Br. und München sowie Architektur und Baugeschichte an den Technischen Hochschulen Hannover und Berlin und schloß dort 1927 mit dem Diplom-Ingenieur-Examen ab. Nach einer Tätigkeit beim Amt für Denkmalpflege|in Trier wurde er von W. Andrae 1928 als Mitarbeiter an die Vorderasiat. Abteilung der Staatlichen Museen zu Berlin geholt. Die Begegnung mit Andrae bedeutete für L. die Wende seines beruflichen Werdegangs. 1931-39 war er als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft Mitglied der Deutschen Warka-Expedition in Uruk-Warka (Süd-Irak) und widmete sich der Erforschung des Heiligtums Eanna, die sein Lebenswerk werden sollte. Aus den damals durchgeführten Untersuchungen an der Ziqqurrat (Tempelturm) der III. Dynastie von Ur und in den darunter liegenden archaischen Bauschichten des 4.-3. Jahrtausends erwuchs seine Dissertation „Die Entwicklung der Zikurrat von ihren Anfängen bis zum Ende der III. Dynastie von Ur“ (Leipzig 1941). Höhepunkt der ersten Ausgrabungsphase wurde der Fund eines frühsumerischen Frauenkopfes, der bald Berühmtheit erlangte. – Nach der Rückkehr aus Kriegsgefangenschaft wurde L. Referent am Deutschen Archäologischen Institut (DAI) in Berlin, und ihm oblag, auch nach der Teilung der Stadt, die Wahrung der Interessen der Vorderasiat. Abteilung (Berlin-Ost). An die 1947 erfolgte Habilitation schloß sich bis 1953 eine Lehrtätigkeit als Dozent für Mesopotamische Baugeschichte an der TH Berlin an. Grabungen in Sinope (Türkei) und Rusafa (Syrien) ermöglichten L. 1952 einen ersten Besuch im Irak, der zur Wiederaufnahme der Warka-Grabungen im Winter 1952/53 und 1955 zur Gründung der Abteilung Bagdad des DAI führte. Als 1. Direktor leitete L. bis 1967 den Aufbau des neuen Instituts als einer internationalen Forschungsstätte und war gleichzeitig bis zum Winter 1967/68 Leiter der Deutschen Warka-Expedition. Der zweiten Ausgrabungsphase verdankt die mesopotamische Altertumskunde die Freilegung der monumentalen Architekturanlagen aus den archaischen Perioden in Eanna sowie die Entwicklung einer äußerst verfeinerten Technik der Präparation von Lehmziegeln, die als „Warka-style“ vorbildlich wurde. 1968-69 wirkte L. an der Univ. Bagdad, 1970-72 an der Univ. Bern als Gastprofessor für Mesopotam. Archäologie.|

  • Auszeichnungen

    Bundesverdienstkreuz (1956);
    Dr. h. c. (Freiburg i. Br. 1975).

  • Werke

    Die Partherstadt Assur, 1932 (mit W. Andrae);
    Die Sumerer, 1948;
    Architektur d. Partherzeit in Mesopotamien u. ihre Brückenstellung zw. d. Architektur d. Westens u. d. Ostens, 1955. -
    Publ. d. Grabungsergebnisse in: Vorläufiger Ber. üb. d. … Ausgrabungen in Uruk-Warka, 4-11, 1932-40, 12/13-25, 1956-74;
    Archiv f. Orientforschung 11-22, 1936/37-1968/69;
    Sumer 10-19, 1954-63;
    Mitt. d. Dt. Orient-Ges. 83, 1951, 87, 1955, 90, 1958;
    Zs. f. Assyrol. 49, 1949, 17/51, 1955;
    Mitt. d. Dt. Archäolog. Inst., Abt. Baghdad 1-3, 1960-64. - W-Verz.
    in: Zs. f. Assyrol. 65, 1975, S. 258-66.

  • Literatur

    M. A. Brandes, in: Archiv f. Orientforschung, 1979, S. 239-41 (P);
    ders., in: Zs. f. Assyrol. 68, 1978, S. 161 f.

  • Autor/in

    Mark A. Brandes
  • Zitierweise

    Brandes, Mark A., "Lenzen, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 237-238 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122111265.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA